1492 – Die Eroberung des Paradieses

Adventure/Biography/Drama
Adventure/Biography/Drama

[Einleitung]
Mit dem Abenteuer Drama „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ (Originaltitel: 1492: Conquest of Paradise) schuf Regisseur Ridley Scott 1992 einen erfolgreichen europäisch produzierten Film (Frankreich, Spanien). Mr. Scott – seines Zeichens perfektionistischer Akribie Fetischist, was die Ausgestaltung seiner Vorstellungen und deren Umsetzungen angeht – setzte dabei in den führenden Rollen auf die folgenden DarstellerInnen: Gerard Depardieu, Sigourney Weaver, Armand Assante, Loren Dean, Angela Molina. Den inhaltlichen Rahmen fertigte Autorin Rose Bosch an. Wir konnten uns diese neu veröffentlichte und überarbeitete Fassung des Titels auf High Definition Blu-ray Disc genauer ansehen und stachen bildhaft in See…

[Inhalt]
„Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa acht Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit einem Großsegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir bei und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache ‚Guanahaní‘ hieß.“ (Aus dem Bordbuch des Columbus)

Am dritten August des Jahres 1492 wagt Christoph Columbus, was noch kein Mann vor ihm gewagt hat: mit drei Schiffen und Proviant für eine mehrwöchige Reise sticht er mit seiner Mannschaft in westlicher Richtung in See, um auf diesem Wege nach Indien zu gelangen. Jahrelang hatte er bereits für sein Vorhaben an den Königshöfen Spaniens und Portugals vorgesprochen und ausschließlich Spott und Gelächter geerntet, ehe ihm Isabella von Kastilien ihre Unterstützung gewährte. Das wohl größte Abenteuer der Menschheit kann beginnen!

Nach vielen Wochen, in denen die Vorräte zusehends knapper und die Stimmung der Mannschaft zunehmend schlechter wurde, ist endlich ist Land in Sicht, schließlich landen die ersten Boote unter wehenden Fahnen am Strand. Die „Terra Incognita“ ist üppiger und paradiesischer, als Columbus in seinen kühnsten Vorstellungen zu träumen gewagt hat und auch die verwunderten Eingeborenen nehmen die weißen Eindringlinge freundlich auf.

Columbus lässt einige Männer auf der von ihm San Salvador getauften Insel zurück und segelt nach Spanien, wo er von Isabella von Kastilien mit feierlichem Zeremoniell empfangen und für eine weitere Expedition ausgestattet wird. Aber das friedliche Zusammenleben von Eingeborenen und den Neuankömmlingen aus der alten Welt ist nicht von Dauer, der Traum von Christopher Columbus versinkt in blutigen Kämpfen …
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Für mich ist dies eine sehr gut gelungene Umsetzung einer der abenteuerlichsten und tollsten Erzählungen, die unsere menschliche Geschichte zu bieten hat: die „Entdeckung“ des Westens, aus europäischer Sicht. Regisseur Ridley Scott arbeitete sehr detailliert und schuf einen Film, der wirklich Charme, Spannung und den notwendigen Unterhaltungswert aufzuweisen versteht. Dabei entfalten die darstellerischen Leistungen eine förderliche Unterstützung für das Gesamtwerk. Ohnehin wurde handwerklich viel richtig gemacht. Die Kostüme wirken sehr authentisch, so auch die Masken. Ob es sich alles um zeitgemäße Faktoren handelt, vermag ich nicht zu bewerten.

Wenngleich ich die filmerische Erzählung nicht aus Historiker-Sicht bewerten kann und will, wirkt alles recht logisch und ordentlich dargestellt. Optisch ist der Titel ebenfalls bemerkenswert gut gelungen, was typisch für einen Ridley Scott-Film ist. Nicht jedermanns Geschmack trifft die akustischer Unterstützung. Oftmals erleben wir eine sehr eigensinnige musikalische Inszenierung, dominant und situativ bezogen. Doch immer wieder schafft sie es mit ganz wunderbaren, stimmungsvollen Tönen eine beeindruckende Atmosphäre durch die tolle Unterstützung der teils fantastisch fotografierten Bilder. Alles in allem eine gute Leistung.

[Technik]
Wir erhalten einen 2.35:1-Transfer vor die Augen. Das High Definition Geschehen erfreut sich vollen Umfangs, somit 1080p-Schärfe und einer breitbandigen Wiedergabe. Auf dem ersten Blick erfreut sich das Bild einer erhöhten Plastizität, was jedoch keinesfalls den Film über anhält. Vielmehr haben wir es mit keiner sonderlich hohen Bildruhe zu tun und das Geschehen leidet unter dem Faktor „Dynamik“. Und das in zweierlei Hinsicht. A.) Hier und dort ruckeln die Bewegungsabläufe und Kameraschwenks ein wenig, dafür hingegen weisen sie einen frischen Glanz durch hohen Kontrast, saubere Konturen und ausreichend vielen Bilddetails auf. B.) das gesamte Geschehen wechselt in der Qualität recht stark. Kompression: voll in Ordnung.

Der Soundtrack ertönt wahlweise mittels deutschsprachigen DTS-HD Master Audio 5.1-Format oder aber in Form eines englischen Tons gleichen Formats. Deutsche Untertitel gibt es optional auf dem Datenträger zu aktivieren. „1492″ lebt in gewisser Weise auch stark vom Ton. Insbesondere die musikalische Begleitung sie hier hervorgehoben. Sie ist dominant, zuweilen etwas anstrengend, bekommt dann aber stets die Kurve noch. Qualitativ sehr gut gelungen, räumlich, voluminös und glaubhaft, um die gezeigten Bilder bestmöglich zu unterstützen. Bekannte Stücke, wie die Verarbeitung von Vangelis‘ „Conquest of Paradise“ finden hier Ursprung und Höhepunkt im Zusammenspiel mit Bild und Film. Rauschen oder Fehler gibt es nicht im nennenswerten Umfang.

[Fazit]
„1492″ ist ein guter Film. Mit seiner Laufzeit von rund 156 Minuten gehört das gute Stück zu den Mammut-Projekten der Filmindustrie und war auch kein günstiger Produktions-Spaß. Inhaltlich gefällt uns das gebotene Programm. Das hier erstmals veröffentlichte Making Of ist unter den Extras zu erreichen und verfügt über eine Laufzeit von rund 25 Minuten. Interessant und informativ ist es in jedem Fall. Aber auch nichts, was man sich nun ständig reinziehen wird. Es handelt sich um eine einseitige und zweischichtige Blu-ray Disc (BD 50), auf der das ab 16 Jahren laut FSK freigegebene Programm Platz findet. Erscheinungstermin war der 9. August, der Preis liegt bei rund 14,- Euro im Online-Handel. Wer den Film als Cineast noch nicht hat, der darf zugreifen.

Andre Schnack, 21.08.2012

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: