Subway

Crime/Drama/Romance/Thriller
Crime/Drama/Romance/Thriller

[Einleitung]
Christopher Lambert und Isabelle Adjani tauchen ab in der Pariser Unterwelt – in „Subway“ von Luc Besson (Das Fünfte Element) aus dem Jahre 1985, dem Anfang von Bessons Regisseur-Karriere. Die französische Produktion weist nicht nur zwei sehr gute Darsteller auf, sondern vermag auch durch seine ganze besondere Note bei der Umsetzung zu gefallen. Wir sahen uns die DVD-Erscheinung „Subway“ von BMG-Video genauer an und berichten aus erster Hand.

[Inhalt]
Helena (Isabelle Adjani) wäre nie auf den Gedanken gekommen, Fred (Christopher Lambert) auf ihre Party einzuladen. Doch irgendwie empfand sie seine Person als interessant: Plötzlich war der blonde Punk im Smoking da. Genauso plötzlich war er allerdings auch wieder verschwunden. Und mit ihm die Papiere, die ihren schwerreichen, aber nicht ganz sauberen Ehemann schwer belasten könnten. Ihr Auto findet man wenig später schrottreif mitten in einem Metroeingang wieder. Telefonisch fordert er 50 Millionen Francs für die Papiere – oder eine lange Nacht mit ihr…

[Kommentar]
„Subway“ ist einer der ersten Besson-Filme und zeigt schon deutliche eine Richtung des mittlerweile sehr bekannten Regisseurs. Dieser Film zeigt dem Betrachter mit relativ einfachen Mitteln eine komplett andere Welt, und das mit einer unheimlich dichten Atmosphäre. Besson und der Rest der Crew wählten mit der Pariser Untergrundbahn ein sehr interessantes Set mit einer sehr eigenen Wirkung. Vor allem, wenn so viel Zeit der Geschichte ausschließlich in von Neonlicht erhellten Gängen und Wartehallen spielt. Die Darsteller verkörpern gelungen ihre plastischen aber sonst recht einfachen Rollen. Ähnlich gibt sich allerdings auch die Geschichte – „einfach“ lautet die Devise. Dennoch wird eine spannende Story über die Liebe zwischen einem Dieb und einer gelangweilten, reichen Ehefrau eines einflussreichen Mannes erzählt. Stil und Look hat der Film, zudem ist er cool, und das ohne Waffengewalt.

[Technik]
Die skurril und surreal angehauchte Welt mit sehr dichter Stimmung wird hier durch einen anamorphen Breitbildtransfer im Ratio 2.35:1 dem Betrachter nahegebracht. Dieser wartet mit einer ausreichend gesättigten Farbgebung in einem vom Kontrast her ansehnlichen Umfeld auf. Doch leider – was letztlich wohl auch an den zur Verfügung stehenden, finanziellen Mittel lag – werden hier gleich eine ganze Reihe an Verunreinigungen, Drop-Outs und andere Qualitätseinbußen erkannt. Diese machen sich so unschön breit, dass die gesamte visuelle Leistung nur noch als mangelhaft bewertet werden kann. Eine gute VHS-Kassette bietet eine ähnliche Qualität.

Der Ton kommt in einem etwas zeitgemäßeren Gewand. Abgemischt im deutschsprachigen DTS 5.1- und Dolby Digital 5.1-Sound, im englischen Dolby Digital 5.1- und französischen Dolby Digital 5.1-Sound leisten die Tonspuren insgesamt eine gelungene Darbietung für einen Ton der Thematik und dieses Budgets. Zwar spielt der Hauptteil der Akustik auf der Stereo-Front und dem Center-Speaker, aber durch einige – aber auch zurückhaltende – Einlagen auf den hinteren Kanälen entsteht etwas Räumlichkeit und Weite im Ton. Untertitel gibt es ebenfalls auf deutsch.

[Fazit]
„Subway“ macht Spaß und zeigt, dass Mr. Besson nicht nur mit viel Geld eine dichte Stimmung und tolle Sets zaubern kann. Eher ganz im Gegenteil, denn hier schuf er mit sehr wenig immerhin einen gelungenen Film mit einer zwar oftmals etwas kitschigen Geschichte, dafür aber einem bestimmten und sehr eigenen Stil und einer gewissen Haltung. Der rund 98minutenlange Streifen befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und wurde ab 12 Jahren freigegeben. Als Extras befinden sich noch folgende Features durch das schlichte aber durchaus ansprechende Menü zu erreichen: Produktionsnotizen, umfangreiche Star-Infos und Trailer. Der Straßenpreis liegt bei nicht ganz 40,- DM, die Disc aus dem BMG-Video Programm erschien am 20. August als Kauf-Scheibe. Lambert- und Besson-Fans sollten einmal einen Blick riskieren, auch wenn die technische Darbietung der DVD wirklich nicht sonderlich sehenswert ist.

Andre Schnack, 28.08.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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