Agatha Christies Das Böse unter der Sonne

Crime/Mystery
Crime/Mystery

[Einleitung]
Aus der Agatha Christie-Reihe an Romanverfilmungen stammt auch die aktuelle Kinowelt Home Entertainment Veröffentlichung „Das Böse unter der Sonne“ (Originaltitel: Evil Under The Sun) von 1982. 007-Regisseur Guy Hamilton schuf mit hervorragende Darstellern und einer tollen Geschichte einen kniffeligen Kriminalfall auf Zelluloid. Wir nahmen uns der DVD-Fassung des Krimis mit Peter Ustinov, Jane Birkin, Colin Blakely, Nicholas Clay, James Mason, Roddy McDowall und Diana Rigg an und beurteilten seine Stärken in Inhalt und Technik.

[Inhalt]
Im vollbesetzten Hotel „Jolly Roger“ erholen sich die Feriengäste auf der kleinen Insel beim Baden, bei Ausflügen und gutem Essen. Für ausgiebigen Klatsch und Gesprächsstoff sorgt die ehemalige Schauspielerin Arlena Marshall (Diana Rigg) mit ihrer allzu auffälligen Liaison, Mr. Redfern (Nicholas Clay). Als dieser bei einem Bootsausflug Arlena in einer Badebucht erwürgt auffindet, gerät er unter Mordverdacht. Aber auch seine von allen anderen Gästen bemitleidete Ehefrau und der kühle Mr. Marshall hätten wohl ein Motiv für die Tat gehabt. Poirot (Peter Ustinov) ermittelt und findet dabei heraus, dass praktisch jeder Feriengast hier einen scheinbar triftigen Grund hatte, um diesen Mord zu verüben, aber auch, dass jeder ein Alibi aufweisen kann. Ein kniffeliger Fall für den gewitzten Belgier. Er muss sich gehörig anstrengen, um aus den vielen kleinen Puzzlestücken ein Bild des Mordes zusammenzusetzen.

[Kommentar]
Und das gelingt ihm dann letztlich ganz gut. Das Ergebnis von Regisseur Guy Hamilton gefällt nicht nur Krimi-Fans und Romanfreunden der bekannten Autorin Agatha Christie. Zum einen liegt das an der durchdachten und wirklich intelligent umgesetzten Geschichte und dem mysteriösen Mord an sich, zum anderen aber auch an den gelungenen darstellerischen Leistungen, dem hohen Anspruchs und Unterhaltungsfaktor, den Poirot und seine Ermittlungen mit sich bringen. Wie schon bei „Tod auf dem Nil“ wurde auch hier viel Wert auf die Sets und die Umgebung gelegt, in denen das Verbrechen und dessen Klärung stattfinden. Wie aber auch schon im erwähnten Vorgänger, so hält sich auch der Verlauf dieser Geschichte sehr an das bereits Bekannte. Die Verhöre, Situationen und die Art, die Mr. Poirot an den Tag legt, wenn er durch „seine kleinen grauen Zellen“ und viele Schlussfolgerungen letztlich auf die Lösung stößt, ist auch nichts wirklich neues – dennoch sehr unterhaltsam und am Ende überraschend. Und das zählt bei einem guten Krimi.

[Technik]
Die technische Seite sieht auch ganz gut aus. Zwar vermag das anamorphe 1.78:1-Bild nicht einen Vergleich mit aktuellen Neuerscheinungen standzuhalten, dafür wird aber eine dem Alter und den Anforderungen an diese DVD gerecht werdende Leistung offenbart. Die visuelle Leistung leidet stellenweise deutlich unter dem Alter, was sich durch kleinere Drop-Outs, Verunreinigungen und eine nicht immer ausreichende Schärfe bemerkbar macht. Der Kontrast hingegen stiehl so manch anderem Transfer die Show, auch die Schärfe geht über das Filmmittel hinweg in Ordnung. Von der Kompression her auch keine schlechten Worte.

Sound gibt es im betagten Dolby Digital 1.0-Format, was kaum anders zu erwarten war. Monaural schallt es in den Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch auf dem Center-Speaker, aus dem auch der restliche Klang in Form der passenden Filmmusik und einiger Hintergrundgeräusche dringen. Viel passiert hier nicht, das Gebotene verfügt aber weitgehend über einen akzeptablen Qualitätsstand.

[Fazit]
„Das Böse unter der Sonne“ macht durchaus mehr als nur wenig Spass – soviel steht fest. Auch die technische Seite kann sich unter Berücksichtigung des Alters sehen lassen. Schön. Abgelegt wurde der rund 112minutenlange Guy Hamilton-Film auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Das schick gestaltete und einfach navigierbare Menü bietet Zugriff auf folgende Extras: ein ca. 15minutenlanges Making Of, ein 6minutenlanger Zusammenschnitt von der Erstaufführung mit der Queen im Publikum (nur mit Musik unterlegt), der Trailer zum Film und eine Fotogalerie. Untertitel gibt es in den Sprachen: Portugiesisch, Italienisch, Holländisch, Spanisch, Türkisch und Deutsch. Freigegeben ab 12 Jahren erscheint die DVD am 12. März zu einem Preis von ca. 20,- Euro. Wer Krimis mag, der kommt an dieser DVD kaum herum.

Andre Schnack, 13.03.2002

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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