Aliens (Special Edition)

Action/Horror/Science-Fiction
Action/Horror/Science-Fiction

[Einleitung]
Zweifellos gehört James Cameron („Titanic“/“Terminator 2“) zu einem der einfallsreichsten, perfektionistischten und besten Regisseuren der letzten Jahre. Nicht nur mit „Terminator“, dem Nachfolger „T2“ und „The Abyss“ bewies er sein Können, Filme wie „True Lies“ und letztlich „Titanic“ sind jedem ein Begriff. Am liebsten ist ihm nach eigenen Angaben das Science-fiction-Genre, auch mit „Aliens“ (1986) zeigt er wieder eindrucksvoll, daß Sequels nicht immer gleich schlecht sein müssen. Mit extrem hohen Aufwand, tollen Special-Effects und einer guten Geschichte (für einen Actionfilm) schuf er einen würdigen Alien-Nachfolger, oder besser: eine würdige Fortsetzung.

[Inhalt]
Lautloser Weltraum, das Shuttle der explodierten Nostromo wird aufgesammelt. Die Rettungsmannschaft findet Ellen Ripley (Sigourney Weaver) und eine Katze. Auf einer Medizinstation kommt Ripley langsam zu sich, ein Mann von der „Company“ (Paul Reiser) besucht sie und teilt ihr mit, daß sie über 57 Jahre im Tiefschlaf durch die Weiten des Alls trieb – kein nettes Aufwachen. Als nächstes wird mit verschiedenen Personen der Verlauf der Dinge auf der Nostromo vor knapp 60 Jahren diskutiert: Ripley‘s Geschichte findet kein offenes Ohr. Der Ausschuß entzieht ihr die Fluglizenz, außerdem erfährt sie, daß auf dem Planeten den die Nostromo und ihre Besatzung damals aufsuchte, von dem schließlich das Alien an Bord kam, nun eine Kolonie mit Siedlern aufgebaut wurde! Ripley’s Warnungen wird keine Beachtung geschenkt. Doch das ändert sich als der Kontakt mit der Kolonie auf einmal abbricht.

Ein Team von Marines, ausgerüstet mit State-of-the-Art Waffensystemen, wird zur Untersuchung geschickt, Ripley soll dabei als Berater fungieren. Sie entschließt sich mitzugehen, unter der Voraussetzung, daß das Team mit der Absicht die Bewohner zu retten und die Alien auszulöschen die Reise antritt. Auf dem Flug zum Planeten lernt sie die Crew etwas näher kennen, unter dem Kommando von Lieutenant Gorman (William Hope) führt Sergeant Apone (Al Matthews) das Space-Marines-Team an. Unter ihnen befinden sich auch Private Hudson (Bill Paxton), Coporal Dwayne Hicks (Michael Biehn) und der Android Bishop (Lance Henriksen). Als sie auf dem lebensfeindlichen Planeten der „Company“ landen machen sie einen grausigen Fund: Aliens scheinen die Station eingenommen zu haben und hinterließen keine lebenden Kolonisten, scheinbar. Beim den ersten Untersuchungen finden sie ein kleines Mädchen, Newt (Carrie Henn). Zusammen mit der kleinen Überlebenden unternimmt Ripley und das Marines-Team einen Kampf gegen die bösartigen Kreaturen…

[Kommentar]
Mit „Aliens“ macht James Cameron einen logischen Schritt. Die Idee mit den Marines und der Kolonie auf dem Planeten aus „Alien“ gefällt, die Umstrukturierung zu einem actionlastigeren Film macht ebenso Spaß. Das Action-Horror-Gemisch im Science-fiction-Gewand wird nicht langweilig, die ganzen 154 Minuten erlebt der Zuschauer eine prikelnd-beängstigende Welt. Die aufwendigen Sets und die klasse Special-Effects versetzen den Betrachter in die zerklüftete, regnerische und feindselige Umgebung der Kolonie. Zusätzlich bestand wohl für Cameron der Reiz darin, daß Alien häufiger zu zeigen, die Anzahl der Biester erhöhte er dramatisch, außerdem wird die „Familie“ durch den Film erweitert: die eierlegende Alien-Mutter kommt hinzu. Geblieben ist die auftretende Hilflosigkeit der Menschen wenn sie mit dieser Spezies konfrontiert werden, trotz High-Tech Waffen. Und auf diesem Sektor mein Lob an die Schauspieler, besonders gefielen mir Bill Paxton und Michael Biehn, natürlich neben einer brillianten Sigourney Weaver.

Paxton’s Charakter mutiert vom anfänglichen Großmaul angesichts der schieren Unbesiegbarkeit rasch zum Feigling und Nervenbündel. Die Fiktion an einem solch unbehaglichen Ort Dienst leisten zu müssen ist ja schon ungemütlich genug. Dann aber noch der Gefahr ausgesetzt, von einem schleimigen Killer als Brutkasten mißbraucht zu werden ist wahrer Horror, da wird der Mensch zur Nahrung und zur Quelle der Zöglinge einer feindlichen Art – fies. James Cameron macht nicht einfach nur Filme und Kost für Kinogänger, vielmehr empfinde ich seine Werke als Erlebnisse, als wirkliche Filmgeschichte, spätestens mit „Titanic“ bewies er allen: er kann es. Meine Verehrung seinem Genie und seiner Kompetenz als Regisseur, ich bin gespannt auf zukünftige Projekte.

Exzellente Technik
Exzellente Technik

[Technik]
Als Teil der „Alien Legacy“-Box weist auch „Aliens“ eine saubere Technik auf. Nicht ganz so bestechend dieses mal durch das Bild, vielmehr durch den Ton. Das Geschehen wird in anamorphen 1.85:1 auf den Fernseher gebracht. Kompressionsartefakte, Bildstörungen oder ähnliches treten beinahe gar nicht auf. Auch der Detailreichtum überrascht, die gute Sättigung und die feinen Kontraste lassen das Bild ausgesprochen gut aussehen. Da viele Szenen in der Dunkelheit spielen, kommt es auf Schärfe und Stärke des schwarz an, auch hier leistet der Transfer gute Dienste, obwohl ich mir die Schärfe öfter etwas höher gewünscht hätte. Zu bedauern ist lediglich ein permanentes, leichtes Rauschen, je nach Szene schwächt dieses ab oder nimmt zu. Letzteres besonders in den später eingefügten Szenen, die nur in diesem Directors Cut auftreten (den DC gab es zwar auch auf Video, wurde aber wieder aus dem Programm genommen). Das Bild ist definitiv hochwertige Arbeit, so habe ich „Aliens“ noch nicht gesehen. Mit dem Lob braucht nicht gespart zu werden.

Auch auf dem Bereich der Akustik begeistert die DVD. Sicher, es gibt dynamischere Soundtracks, aber der Film ist schon recht alt, ist man sich dessen bewußt, so kann man nicht klagen. Sauber und deutlich klingen die Dialoge aus dem Center. Die Stereolautsprecher nutzen effektiv ihre Kanäle, auch aus den hinteren Surroundlautsprechern vernehmen wir ständig Geräusche, dadurch entsteht ein sehr lebendiges Klangbild. Viele direktionale Effekte treten leider nicht auf, aber das macht auch nichts, die Vorhandenen wurden sehr gekonnt positioniert und abgemischt, die Masse macht es nicht, sondern die Qualität. Besonders am Ende des Films, wenn Ripley sich im tiefen Inneren der Basis befindet, der Alarm ständig aus allen Lautsprechern dröhnt und der Kampf mit „Mama-Alien“ ansteht bemerkt man, daß Dolby Digital 5.1 im Spiel ist. Zusätzlich gibt es noch eine 2.0-Spur und englische und spanische Untertitel.

[Fazit]
Auch „Aliens“ macht echt etwas her. Ich war von der Präsentation schlichtweg begeistert. Und dann kommt die Special Edition auch noch mit ordentlich Bonusmaterial daher. Die einseitige Dual-Layer-Disc beinhaltet ein Interview mit James Cameron, wundervoll animierte Menüs, Film-Trailer, ein knappes Dutzend Aufnahmen von Dreharbeiten und Alien-Tests, Film-Infos und eine umfassende Galerie, außerdem findet sich noch ein Booklet in der Hülle. Die THX-zertifizierte Disc wechselt für rund 60,- DM (30$ Listenpreis) den Besitzer oder ist Bestandteil der Box für rund 200,- DM. Der Preis ist nicht zu hoch für diese gute Special Edition. In den Genuß der fünften DVD der Box, welche mit dem Einsenden des beinhalteten Coupons geordert wird, kommen aber leider nur Amerikaner und Kanadier. Trotzdem ein dickes Lob an Fox, wer diese Scheibe im Regal stehen läßt ist entweder kein Alien-Fan, oder weiß einfach nicht was gut ist. Eine technisch hochwertige Scheibe mit einem beeindruckenden Actionfilm, sehr zu empfehlen.

Andre Schnack, 28.10.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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