Assault On Precinct 13

Action/Thriller
Action/Thriller

[Einleitung]
Mit Filme wie „Escape From New York“ und „The Thing“ wurde Regisseur John Carpenter bekannt. Sein aktuelles Werk, „Vampires“ erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit. Jedoch sind seine Filme nicht für jedermann. Nicht viele kennen die Titel „Dark Star“, „They Live“ und „Assault On Precinct 13″. Besonders „Assault On Precinct 13″ von 1976 gilt unter Fans als echter Geheimtip – die DVD des Films kommt als Code1-Version aus dem Hause Image Entertainment.

[Inhalt]
Los Angeles, die Stadt der Engel. Doch für viele ist sie das schon lange nicht mehr. Es herrscht Krieg, 24 Stunden am Tag! Straßenschlachten zwischen der Polizei und verschiedenen Banden stehen an der Tagesordnung. Im Viertel … hat sich eine Gang die sich „Street Thunder“ nennt einen Namen gemacht. Eines Nachts werden Mitglieder dieser Bande von der Polizei in einen Hinterhalt gelockt und brutal zusammengeschossen – im Radio war nur die Rede von einer Schießerei. Längst nicht wurden alle Gangzugehörigen aus dem Verkehr gezogen. Irgendwo in den Baracken des Ghettos schwört die „Street Thunder“ Rache – fiese, gemeine Blutrache! Ohne Skrupel greifen sie zu großkalibrigen Waffen und schießen wahllos auf Passanten und andere friedliche Bürger. Dabei töten sie auch eine einfachen Eisverkäufer und eine Kundin: ein kleines Mädchen! Der Vater bekommt die Tat mit und muß zusehen wie seine kleine Tochter eiskalt erschossen wird. Sofort greift auch er zur Waffe und verfolgt die Täter. Schließlich trifft er ein Bandenmitglieder tödlich mit seiner Pistole – doch die anderen Bösewichte lassen sich nichts gefallen und wollen den Mann tot sehen. Dieser flüchtet in das nächstgelegene Polizeirevier, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß genau diese Polizeistation gerade im Begriff ist umzuziehen. Dementsprechend sind nur sehr wenige Personen im Gebäude. Die Situation wird nur noch schwieriger als ein Gefangenentrasport einen Zwischenstop einlegt und sie der Tag der Nacht nähert… . Denn nun raufen sich die Mitglieder der Gang zusammen und sammeln vor der Polizeistation – rasch ist das Telefon tot und der Strom abgestellt. Inmitten der Stadt wird plötzlich ein „ehemaliges“ Revier vom kriminellen Abschaum der Gesellschaft belagert, und keiner bekommt es mit…

[Kommentar]
Bei „Assault On Precinct 13″ leistet der Kult-Regisseur wieder ganze Arbeit. Klar, man sieht es dem Film an – er ist ein sehr günstiger Low-Budget-Film. Doch warum können B-Movies nicht gut sein? Dieser ist, wie die meisten Filme Carpenter’s, einfach gut – die Atmosphäre stimmt und der Film ist spannend! Seine Filme sind etwas besonderes, wenn auch nicht für jedermann geeignet. Bei diesem Werk führte Mr. Carpenter Regie, schrieb das Drehbuch und komponierte die Musik – allerhand. Besonders letztere gefiel mir unheimlich gut. Die Idee des Films ist nichts großes, dennoch irgendwie zeitgemäß innovativ, sehr unterhaltsam und kurzweilig. Im gewissen Sinne jedoch war die Hintergrundgeschichte schon sehr vorausschauend von Carpenter angelegt. Der Film hat mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Vergleicht man die im Film dargestellte Fiktion mit der heutigen Realität, so muß erschreckend festgestellt werden, daß Mr. Carpenter in vielem Recht hatte und es genau so eintrat, wie er es damals in „Assault On Precinct 13″ darstellte bzw. voraussagte.

Die Verhältnisse in den Armutsgebieten der amerikanischen Großstätte sind sehr traurig, Kriminalität und Bandenkrieg gehören zum festen Alltag. Mit relativ wenig Aufwand setzte Carpenter seine Vorstellung der Entwicklung dieser Problematik um. Im Verlauf der Story passieren nicht wirklich viele Überraschungen, doch weist der Streifen wieder diesen typischen Style von Carpenter auf. Außerdem gibt es wieder einen ausgesprochen guten Soundtrack und wirklich „coole“ Szenen – eben typisch für seine Filme! Einige Elemente gefielen mir sehr, z.B. die Figur des Napoleon Wilson. Selbst am Ende des Films weiß der Zuschauer nicht warum Wilson als gefährlicher Schwerverbrecher behandelt wird – im Film selbst mutiert er nämlich sogar zum Helden! Wer Carpenter-Filme mag, der wird mit Sicherheit auch diesen Flick lieben!

[Technik]
Zur Technik kann leider nicht viel gesagt werden. Das Letterbox-Bild im Ratio 2.35:1 weist kaum Schwächen auf und verleiht dem Film einen Look, als würde er gerade aus dem Kino kommen – nur schade das der Transfer nicht anamorph ist. Ansonsten gibt es nur positives zu berichten. Die etwas fahlen Farben geben dem Film in seine dunklen Atmosphäre die passende Umgebung, die Schärfe der Ränder wirkt sehr gut. Ebenfalls sehr zur Zufriedenheit des Auges, entdeckt man reichlich Details und die Genauigkeit des Transfers braucht sich nicht hinter aktuellen DVDs zu verstecken. Besonders schön sind die feinen Abstufungen im Dunkel und der satte Schwarzton, der trotz tiefem Kontrast stets die Dinge in den Schatten erkennen läßt. Und das ist durchaus wichtig bei einem Film, der zu 80 % nur im Dunklen stattfindet.

Weniger High-Tech gibt es von der Akustik zu vermelden. Da der Film in die Sparte „klassischer B-Movie“ gehört und schon mehr als 20 Jahre alt ist, kommt er dementsprechend auch nur mit einem monauralen Ton. Der Dolby Digital 1.0 Sound leistet aber erstaunlich gute Dienste. Die Qualität der dargebotenen Geräuschkulisse macht etwas her, Stimmen und Soundeffekte wurden sauber getrennt und fein abgemischt. Stets klar und deutlich vernehmen wir die Dialoge und Geräusche, der sehr gelungene Soundtrack des Film hebt sich vom Rest etwas ab – für einen Mono-Ton eine sehr gute Leistung. Untertitel sind nicht vorhanden.

[Fazit]
Ein wahrer Carpenter-Film! Ich kannte dieses Werk des Halloween-Schöpfer noch nicht und wahr nach dem Sehen sehr angenehm überrascht. John Carpenter ist für mich ein wahrer Filmemacher, er schreibt das Drehbuch, komponiert die Musik und führt Regie – das ist doch was. Zudem schafft er immer eine sehr besondere Atmosphäre in seinen Filmen, die Schauspieler stehen da etwas außerhalb, es sind vielmehr seine Ideen. Um so erfreulicher das „Assault On Precinct 13″ in einer guten DVD-Fassung von Image Entertainment erscheint. Technisch gesehen gibt es keine groben Schnitzer, nur die DVD-Ausstattung hätte etwas reichhaltiger ausfallen können. Immerhin gibt es aber einen Trailer und einen sehr interessanten Audiokommentar von Carpenter auf der 91minutenlangen Single-Layer-Disc. Für einen Preis von rund 70,- (30$ Listenpreis) sollte ein jeder Carpenter-Fan sofort zugreifen – ein Muß für Fans!

Andre Schnack, 10.09.2002

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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