Avalon – Spiel um Dein Leben

Science-Fiction
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[Einleitung]
Kinowelt Home Entertaiment veröffentlicht den Insider-Tipp und hierzulande bisher nicht sonderlich zur Geltung gekommenen Film „Avalon – Spiel um Dein Leben“ von Regisseur Mamoru Oshii, der sich bereits für das Anime-Meisterwerk „Ghost In The Shell“ verantwortlich zeigte. In den Hauptrollen des im Stil sehr eigenen Science-Fiction Werks „Avalon“ sind Malgorzata Foremniak, Wladyslaw Kowalski, Jerzy Gudejko, Dariusz Biskupski, Bartek Swiderski und Katarzyna Bargielowska zu sehen. Die japanische Filmproduktion erscheint nun von Kinowelt als DVD-Fassung in Deutschland, wir sahen uns die Disc genauer an und berichten…

[Inhalt]
Ash (Malgorzata Foremniak) ist süchtig nach Avalon. Wie viele andere taucht sie jeden Tag aufs Neue in die virtuelle Welt des berüchtigten, aber illegalen Computer-Games ein. Ash ist eine der härtesten Spiel-Profis. Sie gibt niemals auf, ehe nicht auch der letzte Gegner auf den simulierten Kriegsschlachtplätzen ausgeschaltet wurde. Doch auf eine Ebene drang sie bislang noch nie vor: der „Special Class A Level“ von Avalon steht nur einer kleinen, elitären Gruppe von Spielern offen, wie etwa ihrem Freund Murphy, der seit kurzem jedoch völlig apathisch in einem Wachkoma dahinvegetiert. Als Ash nun die unglaubliche Chance erhält, selbst auf Level A aufzusteigen, zögert sie keine Sekunde. Sie hat jedoch keine Ahnung, dass sie damit das riskanteste Spiel ihres Lebens spielt. Von Level A kehrte bislang niemand wieder zurück…

[Kommentar]
Mamoru Oshii hielt sich mit seinem „Avalon“ an von ihm bereits erfolgreich erprobte Mittel und einem sehr eigenen Stil des Aufbaus der Geschichte, wie er es bereits in „Ghost In The Shell“ tat. Die Story betritt mit der Kernthematik kein sonderlich erwähnenswertes Neuland. Das Rollenspiel-verwandte und virtuell stattfindende Actionspektakel macht zwar etwas her, wurde aber durch Oshii’s Team nur bedingt atmosphärisch umgesetzt. Die Sets in Polen, das Kriegsgerät und die gelungenen Special-Effects machen schon etwas her, doch alleine formen sie keinen guten Film. Denn die wenigen Darsteller und der stellenweise recht träge verlaufende Fortschritt der Story hindern das Werk etwas am Durchbruch, was die Begeisterung etwas mindert. Letztlich liegt es an der Sterilität und der fehlenden Emotionalität des Konstrukts, denn Bindungen oder Sympathien zu Zuschauer werden hier nicht aufgebaut. Dafür gibt es einen interessanten Inhalt, der das Leben, die gesellschaftliche Realität und letztlich unser Dasein hinterfragt, einen wahrlich gelungenen Soundtrack und einen etwas anderen Stil bei der Inszenierung eines Films.

[Technik]
Zur technischen Seite kann viel gesagt werden, und viel geschrieben. Denn der Breitbildtransfer im anamorphen Format 1.85:1 wurde von den Filmemachern durch die verschiedensten Filter gejagt und künstlich teilweise stark verfremdet. Generell kann das Bild als ausreichend gut bezeichnet werden, wenn man stets die künstlerischen Mittel im Hinterkopf bewahrt. So können z.B. zur Farbgebung wenige Worte verloren werden, da sie, genau wie die Ausleuchtung, nicht wie in den meisten Bildtransfers ausfällt. Ebenfalls auch die Kantenschärfe, sie reicht zwar aus, bietet aber keiner hohe Qualität bei der Wiedergabe von Details und sauberen Konturen. Die Kompression hingegen besticht durch Sauberkeit und Fehlerfreiheit.

Der Ton des Films befindet sich im Dolby Digital 5.1-Ton auf dem Datenträger, abgefasst in den Sprachfassungen Deutsch und Polnisch. Oftmals geht es ruhig her im Film, so das lediglich der saubere und klare Dialog, die gute und voluminöse Musik und einige schöne Hintergrund- und Spezialeffekte den Raum füllen. In der Weite betont und mit gezieltem Einsatz von Bass und Surround-Lautsprechern produziert „Avalon“ einen guten Ton.

[Fazit]
„Avalon – Spiel um Dein Leben“ erscheint von Kinowelt als ab 18 Jahren freigegebene DVD-Fassung. Der Film besitzt eine Laufzeit von rund 102 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und wurde mit folgenden Extras ausgestattet: einem deutschen und einem polnischen Trailer und einem minder spektakulären Videospiel für den PC bzw. DVD-Player. Das ist nicht gerade viel und auch vom Inhalt her enttäuschend. Da helfen auch die Untertitel in deutschen Lettern, welche optional hinzuzuschalten sind, nicht aus. Die Renltal-Fassung von „Avalon“ erschien am 20. August in den Videotheken, die Kauf-Version hingegen kommt am 19. November auf den deutschen Markt, der Preis wird bei ca. 25,- Euro liegen. Wer Mamoru Oshii als Regisseur schätzt, der wird auch bei Avalon seine wahre Freude erleben, ebenfalls Fans von Filmen, über die man nachdenken kann, die aber fernab vieler normaler Gedanken stattfinden.

André Schnack, 27.08.2002

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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