Big Mama’s Haus

Comedy/Crime
Comedy/Crime

[Einleitung]
Von 20th Century Fox Home Entertainment erschien am 5. Juli 2001 die DVD-Version des Comedy-Streifens „Big Mama’s Haus“ (engl. Titel: Big Momma’s House) von Regisseur Raja Gosnell (Ungeküsst). Die 2000 in den USA abgedrehte Produktion wurde in den Hauptrollen mit Martin Lawrence (Bad Boys), Nia Long (Risiko) und Paul Giamatti (Verhandlungssache) besetzt und wartet mit einer vielversprechend humorvollen Story auf. Im Stile eines „Verrückten Professors“ spielt auch hier der Rollentausch bzw. eine absichtlich herbeigeführte Verwechslung eine große Rolle. Wir sahen uns den Fox-Silberling genauer an und berichten…

[Inhalt]
FBI-Agent Malcolm Turner (Martin Lawrence) ist tough, intelligent und ein Meister der Verstellung. Er schlüpft in die passende Maskerade und schon fällt auch der gerissenste Gangster auf ihn herein. Malcolms neuester Auftrag führt ihn in eine kleines Städtchen, wo er den aus dem Knast getürmten Bankräuber Lester zur Strecke bringen soll. Als Köder wird dort Lesters Ex-Freundin Sherry (Nia Long) erwartet, die sich aus Angst vor dem Gangster zu ihrer Großmutter, der Südstaaten-Matrone Big Mama, flüchtet. Malcom richtet seinen Beobachtungsposten im Haus gegenüber ein. Leider verlässt jedoch die mürrische Großmama unerwartet die Stadt. Kurzerhand schlüpft er in die Rolle der korpulenten Siebzigjährigen, die Sherry seit mehreren Jahren nicht gesehen hat und übernimmt sogar ihre täglichen Pflichten: vom Kochen bis hin zum Entbinden von Babys und ungewöhnlichen Beichten in der örtlichen Kirche. Aber als wäre die Sache nicht schon kompliziert genug, verliebt sich Malcolm/Big Mama auch noch in Sherry, die unter dem Verdacht steht, einen Teil des gestohlenen Geldes zu verstecken. Malcolm sitzt in der Klemme, aber es kommt noch dicker…

[Kommentar]
„Big Mama’s Haus“ versucht etwas auf der Welle des „Verrückten Professors“ zu reiten, was ihm allerdings nur bedingt gelingt, und das ist schade. Hier wäre wirklich mehr drin gewesen. Zwar gibt es wirklich einiges an Späßchen aufs Zwerchfell und die strengen Gesichtszüge weichen einem breiten Schmunzeln, doch leistet der Streifen insgesamt eine Komikausbeute auf mittelprächtigem Niveau, da hilft auch ein „sehr fleischiger“ und in seiner Rolle überzeugender Martin Lawrence nichts. Vertreten ist hier sehr viel: auf Slapstick-Einlagen folgen – jedoch selten – Attacken unter der Gürtellinie oder auch – wesentlich häufiger – einfach super witzige Situationen, die nicht jeden Alltag passieren, und vor allem nicht mit diesen Leuten. Bemerkenswert an diesem Film zeigt sich auch der Soundtrack: voluminöse Rapp-ähnliche Tunes werden mit ordentlich Bass ins Heimkino geschleudert. Regisseur Gosnell gelang eine durchaus unterhaltsame Komödie, die Aufgrund ihrer guten Darsteller auch ihre Existenzberechtigung im Comedy-Sektor erreicht, aber leider etwas im Schatten der Mitbewerbern z.B. mit Eddie Murphy verschwindet.

[Technik]
Die technische Umsetzung gelang erwartungsgemäß gut. Der Transfer wird im anamorphen Gewand im Ratio 1.85:1 vollzogen und gefällt auch dem sehr anspruchsvollen Zuschauer auf Anhieb. Kontrastreiche Farben, durch sauber gezeichnete Konturen abgegrenzt, mit einer hohen Sauberkeit sprechen für sich. Und gepaart mit natürlicher Wirkung erstrahlt das Geschehen auf dem Wiedergabegerät gleich um so hochwertiger. Die Kompression gelang sehr gut, Verunreinigungen oder Artefaktbildung kann nicht beobachtet werden.

„Big Mama“ bietet einen ordentlichen Sound, vor allem beim Bass merkt man die Liebe zum Kind. Der dynamische und umfassende Sound erklingt raumfüllend – vor allem bei der Musikwiedergabe – aus allen Lautsprechern, die Dialoge hingegen klar und deutlich aus dem Center-Speaker. Auch einige nette direktional verlaufende Tonschnipsel bietet der zeitgemäße Sound im Dolby Digital 5.1-Tonformat. Zur Auswahl stehen die deutschsprachige Synchronfassung und der englische Originalton, beide mit optionalen Untertiteln.

[Fazit]
Die rund 95minuntenlange Komödie „Big Mama’s Haus“ befindet sich auf einer DVD des Typus 9 (einseitig, zweischichtig) und wurde ab einem Alter von 12 Jahren freigegeben. Die Fox-Scheibe kann seit dem 5. Juli des Jahres käuflich erworben werden und bietet neben der unterhaltsamen Comedy-Show auch noch folgendes Bonusmaterial, welches über ein schickes Bewegtmenü zu erreichen ist: ein Audiokommentar des Produzenten und Regisseurs, eine 22minutenlange Featurette namens „Building Big Momma’s House“, ein kurzer Make-Up Test, Filmpannen und unveröffentlichte Szenen (2) mit optionalen Audiokommentaren, Musikvideos von Lil Bow Wow „Bounce with me“ und Jermain Dupri mit Nas & Monica „I’ve got to have it“, einige Kommentare und Hintergrundinfos auf Texttafeln, rund 6,5 Minuten Outtakes, 3 TV-Spots und der Trailer. In der Masse schon wirklich nicht schlecht und inhaltlich sogar interessant gelungen. Technik und Ausstattung verleiten zum Kauf, und wer Martin Lawrence mag, der sollte der Versuchung auch nachgeben und zugreifen.

Andre Schnack, 11.11.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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