Black Moon

Action/Science-Fiction/Thriller
Action/Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
Wer John Carpenter mag, der sollte weiter lesen. Auch, wenn der US-Amerikaner hier nicht im Regiestuhl Platz nahm. Als einer der für mich typischen 80er Jahre Filme des letzten Jahrhunderts gilt „Black Moon“ (Originaltitel: Black Moon Rising) von 1986 von Regisseur Harley Cokeliss. Drehbuch und Idee kommen von John Carpenter. In den Hauptrollen sehen wir Tommy Lee Jones, Linda Hamilton und Robert Vaughn (genannt nach Relevanz und Bildpräsenz im Film). Diese Standard Definition DVD erscheint aus dem Concorde Home Entertainment-Angebot und wir konnten uns das 80er Jahre Stück genauer anschauen.

[Inhalt]
Der Meisterdieb Sam Quint wird vom FBI angeheuert, um eine Datenbank zu stehlen, die beweist, dass ein Konzern illegale Geschäfte betreibt. Der Einbruch gelingt und Quint muss nur noch zu seinen Auftraggebern nach L.A. kommen. Auf der Flucht versteckt er das Beweisstück im Prototyp des Superautos „Black Moon“. Doch der Prototyp verschwindet mitsamt der attraktiven Nina im Cockpit in einem mysteriösen High-Tech-Wolkenkratzer. Quint, gejagt von Killern, muss im Wettlauf gegen die Zeit alles auf eine Karte setzen…
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Wer ist dieser lässig-coole Typ in Lederjacke? Es ist Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones, allerdings hier gute 8 Jahre vor dem Einstreichen des Oscars für die beste Nebenrolle in „Auf der Flucht“. Er spielt den Meisterdieb Quint, eine Rolle, die nicht prädestiniert ist für Auszeichnungen, zu einfach und zweidimensional gibt sie sich. Was gut zum restlichen Film passt, denn auch die Erzählung und ihre Figuren sind simpel und einfach, dennoch sehr unterhaltsam und auch spannend. In der Darstellung teils rabiat, stets wunderbar in weniger gemütlicher Umgebung platziert, vermittelt „Black Moon“ auch ein visuell eigensinnigen Stil. Die gewählten Sets und Architekturen unterstreichen dieses sehr gut und wirkungsvoll.

Aufbau und Ablauf sind zwar nicht fehlerfrei und aus heutiger Sicht nur wenig innovativ. Dafür gibt es aber einige gute Einzeiler, ausreichend Spannung und eine Rollenverteilung, die heute kaum noch vorkommt: denn hier ist von Beginn an klar und deutlich erkennbar, wer Böses im Schilde führt. Der klassische Verlauf des Films endet – es wird niemanden überraschen – mit wenigen Überraschungen und einem ausreichend zurechtgerücktem und zeitgenössischem Selbstbild. Die Regierung ist gut, Wirtschaftshaie sind oft bös und korrupt und besondere Situationen erfordern besonderes Handeln. Hey, und eine Spur Romantik ist sogar auch noch mit an Bord. Danke, auch an John Carpenter.

[Technik]
Optisch ist dieser Titel weder Genuss noch Strafe. Selbstredend gehen auch hier nicht die Jahre spurlos an der Qualität vorbei. Wir halten jedoch fest, dass der Titel „Black Moon“ hier recht gut ausschaut. Das Geschehen wird durch einen anamorphen Breitbild-Transfer im Format 1.85:1 transportiert. Einen gewichtigen Anteil der Aufnahmen schreiben wir künstlicher Ausleuchtung zu, richtiger Sonnenschein ist praktisch nicht vorhanden. Ebenfalls sind es überwiegend Sets, die sich durch dunkle Einrichtungen auszeichnen und meist nur wenige Farben aufweisen. Kontrast und Farbgebund gehen in Ordnung, nur selten rauscht es hier und dort ein wenig und die Kantenschärfe leidet. Verunreinigungen halten sich sehr in Grenzen und stellen keinerlei Problem dar. Auch die Kompression arbeitet ordnungsgemäß.

Die sehr zum Geschehen abgestimmte Musik besteht aus Elektro-Tönen, nahezu ausschließlich synthetisch. Angesichts der Tatsache, dass der Titel aus einer Zeit kommt, in der diese synthetische Musik im ersten Aufschwung war, nicht nur passend, sondern auch stilistisch erwähnenswert. Sie ist einfach, einprägsam und passt sehr gut in die Stimmung des Titels und weist etwas Zeitgeist auf, der aus heutiger Sicht zu gefallen versteht. Qualitativ gibt sich das Programm keine Blöße. Abgemischt im englischsprachigen Dolby Digital 2.0- oder aber der deutschen Synchronfassung im Dolby Digital 1.0-Gewand, kann surround-technisch nichts erwartet werden. Hintergrundgeräusche sind ohnehin rar gesät. Fehler gibt es nicht, Untertitel ebenfalls nicht.

[Fazit]
„Black Moon“ erscheint aus dem Angebot von Concorde Home Entertainment und bietet rund 96 Minuten Laufzeit an. Abgelegt sind die Inhalte auf einer einseitigen und einschichtigen DVD (Typ 5). „Black Moon“ wird allen John Carpenter-Fans bestimmt Freude bereiten, bei mir war das so. Erhältlich ist der Titel ab dem 4. August zu einem Preis von rund 11,- Euro im Online-Handel. Diese Version des Streifens erhält einige kurze Momente, in denen die englische Sprachausgabe vorherrscht. Wahrscheinlich eine Sequenz, die bislang hierzulande nicht im TV-Programm zu sehen war und mit der Altersfreigabe (FSK ab 16 Jahren) zusammenhängen könnte. Wie dem auch sei, „Black Moon“ zeigt und Jones und Hamilton vor ihren größten Erfolgen in einem gelungenen Titel.

Andre Schnack, 01.08.2011

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: