Brotherhood (Limited Edition)

Action/Drama/War
Action/Drama/War

[Einleitung]
Man mag sich streiten, ob diese Filme zu der Art an Unterhaltung gehören, die man sich des Öfteren anschaut. Die Meinung darüber fällt wahrscheinlich unter Geschmackssache. „Brotherhood“ (Originaltitel: Taegukgi hwinalrimyeo) von Regisseur Je-gyu Kang kommt aus dem DVD-Angebot der e-m-s new media in unser Heimkino. Je-gyu Kang nahm Platz im Regiestuhl und schrieb auch das Drehbuch. In den Hauptrollen der südkoreanischen Filmproduktion sind Dong-Kun Jang, Bin Won, Eun-ju Lee und Hyeong-jin Kong zu sehen. Wir konnten den 2004 abgedrehten Kriegsfilm genauer anschauen und berichten.

[Inhalt]
Südkorea 1950: Die Brüder Jin-Tae (Dong-Kun Jang) und Jin-Seok (Bin Won) werden bei Ausbruch des Koreakriegs von der Regierung eingezogen und müssen Familie und Habseligkeiten zurücklassen. Jin-Tae setzt alles daran seinen jüngeren Bruder vor den Gefahren des Krieges zu schützen, darum schließt er mit einem Offizier eine Vereinbarung: Er übernimmt die gefährlichsten Aufträge an vorderster Front, dafür wird Jin-Seok geschont. Jin-Tae steigt schnell zum gefeierten Kriegshelden auf, doch von seinem Bruder erntet er nur Verachtung. Der grausame Krieg eines geteilten Landes stellt auch die Blutsbande beider Brüder auf eine harte Zerreißprobe.
(Quelle: e-m-s new media)

[Kommentar]
Seitdem es Filme gibt, gehören auch Stücke über Kriege dazu. Ob es sich dabei um die Ausprägung im Form einer satirischen Auseinandersetzung, wie z.B. in „Starship Troopers“ handelt, oder es um waschechte Antikriegsdramen wie „Der Soldat James Ryan“ geht – Krieg finden wir in vielen Werken vor. Aus dem asiatischen Raum erscheint „Brotherhood“ vom Regisseur von „Shiri“. Wer letztgenannten Titel kennt, der weiß worauf er sich einlässt. Unter genau diesem Vorzeichen erscheint ein harter Kriegsfilm, der mit viel echtem Horror des Kriegs und Action aufwarten kann. Es handelt sich bei „Brotherhood“ um einen der teuersten und aufwendigsten Kriegsfilme Asiens. „Brotherhood“ brach in Südkorea alle Kassenrekorde und entwickelte sich zielstrebig zum erfolgreichsten Film Südkoreas überhaupt.

Hat dies etwas mit der politischen Lage mit Nachbarn Nordkorea zu tun? Keine Ahnung, dazu stecken wir zu wenig in den aktuellen Geschehnissen. Fest steht jedoch, dass es sich bei „Brotherhood“ um einen sehr gut gemachten Kriegsfilm handelt, der das versucht wiederzugeben, was in den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts im Zuge des Koreakonfliktes passierte. Dabei nimmt der Titel in der Inszenierung kein Blatt vor den Mund und stellt Dinge offen dar, die man eigentlich als normal denkender Mensch gar nicht wissen oder gar erleben möchte. Ohne daran zu zweifeln, dass solche Dinge wirklich stattgefunden haben. Die Erzählweise kann als klassisch bezeichnet werden, orientiert sich sogar vom Anfang her ein wenig an „Der Soldat James Ryan“.

Mit „Brotherhood“ gelang ein Kriegsfilm mit allen nur erdenklichen Formen des Kriegs. Hier wird zu Lande, Wasser und in der Luft gekämpft und die Gegner zeigen sich die Zähne. Es wird gekämpft bis aufs Blut. Übertrieben wirkt das Ganze nicht, denn immer wieder kehrt ein wenig Ruhe ein und die emotionalen Fähigkeiten des starken Casts können ausgeschöpft werden. Am Ende funktioniert die Zusammenstellung gut und jedem wird klar, dass Krieg auf keinen Fall Unterhaltung darstellt und dass es schlechte Zeichen sind, wenn Familie und Freunde zurückgelassen werden müssen. „Brotherhood“ fängt dieses Gefühl ein.

[Technik]
Wir erhalten „Brotherhood“ im anamorphen Widescreen-Transfer im Format 2.35:1 vor die Augen. Dabei fällt nach wenigen Minuten bereits auf, dass bewusst seitens der Filmemacher zu einem gröberen Bild gegriffen wurde. Soll heißen, ab und an ähnelt sogar das Bild ein wenig dem von „Der Soldat James Ryan“. So gibt es auch teilweise ähnlich verwaschene Farbflächen geringen Kontrastes, was eher an der Farbgebung als an dem Transfer liegt. Knackige, bunte Segmente sind nicht auszumachen. Das Bild wirkt ausreichend naturalistisch und plastisch, es hält den hohen Erwartungen an einen actiongeladenen Film stand. So tun rasche, wackelige Kamerabewegungen dem Sehvergnügen keinen Abbruch. An Negativmeldungen gibt es einen zarten Rauschschleier, der ab und an ins Auge fällt. Die Kompression hingegen verläuft gelungen.

„Brotherhood“ erscheint mit mehreren Tonspuren. So haben wir es mit einem Dolby Digital 5.1- und DTS-Sound in deutscher Sprache und einem Dolby 5.1-Soundtrack in koreanischer Sprache zu tun. Vom Inhalt her gibt es ordentlich Futter für den Mehrkanalton-Decoder. Und so wummt es stellenweise auch ordentlich aus sämtlichen, angeschlossenen Lautsprechern. Die Sprachausgabe – egal wie laut (denn oft wird gebrüllt) – ertönt aus dem Center-Speaker und kommt sich mit dem Music-Score und dem restlichen Ton praktisch nicht ins Gehege. In ruhigen Momenten gewinnt die Musik an Aufmerksamkeit und kann ihre emotionale Unterstützung gut ausspielen. Fehler oder Verzerrungen in Höhen und Tiefen sind nicht anzutreffen. Untertitel gibt es wahlweise in deutscher Sprache.

[Fazit]
e-m-s new media bringt uns einen ehrlichen und schonungslosen Kriegsfilm über eine grausame Auseinandersetzung ins Heimkino. Auf rund 143 Minuten erzählt „Brotherhood“ die Geschichte einer Familie, welche die Fratze des Koreakriegs miterleben musste. Abgelegt wurde der Film auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Es gibt den Streifen in einer „normalen Fassung“ und einer Special Edition (im Steelbook), welcher eine weitere Disc mit Bonusmaterialien beiliegt. Die getestete Haupt-DVD wies lediglich den Hauptfilm und ein paar Trailer zu weiteren Titeln auf. Die Extras der zusätzlichen Disc setzen sich aus folgenden Materialien zusammen:

* Making Of (41 Min.)
* Interviews (12 Min.)
* Originaltrailer
* Teaser
* TV Spots (3)
* Bildergalerie

Sämtliche Extras gefallen, wenngleich sie sich nicht in deutscher Sprache auf der Disc befinden. Deutsche Untertitel werden wahlweise eingeblendet. Die Extras füllen eine Laufzeit von rund einer weiteren Stunde und das Herzstück, das Making Of, vermittelt interessantes Wissen rund um den Film. Die Altersfreigabe von „Brotherhood“ liegt bei ab 16 Jahren. Erscheinungstermin war der 18. Dezember 2006, der Preis liegt bei etwas über 20,- Euro. Wer einen packenden Kriegs-Action-Film vor die Augen bekommen möchte, der liegt hier genau richtig.

Andre Schnack, 11.01.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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