Bruiser

Thriller/Horror
Thriller/Horror

[Einleitung]
Sunfilm Entertainment veröffentlicht George A. Romero’s (Die Nacht der lebenden Toten) aktuellsten Film als deutschsprachige DVD-Fassung: „Bruiser“ von 2000. Die US-amerikanisch-kanadisch-französische Co-Produktion zählt, wie es der Name des Regisseur und Drehbuchautors stark vermuten lässt, zum Genre des Horrors. Als Horror-Thriller zog der Film mit Jason Flemyng, Peter Stormare, Leslie Hope, Nina Garbiras, Andrew Tarbet und Tom Atkins in den Hauptrollen 2000 ins Kino, jedoch nur bedingt erfolgreich. Wir konnten uns ein Bild der Qualität der Scheibe machen.

[Inhalt]
Henry Creedlow (Jason Flemyng) ist ein Verlierer, ein Niemand, auf dem alle herumtrampeln – sein mieser, sexistischer Chef (Milo Styles), seine Frau (Nina Garbiras), die ihn betrügt, sein bester Freund (Andrew Tarbet), der ihn bestiehlt. Keiner hat Respekt vor dem überangepassten, unauffälligen Angestellten. Doch dann passiert etwas, das Henry für immer verändern wird: Als er eines Morgens aufwacht, hat er – im wahrsten Sinne des Wortes – kein Gesicht mehr. Eine glatte, weiße, identitätslose Maske hat sein Gesicht ersetzt. Diese völlige Anonymität bringt etwas in Henrys Innerem zur Explosion. Rache ist ab jetzt sein einziges Ziel. Das gesichtslose Phantom, das einmal Henry Creedlow war, wird zur Killermaschine, die es allen auf grausamste und blutige Weise heimzahlt. Niemand kann ihn aufhalten!

[Kommentar]
„Bruiser“ kommt leider insgesamt nicht an die hohe Qualität frührer Werke von Filmemacher George A. Romero heran, wie schade. Die Erwartungen waren hoch und werden auch weitgehend erfüllt; doch gibt es auch so einige negative Punkte an der Produktion, und diese ziehen das Fazit etwas in der Wertung nach unten. Der eigentlich überschaubare Plot, bestehend aus Rachegelüsten eines gebeutelten und stets unter den Gemeinheiten anderer leidenden Menschen, unterhält dank einer spannenden Umsetzung ganz gut. Doch leider sinkt das Niveau mit fortlaufender Geschichte und zunehmender Mystik. Wer doch genau in dieser Hinsicht etwas Toleranz aufweist, der ist 1. klar im Vorteil und hat 2. wesentlich mehr Spaß an dem Horror-Thriller, der auch akustisch gelungen untermalt wurde, was teilweise die Stimmung schürt. Die darstellerischen Qualitäten gefallen ebenfalls, wenn hier auch keine Glanzleistung empor ringt. Essenz: ein Film mit Tadeln, der Genre-Fans und Begeisterten des Regisseurs besser gefallen wird, als anderen.

[Technik]
Sunfilm Entertainment bringt „Bruiser“ in einem anamorphen Breitbildgewand im 16:9-Format 1.85:1 durch diese DVD-Veröffentlichung auf den deutschen Markt. Der gebotene Transfer weist Stärken sowie Schwächen auf, wobei sich letztere in einem akzeptablen Rahmen halten. Bei den Tests in den Kategorien Bildschärfe, Kontrast und natürliche Farbgebung verbucht „Bruiser“ Punkte auf dem Konto, von denen wiederum einige für kleinere Störungen und andere für einen gewissen Rauschfaktor draufgehen. Was bleibt ist ein Eindruck, der sich über dem Durchschnitt befindet.

Ton und Sunfilm Entertainment-DVDs waren in der Vergangenheit nicht immer beste Freunde, denn oftmals entpuppte sich der vermeintlich räumliche DTS-Klang als zerplatztes Luftschloss und etwas laue Nummer, die sich qualitativ im unteren Mittelfeld befand. Aber es bessert sich. So auch hier bei „Bruiser“. Die deutsche Synchronfassung gibt es in den Formaten: Dolby Digital 5.1- und 2.0 und DTS 5.1; der englische Originalton wird hingegen von einer Dolby Digital 5.1- und einer 2.0-Spur vertreten. Viele Unterschiede untereinander gibt es in der Akustik nicht gerade. Die Front bestimmt den Gesamteindruck stark mit, die klaren Dialoge gefallen auch gut – die musikalische Untermalung rundet das Angebot angenehm ab.

[Fazit]
„Bruiser“ aus dem Programm der Sunfilm Entertainment vermag als DVD-Fassung zu gefallen. Der Käufer kommt mit dieser Fassung in den Genuss der ab 18 Jahren freigegebenen Version, welche rund 96 Minuten Laufzeit aufweist. Die DVD liegt in den Videotheken seit dem 10. Juli zum Leihen aus und wird von der Kauf-Fassung am 9. Oktober ergänzt. Als Bonusmaterial erreicht man über das einfach strukturierte Menü folgende Features: 4 Trailer weiterer DVD-Veröffentlichungen, ein Musikvideo, der Original-Trailer zum Hauptfilm und Bio- und Filmografien. Als besonderes Schmankerl gibt es noch einen Audiokommentar von Regisseur George A. Romero und Produzent Peter Grundwald. Bis auf den Audiokommentar fällt die Bonusmaterailsparte nicht sonderlich üppig oder gar inhaltlich interessant aus, da wäre doch etwas mehr drin gewesen. Wer einen neuen Romero sucht und dazu keinen sonderlich hochwertigen Ton braucht, der kann hier zugreifen. Fans ohnehin.

André Schnack, 13.08.2002

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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