Cargo – Da draussen bist du allein

Science-Fiction
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[Einleitung]
„Cargo – Da draussen bist du allein“ (Originaltitel: Cargo) ist eine Schweizer-Filmproduktion, welche vom ersten Kontakt an seitens der Titel-Cover-Kombination an „Solaris“ erinnerte, der mich dazumal nur bedingt beeindrucken konnte. Was haben die Schweizer hier also gemacht? Wir konnten uns den Titel des Regisseur-Duos Ivan Engler und Ralph Etter genauer anschauen und berichten über den mysteriös anmutenden Science-Fiction Thriller. Das Drehbuch basiert auf einer Geschichte von Arnold Bucher. In den führenden Rollen sehen wir Martin Rapold, Michael Finger, Claude-Oliver Rudolph und Yangzom Brauen. Diese Blu-ray Disc Fassung von „Cargo“ erscheint im Angebot von Ascot Elite Home Entertainment und wir gingen auf die Reise. Der US-Untertitel lautet „Space is cold“ – wir zogen uns warm an.

[Inhalt]
Seit dem Öko-Kollaps der Erde lebt der grösste Teil der Menschheit im All, in hoffungslos überfüllten Raumstationen. Die einzige Hoffnung, diesem Chaos zu entkommen, ist RHEA, ein paradiesischer Planet, 5 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Geschichte von „Cargo“ spielt auf dem heruntergekommenen Raumfrachter KASSANDRA, auf seinem Weg zur abgelegenen Station 42. Die junge Ärztin Laura ist als einzige wach an Bord. Der Rest der Besatzung: tiefgefroren im Kälteschlaf.

Erst in vier Monaten wird Laura ihre lange Schicht überstanden haben. Während ihrer täglichen Kontrollgänge durch das gespenstisch leere Schiff hat Laura immer mehr das Gefühl, nicht alleine an Bord zu sein. Eine Erkundungsmission in den dunklen und eiskalten Frachtraum endet in einem Fiasko. Der Rest der Besatzung wird geweckt. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, in welchem nichts so ist, wie es erscheint. Was verbergen die geheimnisvollen Frachtcontainer und wer oder was ist noch an Bord?
(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

[Kommentar]
Die atmosphärische Wirkung von „Cargo“ nahm während des Konsums des Films großen Einfluss auf mich. Es ist toll, denn die computergenerierten Effekte tragen nicht zu dick auf, es sind tolle Aufnahmen von gigantischen Stationen im Weltraum – unseren eventuell zusätzlichen Lebensräumen der Zukunft – mit von der Partie. Die Momente voll eisiger und ungemütlicher Stille stimmen den Geschmack von Einsamkeit und Isolation ein. Im Endergebnis passt jedoch nicht nur das, sondern das gesamte technische Drumherum verdient sich seine Sporen und wir nehmen professionelle Handwerkskunst zur Kenntnis. „Cargo“ hat keine Geschichte, die sich durch totale Abwechslung oder Innovation ihren Weg bahnt, sondern vielmehr durch die etwas eigene Grundstimmung und der dichten Atmosphäre.

[Technik]
„Cargo“ besticht mit tollen Bildern, die nicht nur inhaltlich gefallen, sondern es auch schaffen durch die technischen Feinheiten zu brillieren. Es ist tatsächlich so, dass wir als Betrachter den offensichtlichen Vorteil höherer Kantenschärfe und Detailzeichnung wahrnehmen. „Cargo“ nutzt die Potenziale gut und umsorgt den Betrachter mit einem 16:9-High Definition Transfer in vollen 1080p Bildern im Format 2.35:1. oftmals ist es eine nur bedingt gute Ausleuchtung, die wir hier vorfinden. Stets künstliches Licht, überwiegend dunkle Momente. Hinzu gesellt sich ein oftmals etwas störend auffallender Ruckeleffekt bei zu raschen Bildern. „Cargo“ kombiniert die wahrscheinlich günstigeren Render-Aufnahmen mit Echtbildern geschickt und so, dass dies nicht weiter negativ auffällt. Qualitativ waren wir zufrieden, allerdings nicht in absolut jeder Hinsicht.

Auch der Ton lässt sich hören. Der Film bedient sich einem recht eigenen Geräusche-Set. Es kommt so, dass wir neben zahlreichen Fassungen von Zugluft auch ein breites Spektrum an meist metallischen Umgebungsgeräuschen wahrnehmen können. „Cargo“ bietet zudem einen recht kühlen Ton, was die Stimmung angenehm unterstreicht und verstärkt. Der Titel weist sich mit wahlweise deutschem oder englischsprachigen DTS 5.1 HD Master Audio-Sound aus, Untertitel konnten wir zu den beiden Tonspuren nicht ausfindig machen. Die Extras sind stellenweise mit Untertitel-Begleitung. Neben einer facettenreichen Stille eines reisenden Raumschiffs variierend die mechanisch, metallischen Geräusche und es bieten sich sehr stimmungsvolle, meist recht unbehagliche Momente.

[Fazit]
Mit „Cargo – Da draussen bist du allein“ kommt ein Science-Fiction Thriller, der sich irgendwo zwischen dem zu langatmigen „Solaris“ und dem wesentlich action-lastigeren „Pitch Black“ befindet. Die Laufzeit von rund 111 Minuten findet Platz auf einer einseitigen und einschichtigen Blu-ray Disc mit 25 GB Fassungsvermögen. Der Film wird in dieser uns vorliegenden Fassung mit einer Altersfreigabe von ab 16 Jahren ins Rennen geschickt. „Cargo“ bietet ein thematisch passendes Menü, welches den Zugriff auf die folgenden Extras ermöglicht:

– Making of
– Behind the Scene-Featurette
– Entfallene Szenen & Bloopers
– Bildergalerien
– Trailer und TV-Spots
– Exklusive TV-Berichte

Das ist ordentlich, auch in Anbetracht des Bekanntheitsgrads des Titels „Cargo“. Es handelt sich schon eher um ein Nischenprodukt, welches jedoch unbedingt einem breiten Publikum zugeführt werden soll. Ascot Elite Home Entertainment schafft eine rundum ordentliche Blu-ray Disc Erscheinung zu erzeugen. Es sind die gelungene Inhalt, die guten Extras und die Technik, die nur an einigen Stellen etwas optimierungsbedürftig erscheint. Erscheinungstermin ist der 15. April 2010 zu einem Preis von rund 17,- Euro, der Verleih startet bereits am 8. März.

Andre Schnack, 04.03.2010

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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