Colossal

Action/Comedy/Drama
Action/Comedy/Drama

[Einleitung]
Eine Komödie mit dem Titel „Colossal“ erschien unter Geldern verschiedener Länder 2016 unter der Regie und Drehbuch von Nacho Vigalondo. Vor der Kamera sehen wir Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Dan Stevens, Austin Stowell sowie Tim Blake Nelson. „Colossal“ erscheint im Angebot von universumfilm auf High Definition Blu-ray Disc. Ich konnte mir den Titel genauer anschauen und berichten. Mir gefallen lustige Filme, die dann auch noch auf einer wohl einfachen Grundidee fußen. „Colossal“ erweckte den Anschein, auch ein Erfolg zu sein…

[Inhalt]
Katastrophenalarm in Seoul: Ein gigantisches Monster taucht plötzlich nachts aus dem Nichts auf, verwüstet die Stadt und verschwindet wieder in der Dunkelheit. Als die rätselhaften Angriffe sich wiederholen, stellen sich alle die Frage, welchen Ursprung die Attacken haben könnten. Zur gleichen Zeit in den USA: Das Partygirl Gloria hat ihren Job verloren und wird von ihrem Freund Tim vor die Tür gesetzt.

Gloria kehrt kurzerhand dem New Yorker Stadtleben den Rücken und zieht zurück in ihr Heimatstädtchen, um sich dort darüber klar zu werden, ob sie weiterhin ihre Zeit in schäbigen Bars verschwenden oder ihr Leben endlich verändern will. Die Entscheidung wird ihr abgenommen, als sie entsetzt feststellt, dass es eine Verbindung zwischen ihr und den Vorfällen in Seoul gibt: Das Ungeheuer reagiert auf Glorias Bewegungen!
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Ich bin kein nennenswerter Fan von Anne Hathaway, mir gefallen viele ihrer Filme. Mir gefiel dieses Werk jedoch nicht vollends. Vielleicht lag es daran, dass meine Erwartungshaltung irgendwie zu viel Comedy-Faktor aufwies, den ich dann allerdings eben im Film nicht finden konnte. „Colossal“ hat durchaus Momente, in denen die Ideen und ihre Umsetzung einen hervorragenden Gütegrad erreichen – ich war zu diesen Momenten mit Sicherheit bestens unterhalten. Überwiegend jedoch liess mich der Film über Strecken mit einem Fragezeichen im Gesicht zurück.

Ja, die Vergangenheit der vermeintlich konfusen und weniger ambitionierten und ehrgeizigen Hauptfigur aufarbeiten, das mag ein Ziel der Erzählung hier sein. Dann den Bogen zu irgendetwas vollkommen übersinnlichen und fantastischen spannen – eine taffe Aufgabe. Und nicht zuletzt auch durch die Figuren unterhalten – nicht weniger schwierig, diese Aufgabe. Wenn dann noch alles richtig läuft, dann erinnert man sich vielleicht auch nach dem Film noch positiv an die Geschichte.

So ist das hier allerdings leider nicht. Einige Elemente der Erzählung kann ich nicht einordnen, so ist und bleibt mir der zweite Kumpel von Oscar, Joel, ein völliges Rätsel. Er verkörpert eher den allgemeinen Redneck, der nie aus der Provinz der USA herauskam und damit auch soweit zufrieden ist, so lange er sein ruhiges Leben hat. Doch was soll das? Bis auf diese Interpretation meinerseits fiel mir kein weiterer Nutzen von Joel für die Geschichte ein. Anders ist dies bei Gloria und Oscar, sie sind die Kräfte, die hier wirken…

So dümmlich einem auch die Geschichte im Kern erscheinen mag, so ist sie doch genial und einfach zugleich. „Colossal“ hat einen durchaus sehenswerten Humor, der über die Laufzeit hinweg mit Einschränkungen unterhält. Nicht immer wurde ich schlau aus den Dialogen und einige Dinge wirken sehr zusammengesetzt und konstruiert, als das man eben darüber hinweg sehen muss, damit sich die Fantasie weiter ausdehnen kann. Schauspielerisch fand ich das alles hier eher mittelmäßig.

[Technik]
Viele Aufnahmen finden in einem eher schummerig ausgeleuchteten Umfeld statt. Oftmals sind es künstliche Lichtquellen oder aber die Umgebung ist in die tiefe, dunkle Nacht eingehüllt. So oder so kommen die prallen, von Sonnenlicht verwöhnten Kontraste hier nicht zur Geltung, eher geht es im Grundrauschen des Farbenspiels fahler und dunkler zu. Die computergenerierten Bilde gefallen gut und wirken zu keinem Zeitpunkt sonderlich künstlich. Alles passt soweit, hätte meines Erachtens jedoch eine Spur mehr Freundlichkeit vertragen können. Die Kantenschärfe und der Detailgrad sind in Ordnung.

Neben dem 1080p-Aufnahmen im Format 2.40:1 gibt es auch High Definition Ton natürlich mit an Bord dieser Disc. Es kommt dabei das Tonformat DTS-HD 5.1 zum Einsatz, und zwar wahlweise in den Landesfassungen Englisch und Deutsch. Untertitel sind ebenfalls in den beiden vorgenannten Sprachen aufzufinden. „Colossal“ begibt sich tonal auf keinerlei Neuland. Alles ist gewohnt, standardisiert räumlich durch Ansprache auf den „hinteren“ Kanälen und lädt zum Wohlfühlen ein. Die klare Sprachausgabe findet vorrangig auf dem vorderen Bereich statt.

[Fazit]
„Colossal“ konnte auf mich nach dem Trailer den Appetit auf mehr wecken. Doch diesen Appetit vermochte die Laufzeit von rund 109 Minuten nicht ganz zu stillen. Das ist schade, zumal das Ausgangsmaterial eigentlich ganz gut und frisch ist. Doch die Kreation geht nicht ganz auf, zu viele Aspekte blieben mir trotz einiger guter Gedanken und lustiger Momente zu undurchdacht. „Colossal“ hat technisch eine gute Abbildung erhalten und vermag gewiss den Charme der Hathaway-Fans auf sich zu ziehen. Als Bonusmaterial gibt es eine rund 20minütige Featurette. Erschienen am 1. Dezember 2017 mit FSK 12 zu rund 14,- Euro.

Andre Schnack, 13.12.2017

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆