Colossus – The Forbin Project

Science-Fiction/Thriller
Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
Joseph Sargent führte Regie beim mittlerweile zum Klassiker und gleichermaßen Insider-Tipp avancierten Titel „Colossus – The Forbin Project“ von 1970. Das Drehbuch des Science-Fiction Thrillers fertigte James Bridges nach dem gleichnamigen Roman von D.F. Jones, einem mittlerweile verstorbenen, britischen Science-Fiction Autor. In den führenden Rollen von „Colossus“ sehen wir Eric Braeden, Susan Clark, Gordon Pinsent, William Schallert sowie Willard Sage und weitere. Diese High Definition Blu-ray Disc Version erscheint aus dem Programm von ostalgica unter der Reihe HollywoodClassics.

[Inhalt]
Der Informatiker Dr. Charles A. Forbin lässt im Auftrag seiner Regierung ein gigantisches, in einem Berg errichtetes Elektronengehirn mit dem Namen „Colossus“ bauen. Es dient der Verteidigung der USA. Kurz nach der Aktivierung von Colossus, stellt das System fest, dass es ein weiteres Projekt auf der Erde gibt. Es handelt sich um Guardian, einen von der UdSSR entwickelten Verteidigungscomputer.

Beide Systeme finden ein gemeinsames Kommunikationsmittel und beschließen, die Weltherrschaft zu übernehmen, weil sie überzeugt sind, dass der Mensch ohne ihre Anleitung sich selbst und seinen Planeten zerstört. Es gilt, die beiden Elektronengehirne auszuschalten, um der Menschheit einen Zukunft in Freiheit zu sichern…
(Quelle: ostalgica / HollywoodClassics)

[Kommentar]
Es ist der Kalte Krieg, die westliche Welt, maßgeblich die Vereinigten Staaten von Amerika, sowie die damalige, zusammengeschlossene Sowjetunion, die UdSSR, stehen sich gegenüber – bis zu den Zähnen bewaffnet mit Atomwaffen. Kalter Krieg, Atomwaffen und die aufkeimende technologische Revolution der Computer-Branche sind die Faktoren, die hier im Prinzip behandelt werden.

Optisch war der Film dazumal mit Sicherheit sehr innovativ und vielleicht sogar etwas gewagt. Neben ausdrucksstarker und futuristisch angehauchter Architektur gibt es auch kleinere Computer, die etwas ausschauen wie die ersten bunten iMacs. Außerdem ist die Vorstellung eines im Berg versteckten und gesicherten Super-Computers recht frisch und mit Sicherheit für die damalige Zeit auch gewissermaßen furchteinflössend. Dabei sprechen wir von jener Zeit, in der Computer vor allem groß waren, oftmals wild leuchtende Lämpchen trugen und im Film natürlich stets lustige Piepgeräusche machten und sogar noch Papier zur Anzeige des Outputs spuckten.

So ungefähr ist das Setting vor dem „Colossus“ startet. Und der Film startet schnell, fährt auch rasch hoch und bereits binnen der ersten 15 Minuten passiert das, was uns den gesamten Film über beschäftigen wird. Mir gefiel diese voreingenommene Menschheit, die dann durch den selbst erschaffenen Big Brother mit resoluter Durchsetzungskraft am Nasenring durch die Arena gezogen wird. Für die damaligen technologischen Gegebenheiten war diese Vision tollkühn und innovativ. Dieser Stoff ist es, aus dem großartige Science-Fiction Ideen entstehen, siehe „Terminator 2“ und weitere Hollywood-Beispiele.

[Technik]
„Colossus – The Forbin Project“ erscheint hier auf einer High Definition Blu-ray Disc mit einem 1080p-Bildtransfer im Format 2.35:1. Wir sollten uns hier noch einmal in den Kopf rufen, dass der Film von 1970 ist – das ist immerhin schon 48 Jahre her. Vor diesem Hintergrund bin ich zufrieden mit den visuellen Leistungen des Blu-ray Datenträgers. Die Panavision- und Technicolor-Bilder haben ein bisschen den typischen Charme der späten 60er Jahre-Aufnahmen. Doch der Kontrast und auch die Farbgebung sind in Ordnung. Natürlich könnten die Konturen klarer sein und hier und dort verzieht es die Rändern einiger Objekte ein wenig. Ansonsten ist alles soweit in Ordnung.

Mit dem Ton wird hier kein großartiger Blumentopf gewonnen, denn das Alter trotzt dem Format. Eingesetzt wurde ein DTS-HD Format, wahlweise können wir der englischen Originalversion oder aber der deutschen Synchronfassung lauschen. Primäres Tonelement ist der Dialog; egal in welcher Sprache, die Verständlichkeit ist hoch und sauber. Längst nicht vergleichbar mit aktuellen Werken, dennoch gibt es einige Hintergrundgeräusche und auch etwas musikalische Begleitung, jedoch nur selten (was dazumal durchaus üblich war). Räumliche Weite oder ein nennenswertes Klangspektrum gibt es nicht.

[Fazit]
„Colossus – The Forbin Project“ war kein Film, den ich nun unbedingt noch sehen musste. Doch auf der anderen Seite stand der Gedanke, dass es einer dieser Filme ist, die einer Art Grundlage für die moderne Kino-Science-Fiction gelegt haben. Und so sah ich ihn mir schlussendlich an und war begeistert. Ich wurde gut unterhalten und die Gedanken hinter dem Titel sind nach wie vor aktuell und irgendwie auch beängstigend, wenngleich wir näher dran sind an dieser Vision als je zuvor. Die Spieldauer beträgt ca. 100 Minuten und der Titel erschien mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren am 17. Juni 2016. Ein empfehlenswerter Klassiker.

Extras: Trailer mit Kommentar von John Landis, eine Bilderschau, The Real Colossus, Programmtipps und Hintergrundinformationen. Abgelegt auf einer zusätzlich enthaltenen DVD-ROM steht dies der Veröffentlichung gut. Als Offline-Feature gibt es noch zwei „Colossus“-Aufkleber. Cool.

Andre Schnack, 26.10.2018

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆