Cut

Thriller/Horror
Thriller/Horror

[Einleitung]
Von Sunfilm Entertainment wird die australisch-amerikanische Horror-Produktion „Cut“ von Regisseur Kimble Rendall auf DVD für den deutschen Markt veröffentlicht. Der in diesem Jahr abgedrehte Streifen wartet mit einer unbekannten Besetzung auf, bietet aber für Fans des Horror-Genres mit Sicherheit einige interessante Aspekte. In einer kurzen Rolle ist Pop-Star Kylie Minogue zu sehen. Auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest war der Streifen sehr erfolgreich und wurde umjubelt. Wir nahmen uns der DVD an und schauen mal wie es graust…

[Inhalt]
14 Jahre sind vergangen, seitdem der Darsteller des maskierten Killers in dem Horrorfilm „Hot-Blooded“ die Regisseurin Hilary (Kylie Minogue) auf bestialische Weise tötete. Jetzt will die attraktive Filmstudentin Raffy (Jessica Napier) den verfluchten Film fertig stellen: sie kann sogar die damalige Hauptdarstellerin Vanessa (Molly Ringwald) überreden, wieder mitzumachen. Mit einem jungen Team soll die schaurige Mär an den Originalschauplätzen abgedreht werden – gegen den ausdrücklichen Willen von Raffys Lehrer Lossman (Geoff Revell), der seinerzeit als Regieassistent Zeuge der Bluttaten geworden war. Kaum hat der Dreh begonnen, muss Raffy feststellen, dass der Tod ständiger Begleiter der Filmarbeiten von „Hot-Blooded“ ist – und er hat den Final Cut…

[Kommentar]
„Cut“ gehört in die Schublade der Independent-Produktionen, was nichts schlechtes heißen soll. Mit einem relativ geringen Budget spielte man gekonnt mit der Kamera und dem Ton, erzeugte eine gelungene Atmosphäre und eine interessante Hintergrundgeschichte zum Film. Ab und an hätte man sich das Ganze schon noch eine Ecke spannender gewünscht, dafür wurden die „Todesszenen“ allerdings gewitzt inszeniert. Der Einsatz von Blut ist zwar üppig, dennoch nicht übertrieben. Man orientierte sich offensichtlich an großen Namen und deren Werken, so wird im Kopf des Betrachters die eine oder andere Einstellung aus „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ wach – was „Cut“ aber keinesfalls zur Kopie oder zu einem Plagiat erscheinen lässt. Der Film besitzt gelungene, darstellerische Talente und verfügt über eigenen Charakter und gefällt insgesamt. Durch einige Innovationen schafft er es, vielen billigen Horrorfilmen ein ganzes Stück voraus zu sein.

[Technik]
Die Technik des Films langt für eine Produktion eines solchen Kalibers vollkommen aus, muss aber etwas getadelt werden. So erstrahlt das Gruselgeschehen im 1.78:1-Breitbildgewand und wurde anamorph auf der Scheibe abgelegt. So füllt das Geschehen die komplette Mattscheibe eines Breitbildgeräts aus – schön. Nicht so schön: die leider recht häufig auftretende Unschärfe im Bild. Das Geschehen wirkt stets etwas verschwommen und unscharf, die Farbgebung und der Kontrast überzeugen hingegen. Auch der Schwarzanteil des Bildes, und davon gibt es nicht zu wenig, versteht zu gefallen und hinterlässt genügend Bilddetails.

Sound gibt es auf deutsch und englisch, jeweils in Dolby Digital 5.1 und Dolby Surround. Die Thematik des Films bietet auch Nahrung für ein Mehrkanaltonsystem und so beschäftigt der Ton auch bei einigen Einlagen die Surround-Lautsprecher, zum Erzeugen von Raumtiefe durch Hintergrundgeräusche und einige Soundeffekte. Die Sprachausgabe lokalisiert man aus dem Center-Speaker. Rauschen und Verzerren bleiben dem Sound Fremdwörter. Optionale Untertitel gibt es in deutscher Sprache.

[Fazit]
„Cut“ überraschte mich positiv. Entgegen meinen Erwartungen bringt der Film Spaß anzusehen und nimmt Abstand von stumpfen Horror-Flicks, in denen literweise Blut fließt. Die Regiearbeit von Kimble Rendall gefällt und sorgt für etwas trashige, aber unterhaltsame 80 Minuten Grusel. Zur technischen Umsetzung fällt das Bild etwas negativ aus der Reihe, ansonsten wird aber eine qualitativ hochwertige Umsetzung erzielt. Der ab 18 Jahren freigegebene Film wurde auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) abgelegt und mit folgenden Extras ausgestattet: 3 Trailer, Storyboards, Filmausschnitte (bestimmte Szenen) und ein 2minutenkurzes Making Of. Cast & Crew-Infos auf Texttafeln (deutsch und englisch) und Interviews mit insgesamt 12 Beteiligten liegen ebenfalls bei. Ferner gibt es noch die Möglichkeit, 58minutenlang den Soundtrack des Films zu hören. Auf dem DVD-ROM Part der DVD befindet sich dann noch ein Bildschirmschoner für PC & MAC und ein paar Bilder für den Desktop. Die Menüs wurden animiert und sind einfach zu bedienen. Wer also an Filmen im Stile bekannter Horror-Klassiker wie „Nightmare On Elmstreet“, „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ erinnert werden möchte und Spaß hat, der greift hier zu.

Andre Schnack, 19.12.2000

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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