Dark Memories

Horror/Thriller
Horror/Thriller

[Einleitung]
Unter der Bezeichnung „Dark Memories“ erscheint aus dem DVD-Angebot der Sony Pictures Home Entertainment ein Film, der im Originaltitel „Fear Itself: Dark Memories“ heißt. Als US-amerikanische Video-Produktion umgesetzt sind einige namhafte Darsteller mit im Boot, so zum Beispiel Tom Sizemore, Randall Bainkoff, Jenny Mollen und Gina Philips. Das Drehbuch wurde von Alex Barder, Jim Suthers, Michael Tabb und Rubi Zack geschrieben, den Regisseur-Platz hingegen besetzte Rubi Zack, der mit diesem Film gleichfalls sein Regie-Debüt aufs Parkett legte. Wir konnten uns den vermeintlich düsteren Thriller genauer ansehen und berichten über die technischen Qualitäten der Disc, ihren Inhalt und die Ausstattung.

[Inhalt]
Karen (Gina Philips) erfüllt pflichtschuldig, wenn auch mit wenig Begeisterung, den letzten Wunsch ihrer Großmutter und fährt zu dem einsamen, heruntergekommenen Anwesen der Familie, wo sie selbst aufgewachsen ist, um es zu verkaufen. Sehr schnell wird Karen klar, dass sie nicht allein auf dem Grundstück ist: In einer Hütte am Pferdestall lebt der exzentrische, geheimnisvolle Hausmeister Pierce (Tom Sizemore). Mit jeder Nacht, in der sie das verstaubte Herrenhaus durchstöbert, verwandeln sich Karens glückliche Kindheitserinnerungen zunehmend in Alpträume. Die verängstigte Karen atmet auf, als ihre Schwester endlich eintrifft, doch die Situation droht durch Pierces zunehmende Gewalttätigkeit außer Kontrolle zu geraten. Plötzlich finden sich die beiden Frauen gefangen in einem Haus, das ihnen Angst und Schrecken einjagt. Karen hat keine andere Wahl: Sie muss sich einem beängstigenden Blick in eine Vergangenheit stellen und begibt sich auf eine Gratwanderung zwischen bösen Erinnerungen und tödlicher Realität.
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
Ein kurzer und knackiger Thriller mit guten Momenten, so könnte ein Fazit ausschauen, bzw. sich anhören. Steckt denn vielleicht sogar noch etwas mehr in „Dark Memories“? Nein, leider nicht. Denn bei all den guten Namen, wobei es letztlich dann doch nicht mehr so viele sind, und die Grundidee in Ehren, so richtig positiv auffallen und gefallen kann „Dark Memories“ nicht. Dazu fehlt es dem Titel einfach an inhaltlicher Tiefe. Die Story ist ja ganz nett, jedoch bietet sie neben dem Gewöhnlichen wenig Innovation und Überraschungen. Selbst die Rolle des Tom Sizemore ist einem praktisch von Beginn an klar und spätestens nach dem Lesen des Verpackungstextes ist klar, wer hier den Bösen mimt. Macht ja auch nichts, denn der Film hält sich weitgehend an die gängigen Thriller-Regeln, umsorgt den Betrachter am Ende mit einigen Antworten und dennoch offenen Fragen und schließt irgendwie im Sinne eines „Happy Ends“ ab, ohne dabei den Konflikten aus dem Weg gegangen zu sein. Die Masken und Kostüme gefielen, die Sets – zumeist das im Abgelegenen liegende Haus – versprühen ebenfalls eine gewisse Atmosphäre.

[Technik]
„Dark Memories“ kommt im anamorphen 1.85:1-Widescreen-Transfer daher. Das 16:9-Bild weist von Beginn an eine sehr gute Farbsättigung und einen gelungenen Kontrast auf, der kaum Bilddetails verschlingt und auch in den zahlreichen dunklen Aufnahmen nicht ausschließlich den Schatten feiert. Trotz eines intensiven und sehr wirkungsvollen Schwarz-Levels. Aber selbst in diesen Aufnahmen weist das Bild noch eine ausreichende Plastizität auf. Die Kantenschärfe ist niemals so richtig gut, kann jedoch die Erwartungen erfüllen und sich auf einem Niveau im oberen Mittelmaß einpendeln. Nur selten neigt das Geschehen bei knackigen Kontrasten ein wenig zu überstrahlen, was im gleichen Atemzug mit dem durchgängig vorhandenen Rauschfaktor zu nennen ist. Richtig stören kann dieses Manko zwar nicht, dennoch hätte dem Transfer ohne diese Rauschfaktoren eine bessere Bewertung geblüht. Kompressionsartefakte oder Drop-Outs treten nicht auf.

Ton ist bei Filmen mit Ausrichtung auf Spannung und „Gruselfaktor“ eine wichtige Sache. Nicht nur bezüglich des richtigen Soundtracks, wie wir spätestens seit John Carpenters „Halloween“ wissen, nein, auch die weiteren akustischen Elemente wie Hintergrundgeräusche, klare Sprache und rasant ausgespielte Effekte zielen auf die Stimmung ab und tragen ihren Teil zum Film bei. „Dark Memories“ erscheint im Dolby Digital 5.1-Gewand in den Sprachfassungen Deutsch und Englisch und kann in beiden Versionen eine gute Figur abliefern. Entgegen etwaigen ersten Erwartungen haben wir es keinesfalls mit einem Feuerwerk an Surround-Effekten zu tun, vielmehr geht die Mehrkanaltonspur subtil vor und sucht sich einige passende Momente, welche dann in einer gelungenen Qualität wirkungsvoll ausgespielt werden. Verständliche Sprachausgabe gehört ebenfalls dazu. Untertitel gibt es in den Sprachen Deutsch, Englisch und Türkisch.

[Fazit]
„Dark Memories“ verfügt über eine – aus heutiger Sicht gering bemessene – Spielzeit von ca. 85 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren und gemessen am Inhalt erscheint diese Einstufung sinnvoll, ohne dass der Film mit zu viel Blut oder extremer Gewaltanwendungen nach vorne prescht. „Dark Memories“ ist spannend und kurz, zumal die richtige Action erst nach rund 58 Minuten einsetzen will und dann auch schon praktisch wieder vorbei ist. Die leichten Züge eines Mystery-Thrillers gefallen, vollenden jedoch nicht ihre Wirkung. Extras? Oh ja, es gibt 6 Trailer über das sehr schlichte und weniger ansprechend gestaltete Menü zu erreichen. Das war es dann jedoch leider auch schon zum Bereich der Bonusmaterialien an Worten. Wie schade, dass es zu keiner Featurette oder einem Making Of gereicht hat. Sony Pictures Home Entertainment veröffentlicht den Titel am 25. Juli.

Andre Schnack, 12.07.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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