Das Superhirn (Doppel DVD Edition)

Comedy/Crime
Comedy/Crime

[Einleitung]
1969 drehte Regisseur Gérard Oury seinen Film „Das Superhirn“ (Originaltitel: Le Cerveau) nach einem Drehbuch von Marcel Jullian und Gérard Oury. Mit großen Schauspielern in den lustigsten Rollen konnte sich der Titel zu einer Art Zuschauer-Magnet entwickeln und feierte großen Erfolg. Gérard Oury, der eine Vielzahl der Louis de Funès-Filme abdrehte, konnte für seinen Comedy-Streich neben David Niven, Jean-Paul Belmondo, Bourvil, Eli Wallach und Silvia Monti für die tragenden Rollen verpflichten. Die DVD-Fassung in Form einer 2-DVD umfassenden Special Edition erscheint aus dem Angebot der universumfilm. Sie umfasst die deutsche Kinofassung und die um einige Minuten längere Original-Version des Films.

[Inhalt]
Unter dem Pseudonym „Das Superhirn“ ging der britische Oberst Carol Matthew einst in die Raubzug-Memoiren ein: Er wagte es als Erster überhaupt, den gut bewachten Postzug zwischen Glasgow und London zu überfallen. Seitdem gehört der Meisterdieb zur Crème-de-la-Crème der Einbrecher – und sein Job als Oberst bietet ihm die perfekte Tarnung hierfür. Als Oberst Matthew nun dienstlich den millionenschweren NATO-Geldtransport zwischen Frankreich und Belgien überwachen soll, wird ihm der nächste Coup quasi auf dem Silbertablett serviert. So leicht konnte sich das „Superhirn“ noch nie die Milliönchen sichern. Doch dann kommen ihm weitere „Geld-Interessenten“ in die Quere: das schräge Ganovenduo Arthur und Anatole sowie die Mafia wollen sich ebenfalls das NATO-Geld unter den Nagel reißen…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Jean Paul Belmondo – heute über 70 Jahre jung und gerade noch einmal Vater einer Tochter geworden – war schon zeitweise ein toller Typ im Kino. Keine Frage. So auch in „Das Superhirn“ an der Seite von David Niven. Und ich weiß bis heute nicht, um was für eine Art Streifen es sich eigentlich handeln soll: um eine Comedy oder einen leichten Thriller. Irgendwie hat der Film von beiden etwas, und davon nicht zu wenig. Also trifft die von universumfilm getroffene Bezeichnung „Gauner-Komödie“ wohl sehr gut. Eine Komödie, bei der sich der Humor allen voran aus Albernheiten zusammensetzt, die nicht selten aus Slap-Stick-Einlagen bestehen. So scheitert der Befreiungsversuch anfänglich beinahe daran, dass die beiden Figuren aneinander vorbei graben. Oder eine Autoantenne bohrt sich durch die Textilien zweier vermeintlich unauffälliger Beobachter und sorgt für Chaos.

Insgesamt – und das trotz aller Albernheiten – gewinnt der Film „Das Superhirn“ nicht durch seine Absurdität, sondern durch seinen versprühten Charme die Gunst des Betrachters. Am ehesten gleichzusetzen im Vergleich wäre der Titel heutzutage wahrscheinlich mit einem „Ocean’s Eleven“. Man bediente sich beim „Superhirn“ den einfachsten und doch wirkungsvollsten Mitteln. So haben wir es mit Effekten und Tricks zu tun, die heutzutage keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Geschweige denn, dass sie als zeitlos zu bezeichnen sind. Das gesamte Tempo der überschaubaren und doch ausreichend komplexen Geschichte hält sich in Grenzen, die lustigen Situationen ziehen sich dabei konsequent über die Laufzeit, was Unterhaltung bis zum Schluss bedeutet.

[Technik]
Natürlich kann es ein 1969 abgedrehter Titel nicht mit aktuellen Werken auf DVD aufnehmen, und dennoch erlangt universumfilm mit ihrer „Das Superhirn“ DVD einen guten Platz unter Berücksichtigung des Alters. Letztlich liegt das zu einem großen Teil daran, dass sich der Titel bereits als Cinemascope-Film etablierte und hier mittels eines anamorphen Breitbild-Transfers im Format 2.35:1 auf dem Wiedergabegerät breit macht. Die erreichten Werte in Sachen Farbsättigung, Kontrast und Kantenschärfe spiegeln nicht den aktuellen Stand der Zeit wider, halten dennoch ein gutes Niveau und geben kaum Anlass zur negativen Kritik. Selbst Bildfehler wie Nachzieheffekte, lästige Drop-Outs und einfache Verunreinigungen halten sich glücklicherweise sehr in Grenzen und die Kompression geht in beiden Fassungen ordentlich zu Werk.

Tontechnisch liegt „Das Superhirn“ zurück, denn 35 Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Abgemischt im Dolby Digital 2.0-Format können wahlweise deutsche oder französische Sprache vernommen werden. In der Langfassung auf der zweiten Disc wird ab und zu ein wenig gemischt, da nicht alle Szenen in der deutsch synchronisierten Filmfassung enthalten waren. Qualitativ gibt es entsprechende Abstriche hinzunehmen. So fehlt es der Akustik an räumlicher Weite und Höhen und Tiefen werden nicht wirklich ausgesteuert. Die musikalische Begleitung wirkt etwas fern und wenig vollmundig. Neben den Umgebungsgeräuschen gibt es auch die Sprachausgabe aus dem Center-Speaker. Untertitel sind teilweise in deutschen Lettern vorhanden, jedoch nur dann, wenn niemand deutsch spricht.

[Fazit]
„Das Superhirn“ – ein beinahe Klassiker und eine herrliche Gaunerkomödie, bei der sich David Niven und Jean-Paul Belmondo gegenseitig an der Nase herumführen, um einen riesigen Coup durchzuziehen. universumfilm bringt uns in dieser Special Edition – wie bereits eingangs erwähnt – neben der deutschen Kino-Version (104 Minuten) auch noch die Original-Fassung des Films (110 Minuten) auf einer weiteren einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9), die sich durch eine rund 6 Minuten längeren Laufzeit auszeichnet. Ferner gibt es als Beigabe noch Trailer, weiteres Bonusmaterial ist auf den Discs leider nicht vorzufinden. „Das Superhirn“ besitzt eine Altersfreigabe von ab 6 Jahren. Erscheinungstermin ist der 4. Dezember zu einem Preis von rund 18,- Euro. Wen schlechte Tricks und Effekte nicht stören und einen Klassiker der Gaunerkomödien sehen möchte, der sollte zugreifen.

Andre Schnack, 23.11.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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