Dawn Of The Dead (2004)

Action/Horror/Drama/Thriller
Action/Horror/Drama/Thriller

[Einleitung]
Zombies – dieses Thema wird sich bestimmt nicht abnutzen. Das dachte auch Zack Snyder und machte sich an einen der Horror-Klassiker schlechthin: „Dawn Of The Dead“ von George A. Romero. Snyders Film von 2004 war hierzulande alternativ auch unter dem Titel „Die Nacht der Zombies“ bekannt und erfreute sich meist gut gefüllter Kinos. James Gunn fertigte das Drehbuch zum Streifen, orientierte sich dabei mehr oder weniger dicht an der Vorlage von Romero. In den Hauptrollen sind Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell, Michael Kelly, Kevin Zegers und Michael Barry zu sehen. Wir konnten uns die DVD aus dem Programm der Universal Pictures Video genauer ansehen und neben dem Check auch einen Vergleich zum Klassiker ziehen.

[Inhalt]
Eine unerklärte Seuche hat die Weltbevölkerung dahingerafft, aber die Toten sind nicht wirklich tot – sondern Zombies, die auf der Suche nach noch lebendem Menschenfleisch die letzten bewohnten Gegenden bedrohen. Eine Gruppe verzweifelter Überlebender in einer Stadt in Wisconsin sucht in einem großen Einkaufszentrum Zuflucht, wo sie die letzte Bastion der Menschheit verteidigen müssen. Darunter die Krankenschwester Ana (Sarah Polley), der wortkarge Polizist Kenneth (Ving Rhames), Michael (Jake Weber), Andre (Mekhi Phifer) und seine hochschwangere Frau. Gemeinsam mit drei Security-Angestellten halten sie das Einkaufszentrum gegen eine wachsende Belagerung von Zombies und die Welt scheint sich in zwei Lager zu teilen…
(Quelle: Universal Pictures Video)

[Kommentar]
Wie schon Danny Boyle mit „28 Days Later“ einen Film nach einer Vorlage fertigte, so schreitet Regisseur Zack Snyder hier auch keinesfalls einen innovativen neuen Weg, sondern machte sich an einer der besten Stücke des Genres zu schaffen, um ein Remake abzudrehen. Das gleichnamige Vorbild aus 1978 von George A. Romero bildet die Basis für diese Neuverfilmung des modernen, hoch entwickelten Hollywoods. Die Unterschiede im Inhalt? Mal gibt es Zombies mit funkelnden, bösen roten Augen, mal heißen sie Untote und haben ungewöhnlich viel Augenweiß und ein anderes Mal sind sie überirdisch stark oder nahezu nicht still zu bekommen. In manch einem Werk reicht ein gezielter Kopfschuss, in anderen müssen die toten Untoten noch verbrannt werden. „Dawn Of The Dead“ schlägt keine neue Richtung ein, sondern hält sich an bewährten Instrumenten, en detail etwas abgeändert.

Die untoten Fieslinge haben hier nicht die alt-gewohnte Gemächlichkeit eines antriebslosen Bekifften, sondern weisen eine erhöhte Dynamik und Sportlichkeit auf, was sie zu ernsthafteren Gegnern macht, dem Zombie Image jedoch etwas konträr wirkt. Aufnahmen mit vielen Komparsen mit wunderbar schaurigen Masken leisten ihren Dienst und erzeugen Stimmung. Der recht schnelle Schnitt des Films und die teils gemütlichen, ruhigen Einstellungen eines menschenleeren Kaufhauses tragen viel zur dichten Atmosphäre des Streifens bei. Wenn dann die Zombies auf den Plan treten, ist es vorbei mit der Ruhe und sie weicht Kugelhagel und viel Kunstblut. Lobenswert: Hier wird kein Versuch unternommen, die Zombies mit einer nicht vorhandenen Intelligenz auszustatten. Sie sind angetriebene Tötungsmaschinen ohne Geist, Seele und Intelligenz.

Hin und wieder gestalten sich die Darbietungsqualitäten der Schauspieler als farblos und ohne Seele. Allein die Motivation zum Überleben reicht hier nicht aus. Romeros Spannung innerhalb der Gruppe im Kaufhaus hält bei Snyders Werk nur bedingt lange vor. Letztlich schweißt sich eine kampfstarke Gruppe aus den Überlebenden zusammen, die nach und nach in der Anzahl mit Mitglieder abnimmt.

[Technik]
Ob absichtliche Verfremdung oder nicht, die technischen Qualitäten haben bei „Dawn Of The Dead“ ihre Momente, jedoch auch leider einige Einbußen zu verzeichnen. Der anamorphe Breitbildtransfer findet im weiten Format 2.35:1 statt. Er fußt auf einer sauberen Basis, einer Vorlage von ausreichend hoher Qualität ohne Verunreinigungen oder aber bemerkbaren Kompressionsartefakten. Der Kontrast muss mitunter als ein wenig zu steil bewertet werden, davon ab gelingt die Sättigung der Farbflächen gekonnt und es entsteht ein sehr plastisches und harmonisches Bild, welches selbst in den dunklen Bereichen der Aufnahmen ein befriedigendes Spektrum an Bilddetails wiedergibt. Die verschiedenen Farben, die gerade bei den aufwendigen Masken wichtig sind, erzeugen eine gute Atmosphäre, hin und wieder erhält der Betrachter das bereits erwähnte Gefühl künstlerischer Verfremdungen.

Wir haben es hier mit einem Film zu tun, der actionlastige Ausbrüche hegt und auf der anderen Seite mit ruhigeren Passagen leben kann. Zwar bricht hier wörtlich die Hölle auf Erden los und manchmal bekommt der Zuhörer Einlagen geboten, die einem Gewitter an Effekten gleichen, insgesamt jedoch schrammt der Sound an einer Top-Bewertung knapp vorbei. An der hohen Qualität ist nicht zu rütteln, es gibt gewaltige Räumlichkeit und oftmals sinnvoll platzierte und effektvolle Soundschnipsel, die effektiv arbeiten und nicht in die Kategorie „Schickimicki“ abdriften. Klar und deutlich ertönen Dialoge aus dem Center-Speaker, Musik als Stimmungsträger macht sich auf einer anderen Ebene der Akustik breit und das Zusammenspiel geht voll auf. Ton gibt es in Dolby Digital 5.1 Deutsch und Englisch, optionale Untertitel in Englisch für Hörgeschädigte und Deutsch.

[Fazit]
Nicht nur aufgrund des recht hohen Blutanteils im Film erhielt der Film keine Jugendfreigabe, sondern auch aufgrund der Darstellung von Menschen, die ohne Sinn und Verstand nur noch angetrieben werden von der Gier nach dem roten Lebenssaft, Menschenfleisch und dem Akt des Tötens. Harter Tobak – Kennern des Genres nicht unbekannt. Wer bereits Titel wie die alten Klassiker oder moderne Werke wie „28 Days Later“ zusagten, die werden auch hier auf ihre Kosten kommen. Wir erhalten mit dieser DVD den „Director’s Cut“ auf eine Laufzeit von rund 105 Minuten. Über ein stimmungsvoll gestaltetes Menü werden folgende Bonusmaterialien erreiche:

* Audio-Kommentar
* Intro von Regisseur Zack Snyder
* Das verlorene Band: Der Horror von Andys letzten Tagen
* Spezial-Report
* „Untote-Szenen“, mit optionalem Audio-Kommentar des Regisseurs)
* Die Toten erwecken
* Angriff der lebenden Toten
* Hämmernde Kopfschmerzen: die Anatomie explodierender Schädel
* „Shaun of the Dead“ Trailer

Die Extras halten ein angenehmes Niveau und haben interessante Aspekte zur Entstehung des Films zu bieten, wobei teilweise auch die Wurzeln des Films – diese liegen im gleichnamigen Klassiker aus 1978 – Beachtung finden. Diese Version des Films auf DVD erschien gleichermaßen am 19. August als Rental- und Verkaufsversion. Wer das Horror-Genre schätzt und gerne spannende Unterhaltung mag, der sollte sich diese DVD unbedingt genauer ansehen. Und selbst wer nichts auf Remakes gibt, der sollte sich hier einmal überwinden.

Andre Schnack, 23.09.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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