Death Wish (2018)

Action/Crime/Drama
Action/Crime/Drama

[Einleitung]
Der gesamte Selbstjustiz- und Rache-Komplex ist schon vielfach im Kino verarbeitet worden. Dabei mit unterschiedlicher Ausrichtung. Mit „Death Wish“ gehen wir ein Stück weit zurück zum Ursprung – zumindest vom Titel her. 44 Jahre nach „Death Wish“ mit Charles Bronson kommt nun Bruce Willis ins Spiel. Weitere Rollen sind besetzt mit Vincent D’Onofrio, Elisabeth Shue, Dean Norris und Camila Morrone. Autor Joe Carnahan schrieb das Drehbuch und Regisseur Eli Roth setzte dies alles in den vorliegenden Film um. Ich konnte mir die High Definition-Version des Titels genauer ansehen und war gespannt auf Willis’ Performance und die technische Aspekte der Disc.

[Inhalt]
Der Chirurg Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) erlebt die Folgen der Gewalt auf den Straßen Chicagos jeden Tag in der Notaufnahme – bis seine Frau (Elisabeth Shue) und seine Tochter (Camila Morrone) in den eigenen vier Wänden brutal attackiert werden. Da die örtliche Polizei die Ermittlungen nicht vorantreibt und generell von der Verbrechensflut in der Stadt überfordert scheint, beschließt Paul das Gesetz kurzerhand selbst in die Hand zu nehmen. Er begibt sich auf nächtliche Streifzüge und bringt gnadenlos einen Kriminellen nach dem anderen zur Strecke – bis er eines Tages in den Fokus der Medien gerät und sich die Öffentlichkeit zu fragen beginnt, wer eigentlich hinter dem unbekannten Racheengel steckt…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
„Death Wish“ ist mit Sicherheit kein Kinofilm, den man als Beispiel für das Durchsetzen subjektiv empfundener Gerechtigkeit heranziehen sollte. Nein, nein, besser nicht. Natürlich hat man hin und wieder durch die Art der Erzählung, den Aufbau und Ablauf und der Dramatik der Geschichte das Gefühl, dass es richtig ist, was der Herr Doktor hier anstellt. Doch rechtens ist dies natürlich alles gar nicht. Doch das ist hier auch keine Vorlesung im Jura-Studium, sondern vielmehr der actiongeladen umgesetzte Wutausbruch eines nach Gerechtigkeit und Rache sehnenden Familienvaters im Selbstjustiz-Rausch. Das hat schon vor bald 50 Jahren (!) Charles Bronson geschafft, das schafft Bruce Willis hier auch.

Raffiniert gemacht, teils brutal und schonungslos erzählt und gefilmt entfacht der Film einen Diskurs im Kopf. Wir sind hin und her gerissen zwischen Rechtsstaat-Treue und resoluter Selbstjustiz und Sympathie mit der Hauptfigur. Nicht nur Bruce Willis ist gut, auch seine Kolleginnen und Kollegen vor der Kamera können sich und ihre Darstellung sehen lassen. Die Story ist natürlich temporeich und kurzweilig, im Kern jedoch auch schon etwas abgegriffen und sehr einfach. Wer sich daran nicht stört, der fühlt sich rasch an großartige Action-Filme der 80- und 90er Jahre zurück erinnert. Wer das nicht hat (da zu jung), der wird seinen Spaß mit der überwiegend zeitlosen Inszenierung haben.

Achtung, Hinweis in eigener Sache. Ich denke nicht, dass die amerikanischen Waffengesetze ein produktives Umfeld erzeugen, um Sicherheit zu schaffen. Vielmehr gelang es einer Lobby mittlerweile starken politischen Einfluss auszuüben. Und alle schauen zu. Film wie „Death Wish“ könnten natürlich auch derart interpretiert werden, als dass es sich hier um eine Art Marketing-Instrument für die Waffen-Lobby handelt, schließlich geht Bruce Willis nicht mit dem Schraubenzieher auf seine Gegner los… auch wenn ich den Film als handwerklich sowie inhaltlich gut gemacht und unterhaltsam einstufen, so ist dies keinesfalls gleichzusetzen mit etwaiger Sympathie oder gar Unterstützung oder Verständnis für die NRA und der heutigen Situation.

[Technik]
High Definition gewinnt immer dann, wenn es darum geht technisch anspruchsvolle Leistungen abzubilden. Die Eigenschaften dieser Technologien und die damit verbundenen Möglichkeiten zeichnen sich hier aus, in dem stets eine hohe Wiedergabegüte geboten wird, wenngleich „Death Wish“ mit einigen schwierigen Ausleuchtungen arbeitet. Action ist auch geboten, kommt über den 1080p-Transfer auch gut beim Publikum an. Das Seitenverhältnis bemisst sich auf ein Ratio von 2.40:1 und erfreut sich insgesamt einer guten Wiedergabequalität. „Death Wish“ ist harte Action, die auch technisch hervorragend inszeniert ist. Kompressionsartefakte gibt es hier nicht.

Beim Tonformat kam die Technologie aus dem Hause DTS zum Einsatz, genauer das DTS HD 5.1 Master Audio-Format. Wahlweise eben in der englischen Originalsprache, oder aber per deutschsprachiger Synchronfassung. Neben einigen herrlich markigen Dialogen oder auch schlichtweg „Goodbye-Sprüchen“ gibt es auch einen passenden, wirkungsvollen und doch auch recht präsenten Soundtrack. „Death Wish“ mangelt es an nichts und in den eher langatmigen Sequenzen steht dem Geschehen auch die ruhige Tour ganz gut. Untertitel sind in Deutsch oder aber Englisch für Hörgeschädigte vorhanden.

[Fazit]
Mit „Death Wish“ kommt ein Rache-Engel Film daher, wie ich ihn durchaus gerne sehe. Nicht des Themas, sondern eher der Hommage an die Gerechtigkeit wegen. Auch wenn sie hier mit keinen löblichen Mitteln erreicht, bzw. hergestellt wird, so ist es ein gutes Gefühl zu sehen, dass am Ende die Bösen nicht ungeschoren davonkommen. Die Laufzeit bemisst sich auch rasch verrinnende 107 Minuten, die es sich auf der einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc (BD 50) richtig gemütlich gemacht haben. Knallharte Action gefällig? Hier gibt es sie. Nach „The Crow“ mit dem verstorbenen Brandon Lee einer der besten Rachefilme aus meiner Sicht. Erhältlich seit dem 10. August 2018 zu einem Preis von rund 17,- Euro. Die Altersfreigabe liegt bei 18 Jahren.

Andre Schnack, 13.08.2018

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆