Deep Ocean

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Man sollte meinen, es wäre bald alles erzählt und die zigste Dokumentation über unsere blauen Ozeane sein inhaltlich erschöpft. Und dann schlagen die tollen Titel von polyband wieder zu und verblüffen aufs Neue. Doch dazu später mehr. In „Deep Ocean“ geht es tief zu, sehr tief. Mit gewohnt wunderbaren und teils atemberaubenden Animationen, fantastischen Tier- und Meeresaufnahmen und einem tollen Dokumentations-Aufbau und Ablauf versucht Tim Haines‘ Werk „Deep Ocean“ die Gunst des Publikums zu gewinnen und zu begeistern. Die DVD mit der aktuellen BBC-Sendung erscheint von polyband und wir konnten uns ein genaueres Bild von ihr machen.

[Inhalt]
Erst fünf Prozent der Ozeane sind erforscht. Doch nur eine Kreatur auf der Erde ist in der Lage, sich frei zwischen den Tiefen der Meere und der Oberfläche zu bewegen: Der Pottwal. Durch die Augen des Meeressäugers erleben wir eine Welt, so fremdartig, wie ein Alien-Planet – zwei Kilometer unter der Oberfläche gibt es unsagbare Abgründe, aktive Vulkane und riesige Wesen, die man nur aus Sagen kennt. Der Film erzählt die lange und gefahrenreiche Lebensgeschichte eines gewaltigen Pottwalbullen, von seiner Geburt im Jahr 1929 bis zu seiner dramatischen Strandung an der Küste Neuseelands im Jahr 2004.

Dabei werden wir nicht nur von den fantastischen Landschaften in der Tiefe gepackt, sondern auch von den Ereignissen, die das Leben dieses größten Raubtiers unseres Planeten begleiteten: Tsunamis, Erdbeben und Unterwasser-Erdrutsche – mörderische Attacken durch Killerwale und Walfangschiffe – und natürlich die ultimative Herausforderung: ein Kampf mit dem sagenhaften Riesen-Oktopus!
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Was für eine schöne Sendung, die uns polyband hier wieder beschert. Wir erleben anhand des Lebens eines Pottwals beispielhaft, was es bedeutet in der Tiefsee beheimatet zu sein. Welche Größenverhältnisse dort regieren und welche Gefahren den gesamten Lebensalltag bestimmen. „Deep Ocean“ zeigt uns einen bisher zumeist unrühmlich und weniger intensiv betrachteten und behandelten Bereich unseren Planeten: die tiefen Weiten der Ozeane, ihre Aufteilungen und Schichten, Strömungen und teils bergigen, zerklüfteten Unterwassergebirge und Vulkane in absoluter Dunkelheit. Nicht selten wirkt diese Umgebung wie eine andere Welt. Und ihre Bewohner wie Wesen von anderen Planeten.

Wissenschaftlich und stellenweise sachlich berichtet der Erzähler von unserem Wal, seinem Leben und den Herausforderungen des Daseins in den blauen Weiten. Spannungsgeladen werden die dramatischen Momente seines Erwachsenwerdens geschildert und anhand von Realaufnahmen und Animationen dargestellt, welche Regeln es zu befolgen gilt und wie ein solcher Gigant unter Wasser seinen „Alltag“ verbringt. Hier „unten“ scheint alles größer: die Umgebungen, die Feinde und Gefahren. Durch tolle Computer-Animationen erweckten die Macher eine fantastische Unterwasserumgebung zum Leben und zeigen, was in irrsinnigen Tiefen für Wesen hausen und welche Naturgewalten (z.B. Vulkane) herrschen.

[Technik]
Die aktuelle Auskopplung der „Walking with“-Reihe von der BBC taucht ab in die Tiefen, nassen Bereiche unseres Planeten. Dazu wird sich eines anamorphen Breitbild-Transfers im Format 1.78:1 bedient. Da dieser zu einem beachtlichen Teil nicht aus echten Filmmaterialien, sondern auch aus computergenerierten Bildern besteht, spielt die technische Abbildung eine gewichtige Rolle. Doch es kann Entwarnung gegeben werden, „Deep Ocean“ begeistert auf ganzer Linie und gibt in nur seltensten Situationen Anlass zur Kritik. Ansonsten herrscht Klarheit, gute Ausleuchtung trotz der Abbildung der düsteren, kalten Tiefen der Meere. Die Farben wirken authentisch und viele Bilder von der Oberfläche weisen gestochen Scharfe Konturen und Details auf. Die Kompression geht in Ordnung.

Tontechnisch kann man – bis auf den Sprecher, die Musik und das knackende Sonar der großen Säuger – nicht viel zur Bewertung herangezogen werden. So wurde sich angesichts der tonalen Potenziale wohl für einen Dolby Digital 2.0-Ton entschieden, der auch qualitativ hochwertig daher kommt, bzw. klingt. Entsprechend verständlich gestaltet sich die umfangreiche Wissensvermittlung über die ungefährlichen, ruhigen Wale, welche unter der See zu richtigen Hochtouren auflaufen. Der Klang ist nicht gerade abwechslungsreich oder weit in seiner räumlichen Wirkung. Mit der Leistung kann man jedoch sehr zufrieden sein.

[Fazit]
Wer „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ kennt, der wird sich schnell in „Deep Ocean“ zurecht finden und die Sendung in all ihren Facetten genießen können. Teils dramatische Musik und tolle Special-Effects hieven diese Dokumentation in die obere Liga der wissensvermittelnden Special-Interest Produkte auf DVD. Eine Art Hologramm schmückt die Verpackung, welche im Grunde genommen aus einem Amaray-Case besteht, welches von einer metallischen Umverpackung ummantelt ist. Ansehnlich und hochwertig in seiner Wirkung vermittelt die Dokumentation somit bereits auf dem ersten Blick Attraktivität und erleichtert die Kaufentscheidung ein wenig. Der Preis liegt bei rund 16,- Euro im Online-Handel, was angemessen und fair erscheint. Es handelt sich um ein Info-Programm gemäß § 14 JuSchG. Wer Dokus mag, der wird hier zugreifen müssen.

Andre Schnack, 30.05.2007

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: