Der goldene Kompass

Adventure/Fantasy/Family
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[Einleitung]
Viel Staub um nichts? Ich weiß es nicht, möchte es jedoch gerne herausfinden. Denn in dem 2007 veröffentlichtem Titel „Der Goldene Kompass“ (Originaltitel: The Golden Compass) geht es um sonderbaren Staub, mit dem es mehr auf sich hat als anfänglich erkennbar. Das Märchen entstand unter der Regie von Chris Weitz, der auch das Drehbuch zu seinem Werk schrieb. Und zwar nach einem Roman von Philip Pullman. In den führenden Rollen sehen wir nicht nur 007-Darsteller Daniel Craig, sondern auch Größen wie Nicole Kidman, Dakota Blue Richards, Ben Walker, Kathy Bates und Christopher Lee. Die uns vorliegende DVD-Version (nicht Special Edition) kommt von Warner Home Video und wir konnten uns ein genaueres Bild machen.

[Inhalt]
In einer magischen Parallelwelt, in der Hexen den Himmel beherrschen und kämpfende Eisbären den eisigen Norden regieren, hält ein einziges Mädchen das Schicksal des gesamten Universums in ihren Händen. Als Lyra Belacqua ein goldener Kompass anvertraut wird, erfährt sie, dass ihre gesamte Welt – und auch die Welten darüber hinaus – von den geheimen Plänen des Magisteriums, angeführt von der düsteren Mrs. Coulter, bedroht wird. Unterstützt von Lord Asriel und einer kleinen Gruppe Verbündeter begibt sich Lyra auf eine abenteuerliche Mission, in der Freundschaft, Mut und Tapferkeit auf eine harte Probe gestellt werden.
(Quelle: Warner Home Video)

[Kommentar]
Ich konnte mir erst gar nichts unter dem Titel „Der Goldene Kompass“ vorstellen, sah auf das Cover und dachte, ok, ein modernes Fantasy-Märchen, warum nicht. Und dann konnte ich den Film in seiner Gänze genießen, um so seine guten sowie weniger guten Eigenschaften hier anführen zu können. „Der Goldene Kompass“ hat wirklich seine grandiosen Momente, die Bildgewalt mit aussagestarker musikalischer Untermalung verbinden und zu einem spannungsreichen Märchen mit hohem Unterhaltungswert zusammen führen. Klar, der Realismus steht hier nicht im Vordergrund, da wir es mit einem Fantasy-Märchen zu tun haben. Das Werk von Philip Pullman interpretierte man hier ein wenig düster, ein wenig modern und sehr stilvoll im Rahmen der Darstellung in einem alt-englischen Stil.

Doch auch hier spielen aus heutiger Sicht, einige Jahre nach den Vorzeige-Werken „Der Herr der Ringe“ von Peter Jackson, nicht nur Special-Effects eine große Rolle. Es geht vielmehr auch um eine gelungen erzählte Geschichte, die nicht nur durch Überraschungseffekte zu überzeugen versteht, sondern auch eine ausreichend komplexe Geschichte spinnen muss. Wie schön, dass uns hier „Der Goldene Kompass“ nicht im Stich lässt. Auch zeigt er in die grundsätzlich richtige Richtung was die darstellerischen Leistungen angeht. Keiner sticht besonders empor, alle leisten hingegen eine wirklich gelungene Darbietung und Nicole Kidman kommt als Bösewicht sehr gut. Wie sollte es denn anders sein, so wird am Ende dann auch alles gut, wie schön.

[Technik]
Zwar haben wir es mit hoher Bildruhe in den Aufnahmen des anamorphen 2.40:1-Transfers zu tun, die von Ruhe und Bewegungslosigkeit geprägt sind. Doch immer wieder gibt es Szenen und Bildteile, in denen vor allem ein hässlicher Nachzieheffekt auftritt wenn es dunkel zu geht. Verschlimmert durch schwache Ausleuchtung entstehen oftmals etwas matschige Untergründe und unsaubere Konturen bei Bewegungen der Protagonisten und der Kamera. Wie schade, denn bewegt sich das Aufnahmegerät nicht, so hält sich auch der Detailgrad auf einem angenehmen Niveau. Davon ab kann „Der Goldene Kompass“ durch eine gelungene Farbmischung überzeugen und immer wieder mit farbenfrohen und plastischen Bildern aufwarten. Die Kompression geht in Ordnung.

Kommen wir zum Ton der Mär. Er erfolgt auf praktisch schon obligatorischem Umfang. Es gibt deutschen und englischsprachigen Dolby Digital 5.1-Ton, optionale Untertitel sind ebenfalls in den beiden vorgenannten Sprachen vorhanden. Immer wieder kann „Der Goldene Kompass“ unheimlich charmant entzücken durch die gute musikalische Einbindung, die klare Sprachausgabe und die sinnvoll platzierten Surround-Effekte. Spannungsgeladene Momente sind stimmungsvoll und intensiv in ihrer Ausprägung, plötzlich bricht die Hölle los und der Eisbär-König brüllt voluminös und kräftig erst aus dem Center-Speaker, dann aus allen angeschlossenen Lautsprechern. So soll es sein.

[Fazit]
„Der Goldene Kompass“ konnte mich überzeugen. Technisch jedoch bleibt zu hoffen, dass die Special Edition mit 2 DVD-Umfang mit einem besseren Bild gesegnet ist. Denn hier kann der 16:9-Transfer wirklich als nicht als Offenbarung bezeichnet werden. Der rund 109minutenlange Film findet Platz auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9), wenngleich selbige mit knappen 5,3 GB nicht gerade ausgereizt wird. Das einfache Menü offenbart neben der Sprachauswahl und Trailer auch noch einen Audiokommentar mit dem Regisseur und Drehbuchautor Chris Weitz. „Der Goldene Kompass“ bietet eine schöne und leichte und unterhaltsame Fantasy-Kost. Aktuell gibt es den Titel in der 1-Disc Fassung für rund 8,- Euro, das ist fair und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Andre Schnack, 15.01.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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