Der Name der Rose (TV-Serie)

Drama/Mystery/Thriller/Serie
Drama/Mystery/Thriller/Serie

[Einleitung]
„Serien-Verfilmung von Umberto Ecos Meisterwerk.“ – damit ist vieles gesagt und auch einiges über die Anforderungen und Erwartungen, die das eben so mit sich bringt. Schließlich haben wir mit Jean-Jacques Annaud’s Originalfilm von 1986 einen fantastisches Werk über das dunkle Mittelalter und Machenschaften der Kirche vorliegen, welches nach wie vor hohes Ansehen genießt. Nun, 33 Jahre später, kommt der Stoff des Romans als neu und frisch inszenierte TV-Serie in die eigenen vier Wände. Ich war gespannt auf die Regie-Arbeiten von Giacomo Battiato, der alle acht Episoden der Serie dirigierte. In den relevanten Rollen sehen wir John Turturro, Damian Hardung, Rupert Everett und Michael Emerson sowie weitere. Diese Blu-ray Disc-Set kommt von Concorde Home Entertainment.

Inhalt
Italien im Jahr 1327: Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Adlatus Adson von Melk erreichen ein abgelegenes Kloster in den Alpen. Dort werden sie Zeugen einer Reihe mysteriöser Morde, die Baskervilles berühmten Spürsinn wecken. Doch während sich die beiden Mönche auf die Suche nach dem Mörder machen, sind sie selbst Gejagte: Der gnadenlose Inquisitor Bernard Gui verfolgt die Kritiker des Papstes und Baskerville steht auf seiner Liste…
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Ich denke, dass man viel Mut braucht, um ein solches Vorhaben, wie dieses hier, zu verfilmen. Und zwar vorrangig aus dem Grund, dass es bereits einen ausgezeichneten und dazumal wie heute erfolgreichen Titel fürs Kino gab: „Der Name der Rose“ mit Sean Connery. Trotzdem schufen sie eine TV-Serie aus dem Stoff, deren qualitativen Aspekte kontrovers diskutiert werden. Objektiviert zu beschreiben ist schwierig, da allein die Wortwahl an sich stets eine Form von Haltung dem beschriebenem gegenüber darstellt, auch wenn dies unterbewusst geschieht.

„Der Name der Rose“ als TV-Serie hingegen hat ein paar Mängel, die sich nicht verstecken lassen. Stelle ich mir das eher heruntergekommen wirkende, dreckige und schäbige Mittelalter vor, dann sieht das anders aus als es hier der Fall ist. Zu steril, sauber und ordentlich wirkte auf mich das Ensemble aus Sets, Kostümen, Masken und dem gesamten Produktions-Design. Inhaltlich betrachtet sind die 8 Episoden zu je rund 50 Minuten zwar genug Platz und geben Raum für ausschweifende Geschichten, doch auch hier wird sich eher klassisch verhalten. Der Blick ist nicht mehr nur auf die Abtei und die Geschehnisse vor Ort ausgerichtet, sondern wir erfahren auch etwas mehr aus einer übergeordneten, globaleren Sicht.

Die darstellerischen Leistungen sind in Ordnung. John Turturro ist gut, doch ist mir die Rolle mit Connery lieber. Der noch junge Damian Hardung verblasste mir ein wenig zu sehr neben den weiteren beteiligten Mimen. Entgegen etwaigen Erwartungen, dass hier auch etwas Action Einzug hätte halten können, geht es hier weitgehend ehr ruhig daher, dialogstark und mit dem Fokus auf die Hintergründe rund um die mysteriösen Todesfälle. Hat man falsche Erwartungen, so könnte man enttäuscht werden. Solide Kost, allerdings kein Vergleich zum um Längen wirkungsvolleren „Vorgänger“ von 1986.

Einblick in die Limitierte Sonderedition (Bild der DVD-Fassung).
Einblick in die Limitierte Sonderedition (Bild der DVD-Fassung).
[Technik]
Wir erleben diesen Namen der Rose in High Definition-Aufnahmen. Wenig überraschend weisen die 1080p-Bilder einen hohen Schärfegrad auf, der von einer Vielzahl an Bilddetails ergänzt wird. Allerdings wird dieser Faktor hier auch ein wenig zum Fluch, denn durch die so steril wirkende Darstellung und die hohe Sauberkeit des Geschehens entsteht ein etwas gekünzelter Eindruck. Wen das nicht weiter tangiert, der wird zufrieden sein, auch mit dem technischen Aufgebot der High Definition Blu-ray Discs. Alle Episoden befinden sich in 1.78:1-Abmessung auf den Datenträgern und sind frei von Kompressionsmängeln oder anderen Störungen. Alles wirkt solide und robust, wenn auch nicht High-Class.

„Der Name der Rose“ ist tatsächlich sehr dialoglastig und kümmert sich nicht sonderlich um das tonale Drumherum. Das ist natürlich zum einen etwas schade, zum anderen war akustisch betrachtet im Mittelalter auch nicht so viel los. Mithin kann ich durchaus mit dem Ergebnis leben. Bei einer Tonspur handelt es sich um deutschsprachigen Dolby Digital 2.0-Sound, davon ab gibt es noch Deutsch und Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1 und deutsche Untertitel, die ausblendbar sind. Qualitativ auf einer soliden Grundlage, in Sachen Räumlichkeit eher zurückhaltend.

[Fazit]
Man muss immer bedenken, wer sich das angesehen hat. Bei mir ist es eben so, dass ich geprägt bin durch den Klassiker als Film von 1978. Nicht das Buch und nicht die neue TV-Serie haben es mir sehr angetan. Es wird Menschen geben, für die, diese TV-Serie der erste verfilmte Kontakt mit dem Thema darstellt. Und diese werden vielleicht anders denken. Klar ist, dass der Stoff auf den beiden einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Discs (BD 50) mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren gesegnet ist und sich an ein breites Publikum richtet.

Die limitierte Sonderedition bietet ebenfalls noch folgendes Material zum besten:

  • Featurette
  • B-Roll
  • Interviews
  • Deutscher Trailer

Extras sind gut, vor allem, wenn es sie sogar mehr oder weniger überraschend bei einer TV-Produktion, einer Serie, vorzufinden gibt. „Der Name der Rose (TV-Serie)“ erschien am 18. Juni zu einem Preis von rund 27,- Euro als Gesamtpaket in Form der hier getesteten „Limitierten Sonderedition“. Inhaltlich bin ich nicht vollends bekehrt, dennoch ist die Serie eine Ansicht wert und die technische Umsetzung auf diese Blu-ray Discs sehr gelungen.

Andre Schnack, 24.06.2019

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆