Der Nil

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Von BBC und polyband erscheinen wunderbare Titel, denen Dokumentations-Freunde den Tag oder das Wochenende versüßen. Nicht Hollywood-Kost und Kino-Konsum stehen hierbei im Vordergrund, sondern vielmehr der Wissen vermittelnde Aspekt rückt in das Rampenlicht. Mit der neuesten DVD Auskopplung aus dem Programm entführt Anbieter polyband auf den Kontinent, auf dem die Wiege des Lebens vermutet wird: Afrika. Wir nehmen in „Der Nil“ Teil an einer Reise zu einem der größten Ströme unseres Planeten und erhalten Einblicke in das Leben und den bisherigen Wandel dieses Flusses. Dabei werden menschliche Kapitel wie die ägyptische Kultur natürlich nicht außer Acht gelassen. Wer sich historisch interessiert zeigt, der sollte unbedingt weiter lesen.

[Inhalt]
Die faszinierende Geschichte des Nil, des längsten Flusses der Welt. Er war Zeuge bei der Geburt menschlicher Zivilisation, er brachte große Fluten hervor, aber auch lang anhaltende Dürre. Er sah Städte entstehen und vergehen und hieß eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt in seinen Gewässern willkommen. Er ist der König der Flüsse, er begeistert die Menschheit wie kein anderer Strom. Die außergewöhnliche Reise führt die Zuschauer entlang des großen Flusses durch Wüstenlandschaften und Dschungelgebiete, über schneebedeckte Berge bis zu den Seen im Äthiopischen Hochland.

Folge 1: Königreiche am Fluss
Wir reisen 4.000 Jahre zurück in die Vergangenheit um die Geschichte der großen Flut zu erzählen. Wir decken auf, warum die Ägypter trotz ihrer Kultiviertheit auf Gedeih und Verderb dem Nil ausgeliefert waren.

Folge 2: Die große Flut
Die jährlich wiederkehrende große Flut bringt nicht nur Wasser in die ausgedörrte Wüste, sondern auch die unglaubliche Menge von 140 Tonnen fruchtbarer Vulkanerde – Grundlage für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt.

Folge 3: Auf der Suche nach der Quelle
Wir reisen mit legendären Forschern durch die Dschungel und Sumpfgebiete des tiefsten Afrika bis zu den Wasserspeichern im Äthiopischen Hochland und werden Zeugen, wie Stanley auf der Suche des Ursprungs des Nils ist.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Konzipiert als Dreiteiler entführt „Der Nil“ in eine fremde Welt und eine vergangene Zeit. Die erste Episode „Königreiche am Fluss“ beschäftigt sich mit den Menschen, die vom Nil lebten, ihre Kultur und Entwicklung und letztlich auch ihren Untergang auf diesen Fluss zurückführten. Die verschiedenen Abhängigkeiten und Verknüpfungen werden dem Betrachter plastisch nahe gebracht. Die zweite Folge beschäftigt sich vielmehr mit dem Fluss an sich. Seine Entwicklung und sein unterjähriges Verhalten hatten immense Auswirkungen auf das Leben in Norden des afrikanischen Kontinents. „Die große Flut“ zeigt wie sich diese Verwandlungen des Stroms auf seine Umgebungen auswirkten. Und im letzten Teil, „Auf der Suche nach der Quelle“, nehmen wir Teil an Expeditionen und Reisen zum vermeintlichen Ursprung des Nils. Es werden die unterschiedlichen Vorhaben tollkühner Forscher dargestellt und wissenschaftlich beschrieben.

BBC / polyband bedient sich auch bei der Inszenierung dieser Dokumentation einer gelungenen Mischung aus Dokumentationsaufnahmen in Form von Archiv-Bildern, neu abgedrehten Bildern, computer-generierten Aufnahmen und Animationen. Auch nachgestellte Aufnahmen fanden ihren Weg in die Produktion. Durch diese Mixtur gelingt es der Sendung in allen drei Teilen eine stimmungsvolle Atmosphäre aufzubauen und tatsächlich auf lehrreiche Art und Weise in eine fremde, antike Welt einzutauchen. Die Musik unterstreicht dies und durch den Sprecher aus dem Off ist das Publikum vielen Informationen und wissenswerten Hinweisen ausgeliefert. Sensationsgeilheit oder aber übereifriges Abspielen von Informationen treffen wir – wie bei BBC Titeln üblich – nicht an. Man konzentrierte sich auf Sparten und behält den Fokus jeweils in der entsprechenden Sendung bei.

[Technik]
Das Bildformat der Dokumentation bemisst sich auf die Maße 16:9, genauer: 1.78:1, was ein Widescreen-TV Gerät flächen füllend ausnutzt. Qualitativ kann man die Sendungen nicht mit Kinofilmen vergleichen, eher mit aktuellen TV-Produktionen. Und so verglichen wir und kamen zu einem nicht gerade beeindruckenden Ergebnis. „Der Nil“ bietet das, was er verspricht. Die Kern-Kompetenz liegt im Inhalt. Qualitativ haben wir es mit einem angenehmen Kontrast und gesunden Farben zu tun, ferner geht die Kantenschärfe ebenfalls in Ordnung und es gibt ausreichend viele Bilddetails vor die Augen. Ein leichtes Rauschen und eine stellenweise erhöhte Unschärfe tun der Unterhaltung keinen Abbruch.

Tonal verfolgt „Der Nil“ vor allem ein Ziel: der guten Verständlichkeit und Vermittlung von Informationen in atmosphärische Manier. Dies gelingt der Akustik im Dolby Digital 2.0 Format auch bestens. Als Bonus gibt es neben der deutschen Sprachfassung auch noch das englischsprachige Pendant auf die Ohren. Wem’s gefällt, der kann somit die exzellente Doku in englischer Sprache verfolgen. Wie dem auch sei, die rauschfreie und klare Wiedergabe gefällt und sorgt für gute Stimmung, die musikalische Untermalung passt thematisch und befindet sich eine Eben niedriger im Hintergrund. Untertitel wurde dem Datenträger leider nicht gegönnt.

[Fazit]
Als Resümee werden warme und positive Worte niedergeschrieben. Mit „Der Nil“ bringen polyband und BBC erneut eine inhaltlich wertvolle und technisch gelungene DVD auf den deutschen Markt. Die einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) bietet alle drei Episoden mit einer Gesamtlaufzeit von rund 135 Minuten. Das Info-Programm ist als solches ausgezeichnet und kommt ohne Alterseinstufung daher. Erscheinungstermin war der 28. März zu einem Preis um die 23,- Euro. Die Ausstattung fällt sehr mager aus, über das einfach gehaltene Menü erhält der Betrachter lediglich Zugriff auf die verschiedenen Episoden und 9 Trailer weiterer Erscheinungen. Wer also mehr über den Fluss Nil erfahren möchte, in seine Vergangenheit eintauchen will, der sollte sich diese Dokumentation zu Gemüte ziehen.

Andre Schnack, 07.04.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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