Der Tag der Norddeutschen – zeig uns, wie du lebst!

Dokumentation
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[Einleitung]
Als Norddeutscher, genauer Kieler, war ich gespannt auf diese Sendung, wenn man sie denn als solche bezeichnen will. Denn „Der Tag der Norddeutschen“ besitzt die Laufzeit eines gesamten Tages, fast. „Der Tag der Norddeutschen – zeig uns, wie du lebst!“ ist ein ambitioniertes Dokumentationsprojekt, welches großes Ausmaß zu beanspruch scheint. Wir konnten uns die deutschsprachige Produktion aus 2012 genauer anschauen und berichten. Regisseurin Franziska Stünkel zeichnet für den Mammut verantwortlich. Erscheint im Angebot von edel motion.

[Inhalt]
Am 11. Mai begleiteten 100 Kamerateams des NDR über 100 Norddeutsche für eine Dokumentation über das Leben im Norden. Aus mehr als 1000 Bewerbern wurden die Protagonisten gemeinsam mit dem NDR-Publikum ausgewählt. Das Resultat hätte vielfältiger nicht sein können – Der Tag der Norddeutschen, das sind norddeutsche Originale, echte Typen, Alltagshelden, Menschen mit kleinen und großen Geschichten, lauten und leisen Erzählungen, Menschen, die den Norden als buntes Kaleidoskop in seiner Einzigartigkeit repräsentieren und ihm ein ganz persönliches Gesicht verleihen.

Ihr Alltag, ihr Lebensglück, ihre Leidenschaft, ihre Geschichten, ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen dokumentieren den Norden, wie man ihn sonst nicht zu sehen bekommt: als beeindruckende Momentaufnahme – lebensnah, leidenschaftlich und authentisch.
(Quelle: edel motion)

[Kommentar]
Ein sinnvolles Konzept bietet die Grundlage dieser sehr mit Lokal-Kolorit ausgestatteten Dokumentation. Der Grundgedanke ist einfach und gut, so dass er sogar auf der Verpackung prunkt: „über 100 Menschen, 1 Tag“. Und das geht auch tatsächlich auf. Doch wie mag die umfassend wirkende Doku-Produktion aus Sicht eines z.B. Bayern oder Rheinländer wirken? Ich kann dies nicht beantworten, da ich Kieler und somit Norddeutscher bin. Mir gefiel bereits nach der ersten Ansicht der Verpackung der Inhalt. Und so entwickele es sich, glücklicherweise, auch.

„Der Tag der Norddeutschen“ bietet keine wissenschaftlichen Erkenntnisse oder andere „Conclusions“ sondern vielmehr eine moderne Momentaufnahme über hundert Menschen und einen einzigen Tag im Norden Deutschlands. Technisch leistet man sich keine großartigen oder überhaupt nennenswerten Fehler. Vergleichbar in der Qualität mit einem US-amerikanischen Blockbuster ist das vorliegende Material nicht. Musikalisch bewegen wir uns eher im durchschnittlichen Bereich. Wer Interesse an Land und Leute hat – zugreifen.

[Technik]
Bei der technischen Umsetzung der Inhalte auf DVD kann eines sofort festgehalten werden: die Herkunft Produktion fürs Fernsehprogramm. Keinesfalls soll dies etwas schlechtes bedeuten, aber dem anamorphen 16:9-Bild (1.78:1) sieht man eben einfach an, dass er kein Kino-Transfer ist. Dabei kommen weder die Farbgebungen, noch die Konturenzeichnungen zu kurz, oder aber spielen sich gar im unteren Bereich ab. Auch lassen die Sauberkeit der Bilder und die Kompression keinen negativen Rückschluss auf unzureichende Arbeit oder ähnliches zu. Immer wieder erinnere ich mich allzu gut an nahe Eindrücke, klar, ich komme von hier. Die Qualität ist in Ordnung.

Tontechnisch ergibt sich hier kein sonderlich hochwertiges Bild… Ausschließlich in deutscher Sprache erklingen Dolby Digital 2.0-Töne die Hand und erinnern daran, was eben eine Dokumentation ausmacht, nicht grad immer der Ton. Es kommt maßgeblich auf die Vermittlung von Informationen an, hier eben auch im visuellen Sinne, als dass wir Eindrücke aus dem Alltag einer bestimmten deutschen Region erhalten. „Der Tag der Norddeutschen“ bietet eine adäquate Darbietungsgüte mit angenehmer Tontiefe für einen Stereo-Sound. Untertitel gibt es nicht.

[Fazit]
„Der Tag der Norddeutschen“ bietet eine gigantische Laufzeit von rund 923 Minuten, abgelegt auf gleich vier einseitigen und zweischichtigen Discs (DVD Typ 9) und zwei einseitige und einschichtige Discs (DVD Typ 5). Zum Inhalt sowie der technischen Umsetzung wurde bereits in den vorgenannten Bereichen Stellung bezogen. Relevant wird hier zum Beispiel die Struktur des Menüs, welches sehr simpel gestaltet und absolut einfach bedienbar ist. Bonusmaterial gibt es nicht, es handelt sich um eine Amaray-Verpackung mit Raum für gleich sechs Datenträger (ca. zweifache Breite), der seit dem Erscheinungstermin am 9. November zu haben ist. Der Preis liegt bei rund 32,- Euro für das Info-Programm gemäß §14 JuSchG.

Andre Schnack, 11.12.2012

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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