Der tapfere kleine Toaster

Animation/Family/Music/Adventure
Animation/Family/Music/Adventure

[Einleitung]
Aus dem Concorde Home Entertainment DVD-Angebot erscheint die rund 20 Jahre alte Filmproduktion „Der tapfere kleine Toaster“ aus dem Disney-Animationsfilme Repertoire von Regisseur Jerry Rees nach einem Drehbuch von Thomas M. Disch, Brian McEntee, Joe Ranft und Jerry Rees. Einige der letztgenannten kreativen Autoren wirkten noch bei weiteren Disney-Filmen mit, zuletzt darunter „Cars“ von 2006 von den Pixar Studios. Die Hauptrollen – hier also Synchronstimmen der gezeichneten und animierten Alter-Egos – besetzte man dazumal mit noch eher unbekannten Darstellern. Wir konnten uns die DVD des Films genauer ansehen und berichten aus erster Hand.

[Inhalt]
Vor vielen Jahren haben Robert, damals noch ein kleiner Junge, und seine Familie die Freunde Toaster, Staubsauger, Tischlampe, Radio und Heizdecke nach dem Urlaub alleine im Sommerhaus zurück gelassen. Alleine langweilen sich die Fünf schrecklich und, was noch viel schlimmer ist, sie fühlen sich völlig nutzlos.

Daher beschließen die Fünf eines Tages, sich auf den Weg in die Stadt zu machen und Robert zu suchen. Die unfreundliche, ja schon fast gehässige, Klimaanlage versucht, den Freunden ein wenig Angst zu machen und sie einzuschüchtern. Doch die lassen sich von ihrem Plan nicht abbringen – noch wissen der Staubsauger Kirby, der sich immer ein wenig cooler gibt und auch um einiges taffer aussieht, als er in Wirklichkeit ist, die niedliche Decke Blanky, die ängstliche Lampe Lampy, das Radio, das für jede Situation einen passenden Spruch auf Lager hat und der kleine, silberne Toaster aus Chrom nicht, welche Abenteuer auf sie warten!
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Alles hat ein Leben, eben auch ein Toaster. Und wenn kein biologisches Leben, so zumindest eine Seele. Das diese Aussage und Filmidee 20 Jahre später für ausverkaufte Kinosäle sorgen soll, hat 1987 noch niemand absehen können. „Der tapfere kleine Toaster“ ähnelt im Grunde den aktuellen Filmproduktionen wie „Cars“ oder „Findet Nemo!“ sehr, beschränkt sich dabei nicht auf die reine Wertvermittlung von guten Charakterzügen, alten Tugenden und gesellschaftlich normalen Verhaltensweisen, sondern bedient sich eben genau dazu der Personifizierung und lebhaften Ausgestaltung durch Küchengerätschaften mit Gesichtern, eigenen Meinungen und speziellen Verhaltensmustern. 1987 war dies noch recht innovativ und selbst heute stauen wir über die Animationskunst, wie aus Gegenständen und z.B. Autos, richtige Figuren werden, durch die der Film seine Story erzählt.

Diese Erzählweise von „Der tapfere kleine Toaster“ orientiert sich am klassischen Verlauf und Stil der Disney-Meisterwerke. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Geschichte vom Toaster und den fünf Freunden genau ins Erfolgs-Schema passt, und dass, obgleich die Art und Weise der Umsetzung schon einige Differenzen aufweist. So haben wir es beispielsweise mit einer aus heutiger Sicht eher angestaubten Animationstechnik zu tun. Weniger Details, gröbere Figuren und Bewegungsmuster sind zu erhaschen. Ferner kann die Story mit einigen eher gruseligeren, sagen wir auch spannenderen, Momenten aufwarten, welche Kinder komplett in ihren Bann ziehen. Das Erzähltempo ist sehr angenehm, irgendwie spürbar langsamer als im heutigen Heute. Musikalische Einlagen sorgen für Stimmung.

[Technik]
„Der tapfere kleine Toaster“ erscheint, wie es zu erwarten war, im 4:3-Vollbild-Transfer. Die Aufteilung der Mattscheibe im Seitenverhältnis 1.33:1 ist zeittypisch und unspektakulär, die qualitative Ausspielung lässt Wünsche offen. Und das nicht nur gemessen an den heutigen Standards in der technischen Abbildung solcher Animationsfilme. Denn Verunreinigungen seitens des Masters können zu einem gewissen Grad unter die Toleranz solcher Filme mit einem Alter von 20 Jahren fallen. Treten die Fehler jedoch in einem Grad wie hier auf, so müssen sie als leicht störend eingestuft werden. Zweifelsohne wird Kindern dieses Manko kaum auffallen, noch stören. Kontrast und Farbgebung gehen in Ordnung, die Kantenschärfe hingegen ist als unzureichend einzustufen und offenbart wenig Details.

Irgendetwas scheint beim Ton in die Hose gegangen zu sein. Ab und an fällt auf, dass die Sprachausgabe ins Unverständliche abdriftet und ihr Volumen kein klares Wort mehr verstehen lässt, die Umgebungsgeräusche vorherrschen und dominieren. Welch Glück, dass dies nicht die Regel des Dolby Digital 2.0-Tons von „Der tapfere kleine Toaster“ ist. Wahlweise gibt es den Sound im deutschsprachigen Synchronisations-Ergebnis, oder aber im englischen Originalton zu vernehmen. Kann die Darbietung über die Laufzeit eigentlich gefallen, so zieht sich die Unverständlichkeit der Sprachausgabe durch die gesamte Laufzeit und nicht nur in ruhigen Szenen, sondern auch in den musikalischen Momenten verschluckt der Ton hin und wieder ein Wort oder mehr.

[Fazit]
„Der tapfere kleine Toaster“ kann mit seinem Charme und seiner recht typischen Disney-Art bei Kind und Kegel für Gefallen sorgen und unterbreitet gute Unterhaltung. Und das auf einer Laufzeit von rund 87 Minuten. Wie bereits erwähnt hält der Titel dabei auf keinen Fall die Geschwindigkeit und das Erzähltempo heutiger Animationsfilme, beansprucht dies jedoch auch nicht und zieht sein eigenes Ding durch. Abgelegt auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) gefällt die technische Umsetzung ganz gut, kommt jedoch nicht ohne spürbare Mängel daher. Die FSK stufte den Film verständlicherweise ohne Altersbeschränkung ein. Concorde Home Entertainment veröffentlichte ihn am 7. März zu einem Preis von rund 10,- Euro.

Andre Schnack, 11.04.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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