Der Traum von der Neuen Welt – Das Jahrhundert der Auswanderung

Dokumentation
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[Einleitung]
Eine Dokumentation über einen sehr interessanten Aspekt der modernen Zeit. Eine Zeit, in der viele Menschen Europa den Rücken kehrten und gen Westen zogen. Der Titel „Der Traum von der Neuen Welt – Das Jahrhundert der Auswanderung“ erscheint aus dem Programm von polyband und ich konnte mir diese Standard Definition Veröffentlichung genauer anschauen. Keine klassische Doku, sondern eher eine Art Fernsehschauspiel gibt es hier mit folgenden Darstellern: Fabian Busch, Laura Wilkinson, Isabelle Barth – um drei zu nennen.

[Inhalt]
In diesem vierteiligen Doku-Drama wird das „Jahrhundert der Auswanderung“ beleuchtet, jene Epoche, als Millionen Europäer der Alten Welt den Rücken kehrten, um in der Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Zu Wort kommen die Auswanderer selbst, die uns in Briefen, Tagebüchern und Memoiren ihre Motive und ihre Erlebnisse hinterlassen haben.

Doch auch Kapitäne und Erfinder, die die Atlantiküberquerung möglich machten, erhalten ebenso eine Stimme wie die Reeder, für die das Geschäft mit den Auswanderern zur Goldgrube wurde. Investigative Journalisten, die inkognito reisten und die Zustände anprangerten, sowie ein Dolmetscher, der auf Ellis Island – der „Insel der Tränen“ – das Schicksal von Tausenden Menschen miterlebte…

Die Episoden im Überblick:
1) Der Aufbruch
2) Die Rekorde
3) Der Profit
4) Die Grenzen
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Eigentlich mag ich solche Dokutainment-Titel nicht so gerne, wie eine waschechte Dokumentation, in der kein Handlungsstrang beteiligter (ggf. fiktiver) Figuren verfolgt wird und die sich dafür aber auf historisches Material ohne nachgestellte Szenen konzentriert. Hier ist es so, dass anhand der gezeigten Geschichte beispielhaft das historische Setting nachempfunden wird. Also erhalten wir Schauspieler, Sets, zeitgenössische Kostüme und Masken vor die Augen. Das Ergebnis ist gut, da wir bewusst durch zahlreiche künstlerische Einsätze wahrnehmen, dass dies kein „normaler Spielfilm“ ist.

[Technik]
Immerhin ein 16:9-Transfer, der sich im angenehm anzuschauenden 1.78:1-Format präsentiert. Das könnte einer der ersten Gedanken sein. Doch es kommt besser, denn der Titel hat auf allen vier Episoden durchaus nicht an der Aufnahmetechnik gespart, so dass wir sehr ordentliche Bilder vor die Augen bekommen. Sie haben einen gesunden Farbumfang und weisen ausreichend Bilddetails für diesen Standard Definition Transfer auf. Der Einsatz unterschiedlicher Bildquellen macht sich bemerkbar. Kompressionsartefakte oder andere Störungen könnte ich nicht sehen.

Es erwartet uns ein deutscher Ton im Format Dolby Digital 2.0. Räumliche Weite oder nennenswerte Umgebungsgeräusche garnieren hier nicht die solide Wiedergabe von Sprache und Musik. Es regiert der Standard der Dokumentations-Titel, da ist zumeist kein großartiges, tonales Gewand mit dabei. Hier gibt es verständliche Sprache und sauberen Ton ingesamt. Ich hatte keine großen Erwartungen an den Sound, zu keinem Zeitpunkt wird hier ein Effektfeuerwerk vermisst. Solide Kost, die sich aufs wesentliche beschränkt.

[Fazit]
Wer sich für Dokumentationen interessiert und Sach- und Fachsendungen gegenüber zugeneigt ist, der wird sich auch hiermit wohlfühlen. Die Veröffentlichung unter dem Label arte EDITION macht technisch eine gute Figur und überzeugt inhaltlich durch eine professionelle Art und Weise der Inszenierung und einen interessanten Anteil an Wissen und Informationen. Auf rund 216 Minuten Laufzeit summieren sich die vier Teile zu jeweils 54 Minuten. „Der Traum von der Neuen Welt“ findet auf zwei DVDs des Typs 9 statt, freigegeben ab 6 Jahren. Erschienen am 6. Juni und zu einem Kurs von rund 17,- im Handel zu kaufen.

Andre Schnack, 05.07.2017

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆