Die Casting Couch

Comedy
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[Einleitung]
Ein aktueller Titel aus dem DVD-Angebot von Sunfilm Entertainment lautet „Die Casting Couch“ (Originaltitel: National Lampoon’s Cattle Call) von 2006 von Regisseur und Drehbuch in einer Person: Martin Guigui. In den Hauptrollen der sehr fadenscheinig anmutenden Story sind Thomas Ian Nicholas, Jenny Mollen, Dierdrich Bader, Andrew Katos, Nicole Eggert und Chelsea Handler zu sehen. Was gibt die Comedy rund um pubertierende Jungs mit dem Lechzen nach Sex von den Machern von „College Animals“ her? Wir konnten uns ein genaueres Bild der Erscheinung machen und berichten.

[Inhalt]
Wie kommt man an viele heiße Dates? Sherman Oaks, in Sachen Frauen eher mäßig erfolgreich, hat den perfekten Plan: Zusammen mit seinen Freunden Richie Rey und Glenn gründet er zum Schein eine Casting-Agentur in Los Angeles. Schnell stehen jede Menge sexy Girls bei ihnen Schlange, und die drei smarten Jungs haben alle Hände voll zu tun. Nach anfänglichem Spaß auf der Casting Couch wird das Lügengebilde immer verzwickter, denn jetzt geht es darum, wirklich einen Film zu drehen. Und davon haben die drei natürlich keinen blassen Schimmer…
(Quelle: Sunfilm Entertainment)

[Kommentar]
Wir müssen die Katze gleich zu Anbeginn des Kommentars aus dem Sack lassen: der Humor ist wirklich nur mäßig bei diesem Werk. National Lampoon stand eine ganze Zeit lang für wirklich unkonventionelle und humorvolle Unterhaltung. Und nun so etwas! Die guten Zeiten sind anscheinend vorbei. Lauter unbekannte Fratzen zieren den seichten, oftmals bodenlosen Inhalt auf eine nur durchschnittliche Art und Weise – keine gute Basis. Doch dann schafft es der einfache Titel dann doch wieder durch gezielte Einschläge unter der Gürtellinie. Und das macht irgendwie gar nicht immer viel negative Stimmung aus.

Warum dies, fragt sich der Leser. Und zu Recht. Es ist ein mir nicht immer einfach in Worten zu fassendes Flair, welches die Ansicht des Film nicht nur erträglich, sondern gar unterhaltsam und angenehm gestaltet. Wie schön, dass Regisseur Martin Guigui dies erreichte, denn in allen weiteren Bereichen der Kritik geht der Film insgesamt einfach unter. National Lampoon hatte seine Sternstunden mit großartigen Werken wie „Loaded Weapon 1″ oder dem recht aktuellen „Party Animals“, doch dieses Werk zählt leider nicht dazu. Da können auch die gelungenen Inszenierungen und die brauchbaren Mimen etwas ändern.

[Technik]
Das Bildformat bemisst sich auf ein Seitenverhältnis von 1.85:1. Der Transfer ist anamorph auf der Disc abgelegt und es mangelt dem 16:9-Bild an nicht vielen Faktoren. Recht einfach und simpel ausgedrückt stellt sich die Situation aufgrund eines gesunden Kontrasts und den angenehmen weiteren Werten als entspannt dar. Ja, es hätte wirklich etwas schärfer gehen und können, und ja, mehr Bilddetails sind auch keinesfalls schädlich. Das wären dann auch maßgeblich die Kritikpunkte, die anzubringen wären. Der Schwarzlevel ist in Ordnung, rasche Bewegungen tun dem Geschehen kein Abbruch. Und auch die Kompression kann keinesfalls dem Nörgelheini als Futter dienen.

„Die Casting Couch“ ertönt mittels englischen und deutschen Dolby Digital 5.1-Tons aus den angeschlossenen Lautsprechern. Exklusiv in deutscher Synchronfassung ist ein weiterer Soundtrack enthalten, allerdings im DTS-Gewand. Das Treiben auf und rund um die Couch gehört jedoch akustisch nicht gerade zu den Sahnestücken des DVD-Markts. Es entsteht hin und wieder ein zuweilen räumlicher Klang. Auch kann die Sprachausgabe mit ihrer Klarheit durchaus ans Mittelfeld anknüpfen. Doch die gesamte Leistung spiegelt eben leider kein hohes Niveau, sondern eher den unteren Durchschnitt. Untertitel: Deutsch.

[Fazit]
Drei Chaoten hecken einen extrem simplen und dummen Plan aus, der sich dann am Ende zu dem Entwickelt, was man eigentlich Bumerang nennt. Das ganze ist so umgesetzt, dass es filmerisch eigentlich niemanden mehr zu begeistern in der Lage ist. Doch wird der Betrachter einem angenehmen und unterhaltsamen Charme ausgesetzt, auf einer Laufzeit von rund 87 Minuten. Die einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) verfügt über keinen Innovationsgrad innerhalb des Films oder aber des Menü-Designs. Extras gibt es praktisch nicht. Erscheinungstermin für die Verleihfassung war der 9. Mai; die Verkaufsversion zieht am 27. Juni zu einem Preis von unter 15,- Euro nach.

Andre Schnack, 02.06.2008

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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