Die Gustloff

Drama/History
Drama/History

[Einleitung]
Die Geschichte des Schiffes mit dem Namen Gustloff ist wahr und tragischen Ausmaßes zugleich. Das gigantische Schiff sank zur Zeit des zweiten Weltkriegs, als es sich im Einsatz als Transportmittel für Flüchtlinge befand. Die Gustloff war dabei mit knapp 10.000 Menschen unterwegs. Umstände aus denen deutsche Filmemacher 2008 einen TV-Spielfilm fertigten. Jener erscheint nun aus dem DVD-Angebot von universumfilm und wir schauten uns den Titel von Regisseur Joseph Vilsmaier und Drehbuchautor Rainer Berg genauer an und berichten. In den Hauptrollen des Dramas sind Kai Wiesinger, Heiner Lauterbach, Michael Mendl, Valerie Niehaus und Detlev Buck und weitere zu sehen.

[Inhalt]
Der Film greift das erschütternde Schicksal der Menschen an Bord der „Wilhelm Gustloff“ auf, die am 30. Januar 1945 versuchte, tausende Flüchtlinge vor der anrückenden Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Nach der Torpedierung durch ein sowjetisches U-Boot sank das Schiff in etwas mehr als einer Stunde. Über 9.000 Menschen kamen dabei in der eiskalten Ostsee ums Leben, nur etwas mehr als 1.000 Menschen überlebten. Es war die größte Schiffskatastrophe in der Geschichte der Seefahrt.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Wenn es um gesunkene Schiffe geht, also Kreuzfahrt-Giganten und anderen Ozeanriesen, dann fällt ein Name immer: Titanic. Ihr Untergang und die traurigen Umstände dessen gehören zu bekanntesten und romantisch filmerisch umgesetzten schlechthin. Wenngleich weitere Wracks am Meeresboden Aufmerksamkeit fordern. Ein Name gehört zweifelsfrei ebenfalls dazu, die Rede ist von der Wilhelm Gustloff. Weniger Mythen und Legenden ranken sich um das große Schiff, welches durch drei russische Torpedos getroffen in den Fluten der Weltmeere mit 9.000 Opfern versank. Doch in Vergessenheit geraten wird diese Katastrophe nicht, ist sie doch die größte der Seefahrtsgeschichte.

„Die Gustloff“ ist eine deutsche Filmproduktion, die mit einer üppigen Laufzeit von rund 180 Minuten daher kommt. Konzipiert fürs TV-Programm kann die Sendung zwar theoretische Ausmaße eines „Titanic“ erreichen, in der Praxis jedoch aufgrund der technischen Umsetzung und der unterschiedlichen Schwerpunkte im Inhalt kein vergleichbares Niveau erklimmen. Denn der „Gustloff“ gelingt es sich in Schale zu werfen, in Ermanglung eines romantischen roten Fadens und den nötigen Nebenschauplätzen und Spannungsmomenten hingegen ist der Aufbau und Ablauf der Story nicht so treffsicher und wirkungsvoll. Für ein TV-Film eine insgesamt wirklich gelungene Darbietung, eine Butterfahrt ins Kino hingegen sollte der Titel nicht unternehmen, er würde in Seenot geraten.

[Technik]
„Die Gustloff“ erscheint als gelungene visuelle Präsentation im anamorphen Breitbildgewand 1.78:1 und füllt damit die Mattscheibe eines 16:9-Wiedergabegeräts aus. Ob es sich bei den Realaufnahmen oder aber den computergenerierten Bildelementen handelt, stets wahrt der Transfer einen harmonischen Gesamteindruck und gefällt durch eine weitgehend natürliche und plastische Wiedergabe. Der Kontrast geht in Ordnung und selbst die Kantenschärfe befindet sich für eine TV-Produktion auf einem gelungenen Niveau. Lediglich die Sauberkeit kann nicht über die Laufzeit des Films hinweg gehalten werden. Immer wieder fallen Körnungen im Untergrund auf, nicht immer ist der Untergrund besonders ruhig, so neigt er bei raschen Kameraschwenks auch hin und wieder zur Bildung von Nachzieheffekten. Blockbildungen seitens der Kompression bleiben aus.

„Die Gustloff“ gibt es im Dolby Digital 5.1-Mehrkanaltonformat. Der Ton bedient sich der theoretisch zur Verfügung stehenden Mittel nur bedingt. Immer wieder haben wir es mit zahlreichen Hintergrundgeräuschen und Umgebungseindrücken zu tun, die sich über das angeschlossne Lautsprecher-Set zum Ausdruck bringen. Die Sprachausgabe erklingt dabei meist sehr sauber aus dem Center-Speaker und in keinem Moment werden für die Story relevante Informationen aufgrund der technischen Umsetzung unterschlagen oder negativ beeinträchtigt. Musikalisch bekommt der Transfer hin und wieder in den besonders dramatischen Momenten eine emotionale Schlagseite, technisch jedoch gut abgebildet. Untertitel suchen wir vergebens.

[Fazit]
Man muss fair sein und die DVD-Erscheinung mit zwei Discs unter dem Titel „Die Gustloff“ ein wenig differenziert bewerten. Denn es geht natürlich im Schwerpunkt um den rund 180minutenlangen Hauptfilm, doch eben nicht allein. Es gibt auf der zweiten Disc (beides einseitige Dual-Layer-Discs, DVD Typus 9) nämlich noch hitverdächtiges Bonusmaterial. Über einfach gehaltene Menünavigation erreicht der Betrachter neben dem ab 12 Jahren freigegebenen Hauptprogramm noch folgende Materialien: ein Making Of zu rund 15 Minuten und die Guido Knopp-Dokumentation „Der Untergang der Gustloff“ mit einer Spieldauer von knapp 45 Minuten. Super, sagen wir. „Die Gustloff“ erschien am 10. März in Form dieses 2-DVD Sets im Handel. Der Film konnte am 2. März um 20.15 Uhr im TV gesehen werden.

Andre Schnack, 18.03.2008

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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