Die Konsensfabrik

Dokumentation
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[Einleitung]
Intellektuelle und große Denker, also schlauere Leute als ich, sollen die Verantwortung für jene mit übernehmen, die es seitens der Natur nicht so gut getroffen hat. So übersetze ich einmal sehr grob inhaltlich die Aussage von Noam Chomsky, der diesen Film mit dem Titel „Die Konsensfabrik – Noam Chomsky und die Medien“ verantwortet. Darin beschäftigt sich der namengebende Autor, Philosoph, Intellektuelle und Medienproduzent Noam Chomsky mit seiner Theorie des modernen gesellschaftlichen Zusammenlebens außerhalb totalitärer, mit Gewalt herrschenden Staaten. absolut medien veröffentlicht diese Standard Definition DVD Fassung des umfangreichen Werks.

[Inhalt]
Unterhaltsam, provokativ und anschaulich nähert sich der Film dem Werk und Leben des renommierten Linguisten, Intellektuellen und politischen Aktivisten Noam Chomsky. In einer Collage aus alten und neuen Interviews, Archivmaterialien und biografischen Elementen beleuchtet er Chomskys kritische Analyse der Massenmedien – vor allem in demokratischen Gesellschaften, in denen die Bevölkerung nicht durch Gewalt diszipliniert wird, sondern subtileren Formen ideologischer Kontrolle ausgesetzt ist.

Das zweiteilige Mammutwerk kommt trotz seiner Länge leichtfüßig daher. Die Regisseure Achbar und Wintonick regen ihre Zuschauer an, die Funktionsweisen des Films selbst zu hinterfragen, so wie Chomsky seine Zuhörer auffordert und ermutigt, sich aus dem Netz von Mythen und Täuschungen zu befreien und »intellektuelle Selbstverteidigung« zu üben.

Teil 1: Gedankenkontrolle in demokratischen Gesellschaften
Teil 2: Widerspruch anregen!
(Quelle: absolut medien)

[Kommentar]
Diese Sendung ist keinesfalls an Menschen gerichtet, die einen ausgesprochen hohen IQ haben und es mit wissenschaftlichen Arbeiten aufnehmen, wo andere noch verdutzt grübeln. Sondern vielmehr für den ganz normalen Typen von nebenan. Den Durchschnittsmenschen vielleicht, wenn man denn so will und mag. So einen wie mich eben. Und ich dachte mir auch, was steckt wohl hinter diesem Titel, der mich über Verschwörungstheorien nachdenken lässt und die These in den Raum stellt, dass unser gesellschaftliches Leben vielleicht gar nicht derart frei ist, wie wir es wahrnehmen… Noam Chomsky offenbart Zustände, die nicht immer auf den ersten Blick zu sehen sind und regt an aktiv an der Verbesserung vom Zuständen zu arbeiten.

Offen gestanden habe ich Spass an solchen Gedankenspielen. Weniger Spass würde ich allerdings empfinden, wenn diese sich als Wahrheit entpuppen würden. Ich mag es darüber nachzudenken, ob es nicht irgendwelche Pläne einzelner Menschen gibt, die im wahren Leben für den einzelnen nicht ohne weiteres erkennbar sind und dazu dienen, die großen Massen zu lenken. Doch vielleicht sind es gar keine einzelnen Geister, die solche Gedanken und vielleicht Systeme treiben, sondern mehrere Menschen,… alles Spekulation, sage ich. Noam Chomsky hingegen spinnt diese Gedanken und findet Beispiele, gar Belege dafür, dass nicht alles Zufall ist, was weltpolitisch geschieht.

Den Medien gebührt dabei besondere Aufmerksamkeit und ich möchte festhalten, das die Wirkung der Medien – wie am Beispiel der italienischen Politik gut zu sehen – wahrlich bombastisch und nahezu gnadenlos sein kann. Wie ist es ansonsten möglich, dass jemand in dem höchsten politischen Amt Klage nach Klage kassiert und unbeirrt weiter politisch aktiv sein kann und darf. Und das Bild realer Personen weicht oftmals von dem ab, wie sie tatsächlich sind und agieren. All das und noch viel mehr kommt an Gedanken hierbei hoch. Ein wertvolles Werk, zweifelsohne.

[Technik]
Old School soweit das Auge reicht… (was unter normalen Wetterverhältnissen knapp 30 Kilometer ausmacht…). Wir haben es mit einem Vollbild-Transfer zu tun. Also schauen wir gespannt auf 1.33:1 Aufnahmen, wie diese unter den Altersfolgen leiden und ihr bestes geben, sich sozusagen noch einmal aufbäumen. Kontrast, Farbgebung, Kantenschärfe und Bilddetails – egal welches Kriterium angeschaut wird, das Ergebnis kann nicht mit dem üblichen Niveau des Marktes vergleichen werden, geschweige denn mithalten. „Die Konsensfabrik – Noam Chomsky und die Medien“ gefällt dennoch, da der Inhalt das Gerüst darstellt und dieses ausreichend trägt…

Kommen wir zum Ton. Auch hier herrscht weitgehend Ebbe. „Die Konsensfabrik“ bietet einen Dolby Digital Stereo-Sound, gewählt kann hier nicht werden. In englischer Sprache trällert der Sound vor sich her, deutsche Untertitel schmücken das Antlitz des Bildes und verbessern die Verständlichkeit unheimlich. Musik kann man hier und dort ebenfalls sehr wirkungsvoll vernehmen, richtig Atmosphäre oder Stimmung kann leider so nicht entstehen, hier wäre wesentlich mehr möglich gewesen.

[Fazit]
Wer einen gelungenen Einblick in die Ansicht eines eigensinnigen und sehr intelligenten Herren nicht scheut und stattdessen schätzt, der kann und wird sich hier und mit dem Werk gut zurecht finden. Auf Grund der hier angewandten Art und Weise der Erzählung entsteht die Ansicht und der Blick aus der Perspektive eines speziellen Weltbildes, welches sehr kritischen den medialen Wirkungen gegenüber steht. Auf der Laufzeit von rund 167 Minuten (ca. 3 Std.) in zwei Teilen bereitet die DVD 9 mit ihrer Software viel Freude und regt unheimlich an darüber nachzudenken, ob das eigene Weltbild „richtig ist“.

Da es um große und globale Zusammenhänge geht, um Muster des politischen Handelns, ist der Stoff bestimmt nicht für jedermann von Interesse. All jene jedoch, die nur kleine Zweifel an dem hegen, was unsere politischen und demokratisch gewählten Führer sagen, der sollte sich dieses Stück auf gar keinen Fall entgehen lassen. Erscheinungstermin war der 31. August 2013 zu einem Preis von rund 14,- Euro. Eine Altersfreigabe liegt nicht vor, da es sich beim Film um Info-Programm gemäß §14 JuSchG handelt.

Andre Schnack, 23.09.2013

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★☆☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★★☆