Die Kreuzzüge

Dokumentation
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[Einleitung]
Die Kirche ist ein Verein, den es bereits seit einigen tausend Jahren gibt und der durch mehr oder weniger intensive Phasen lief und sich grundsätzlich sehr erfolgreich entwickelte. Das es sich dabei um eine Glaubensgemeinschaft handelt, wird bei genauerer Betrachtung der Historie nicht immer gleich klar. Auch nicht, dass es augenscheinlich darum geht Nächstenliebe zu leben… Mit der Dokumentation „Die Kreuzzüge – Das historische Ringen der Religionen“ aus dem Angebot von polyband unter dem Label BBC bietet eine inhaltliche Ausrichtung, die sich vom Titel ablesen lässt. Strukturiert in drei Teile bietet die Fachsendung eine Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden.

[Inhalt]
An einem Novembertag im Jahr 1095 hält Papst Urban II. eine folgenschwere Predigt – und entfesselt mit seinen Worten ein neues Zeitalter der Kriege. Es ist der Beginn der Kreuzzüge, der Auftakt zu einem zwei Jahrhunderte währenden Ringen der Religionen. Mit eindrucksvollen Bildern präsentiert diese Dokumentation Schlachtfelder, Pilgerstätten und islamische Metropolen. Darüber hinaus forschen die Macher der Serie auch auch in den Archiven von Oxford, Venedig und Kairo, um mithilfe zeitgenössischer Quellen neues Licht auf diese kriegerische Epoche zu werfen.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Faszinierend eigentlich, wenn man doch bedenkt, dass es in allen großen Kulturen, Religionen oder sonstigen Glaubenszusammenschlüssen primärer oder nachgelagerter Art und Ausrichtung am Ende irgendwo immer um Missionierung, Expansion und damit verbunden Eskalationen und Krieg geht. Immerhin predigen zahlreiche Menschen jeden Tag Frieden und meinen damit Krieg. Gut, das mag etwas provozierend klingen. Abgeschwächt finden wir diese Scheinheiligkeit in jedem einzelnen Tag unseres Lebens vor. Denn Menschen sind so.

Davon ab war es tatsächlich die Kirche mit ihren Kreuzzügen, die für abertausende Menschen und ganze Völker ein Ende der bis dahin gelebten Art und Weise bedeutete. Keinesfalls war die Missionierung ein Angebot, welches man ohne weiteres ausschlagen konnte oder sollte. Und keinesfalls ging die treibende Kirche hinter den Kreuzzügen mit unerbittlicher Härte vor. Politisch ging es dabei auch zu, so dass die verschiedenen Lager einem stetigen Machtkampf ausgesetzt waren. Vor allem auch international betrachtet.

Technisch gelang die Umsetzung und Inszenierung gut. Immer wieder wird klar, dass wir es mit Aufnahmen der Moderne zu tun bekommen, denn dazumal gab es bestenfalls ambitionierte Künstler, die verschiedene, im Nachhinein als geschichtlich relevant bewertete Momente festhalten konnten. Wir sehen hier solche Bilder, sowie Zeichnungen in Büchern und andere zeitgenössische Elemente. Immer wieder auch Architektur aus eben heutiger Perspektive. Kommen computergenerierte Aufnahmen ins Spiel, so sieht man dies.

[Technik]
Anamorphe Bilder finden hier im Format 1.78:1 statt. „Die Kreuzzüge“ bietet einen rundum ordentlichen Transfer, der sich eines gesunden Kontrasts erfreut. Letztgenannter bietet neben einem ausreichend knackigen Grundton auch sinnvoll davon abgegrenzte Farben. Es entstehen auf dieser Basis ausreichend plastische Bilder mit einer angenehmen natürlichen Wirkung. Insgesamt hält sich das Niveau im Bereich der Konturenzeichnung und somit der Bildschärfe in Grenzen. Ich finde hier ein positiv geprägtes TV-Niveau vor, welches der Dokumentation angemessen erscheint. Kompressionsartefakte sind nicht mit von der Partie.

Auf die Ohren gibt es in Form eines Dolby Digital 2.0-Transfers, und zwar in den beiden Sprachfassungen Englisch und Deutsch. Sauber erfolgt die Informationsvermittlung und wir erfreuen uns einer hohen Verständlichkeit. Auch kommt die Qualität dabei gar nicht zu kurz, lediglich in Sachen Räumlichkeit passiert praktisch gar nichts. Sehr zentrisch ausgerichtet und frontlastig ausgespielt wirkt hier ausschließlich die Sachebene. Zu großartigen Emotionen kann es soundgestützt nicht kommen.

[Fazit]
Abgepackt in einem ansehnlich gestalteten Pappschuber befindet sich diese einseitige und zweischichtige DVD im Standard Definition Format. Das aussterbende Medium bietet den neuen High Definition Inhalten bislang noch ordentlich Paroli, im Absatz, nicht technisch betrachtet. „Die Kreuzzüge“ fallen in drei Teilen aus, jeweils zu rund 50 Minuten. Laut der FSK handelt es sich hierbei um ein Info-Programm gemäß §14 JuSchG. Erscheinungstermin war der 26. Juli, der Preis befindet sich bei rund 19,- Euro, was nicht unbedingt als Schnäppchen erscheint. Weitere Ausstattungsmerkmale gibt es leider nicht aufzuzählen, da nicht vorhanden.

Andre Schnack, 13.08.2013

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆