Die Päpstin

Drama/History/Romance
Drama/History/Romance

[Einleitung]
Ich hatte einiges davon mitbekommen, als der Film „Die Päpstin“ in den deutschen Kinos anlief. Gesehen hatte ich ihn nicht, auch bislang nicht. Nun ergab sich die Gelegenheit als diese DVD in der Post war. Wie schön. Der Sönke Wortmann-Film entstand 2009 als europäische Ko-Produktion mit einem gesunden Aufwand von geschätzten 22 Mio. Euro. Damit kann man einiges anfangen, wie das Team um Wortmann beweisen wollte. In den führenden Rollen dieses Dramas mit viel Mittelalter-Flair sehen wir Johanna Wokalek, John Goodman, David Wenham und weitere. Wir waren gespannt auf die Geschichte über einen weiblichen Papst in einer düsteren Zeit der Menschheitsgeschichte. Es handelt sich hierbei um die DVD-Fassung von Constantin Film.

[Inhalt]
Im Jahr 814 n. Chr. wird Johanna geboren. Bereits in jungen Jahren lehnt sie sich auf gegen den ihr vorbestimmten und eingeschränkten Weg als Frau. Sie ist davon überzeugt, dass Gott für sie eine andere Bestimmung vorgesehen hat. Schließlich verliebt sie sich in den Edelmann Gerold (David Wenham). Während er in den Krieg zieht, besinnt sie sich auf ihre innere Stimme und tritt unter dem Namen Johannes als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster ein. Sie wird Arzt, geht nach Rom und steigt in der Gunst des Heiligen Vaters (John Goodman) und somit auch in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf. Bis sie schließlich selbst zum höchsten aller Würdenträger – dem Papst ernannt wird.

Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende.
(Quelle: Constantin Film)

[Kommentar]
Betrachten wir das angewandte Handwerk, so stellen wir eine ordentliche, wenn nicht zuweilen sogar sehr gute Herstellungsqualität fest. Diese Aussage erstreckt sich zu den Themen Kostüme, welche alle zeitgemäß wirken, den Masken und den Sets, in denen die Handlung vor sich geht. Atmosphärisch versteht es „Die Päpstin“ eine dichte und stellenweise von Spannung geprägte Wirkung aufzubauen. Der Spannungsbogen kommt dabei nicht zu kurz, wenngleich der Film mit seiner Laufzeit von rund 142 Minuten ordentlich etwas zu erzählen hat. Im Kern geht es um die vermeintliche Päpstin, über die man in den tatsächlichen Aufzeichnungen eher weniger findet. Doch darum geht es nicht, sondern um das Szenario „was wäre wenn“. Und genau diesen Aspekt lebt Sönke Wortmanns Film gut aus.

[Technik]
Das 2.35:1-Bild gehört mit Sicherheit zu den guten im qualitativen Mittelfeld. „Die Päpstin“ kann nicht berichten von politisch desaströsen Vorkommnissen, wie hochrangige Funktionäre unter Kindesmissbrauchs-Verdacht. Bei ihr ist es das eher farbarme Mittelalter, welches den Umgebungen ein stetiges grau einhauchen, wenngleich die Bilder allesamt sehr authentisch wirken. Die Kostüme und Masken kommen gut zur Geltung, die Kantenschärfe gelang ausreichend. Es könnten hier und dort etwas mehr Detailzeichnungen sein. Aber gut. Verunreinigungen oder andere Störungen treten nicht auf, auch arbeitet die Kompression ordentlich und vor allem unauffällig.

„Die Päpstin“ als Historienfilm bereitet einen guten Job beim Ton. Zum Einsatz kam ein Dolby Digital 5.1-Format, und zwar zweimalig, in deutscher Synchronfassung und ein weiteres Mal im englischen Original. Es sind allerdings nicht die Dialoge, die hier im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die atmosphärischen Ausführungen über ein kaltes Alter voller profaner und kirchlicher Themen. Die musikalische Begleitung stellt sich qualitativ ebenfalls gut auf und leistet sich keine Schwächen beim Ausspiel der Kompetenzen. Untertitel sind in den vorgenannten Sprachfassungen auf der Disc vorzufinden.

[Fazit]
Paramount Home Entertainment und Constantin Film veröffentlichten am 8. April „Die Päpsting“ in Form dieser Standard Definition-DVD. Mit einer Laufzeit von rund 142 Minuten füllt der Titel die einseitige und zweischichtige Disc (DVD Typ 9). Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren, allen anderen darunter würde die Thematik ohnehin nicht unbedingt zusagen, wenn gleich man hier und dort einige waffenschwingende Ritter vor die Augen bekommt. Das Menü gestaltet sich konservativ und bietet den Zugriff auf nur wenige Extras. Die da wären ein kurzes (rund 3minutenlanges) Making of, einige Darstellerinfos und ein Audiokommentar. Highlight ist der letztgenannte Audiokommentar, ansonsten hält sich die Ausstattung des Titels in Grenzen. Wer einen modernen Historienfilm wünscht, bitte sehr.

Andre Schnack, 26.04.2010

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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