Die Scheinheiligen

Comedy
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[Einführung]
Im Programm der universum film befindet sich auch die deutschsprachige, oder besser, bayrischsprachige Code2-DVD „Die Scheinheiligen“ von 2001 von Regisseur und Drehbuchautor Thomas Kronthaler. Es handelt sich dabei um seine erste Drehbucharbeit und gleichzeitig das zweite Werk seines Regisseur-Schaffens. In den Hauptrollen der gar lustigen Geschichte, die nach einer wahren Begebenheit entstand, sind folgende Darstellerinnen und Darsteller zu sehen: Maria Singer, Johannes Demmel, Michael Emina, Andreas Lechner, Wolfgang Fischer, Alfred Jaschke, Sepp Schauer und Werner Rom. Wir nahmen uns der DVD an und unterzogen ihr die Tests.

[Inhalt]
Heilig, liebenswert, gnadenlos – Bayern, wie es wirklich ist. Johannes, ein sympathischer, kleinkrimineller Holzschnitzer, dringt in das scheinheilige Idyll einer kleinen oberbayerischen Gemeinde ein, um für den dort ansässigen Pfarrer eine wertvolle Marienfigur zu kopieren. Auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf trifft er auf die alte. Verwahrloste Bäuerin Magdalena. Die Gemeinde, geplagt von finanziellen Nöten, träumt von einer Grillstation mit eigenem Autobahnzubringer. Hierfür benötigt man aber den Baugrund von Magdalena. Mit Hilfe von Johannes und dem Asylbewerber Theophile kann sie sich gegen alle Versuche, ihr den Grund abzujagen, erfolgreich zur Wehr setzen.

[Kommentar]
„Ja, Herrschaft!“ – der anfänglich starken Skepsis dem Film gegenüber trotzt der natürliche Humor und die wirklich lustige Geschichte, die sich an einer wahren Begebenheit orientiert. Natürlich übertrieb Filmemacher Thomas Kronthaler mächtig, damit auch der Humor nicht zu kurz kommt. Und einige Situationen sind wirklich zum Schreien komisch. Da nagt schon etwas Realsatire am gesunden Humor der Bayern. Das Kleinbürgertum, die Engstirnigkeit und Durchsetzungskraft der Dickköpfe, sowie Vetternwirtschaft, die Einwanderungspolitik und das Staatsmodell, für jeden gibt es etwas vor den Latz. Ein Film mit einer Message. Die darstellerischen Leistungen gelangen gut, und auch die Musik und der Verlauf der kurzweiligen Story sorgen für Zufriedenheit beim Betrachter. Ein einfacher Film, der auf eine simple, aber doch tiefgängige Weise an kleinen Beispielen große Themen elegant und unterhaltsam abhandelt, und nicht „scheinheilig“.

[Technik]
Was erwartet man von einer Produktion mit einem Ursprung wie der hier vorliegenden? Ein solides, rundum zufrieden stellendes Ergebnis! Und das bekommt der Betrachter hier auch weitgehend präsentiert. Die visuelle Leistung wird im anamorphen 1.85:1-Tranfer vollzogen und gefällt durch die natürliche Farbwiedergabe und den gelungenen Kontrast. Kantenschärfe und Detailreichtum hingegen kommen hier etwas zu kurz. Rauschmuster oder grieselige Aufnahmen bleiben überwiegend aus. Einem Vergleich mit großen Kinoproduktionen wird die Darbietung nicht standhalten, aber in Anbetracht der Verhältnisse kann man wirklich zufrieden sein.

Die Akustik des Films ertönt im Dolby Stereo-Gewand aus den Lautsprechern, und dies in deutscher Sprache. Englische und deutsche Untertitel sind optional einzuschalten. Letztere bringen auch „nordischere“ deutsche Sprachverständnissen nahe und bietet gute Verständlichkeit. Von der Qualität her wird der Ton den Anforderungen ausreichend gerecht und Musik und Sprachausgabe wirken gut.

[Fazit]
„Die Scheinheiligen“ ist eine feine Satire, die gut und ehrlich unterhält. Letztlich muss schon festgehalten werden, dass die Natur des Films und sein Stil Geschmackssache sind. Aber ist das nicht immer so? Die Laufzeit wird auf der Verpackung mit 77 Minuten angegeben. Der Streifen befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Über das einfach gehaltene Menü erreicht man die Toneinstellungen, eine Kapitelauswahl und folgendes Bonusmaterial: ein Audiokommentar von Thomas Krohntaler (Regie), Micki Stoiber (Kamera) und Ismael Feichtl (Produktion), ein Making Of, ein bayerisches Glossar inklusive original Rehragout Rezept, dann gibt noch eine Fotogalerie mit Filmmusik und den Kinotrailer. Die Altersfreigabe erfolgte ab 6 Jahren. Preislich orientiert sich die Disc im Handel um die 20,- Euro. Abschließend: ein etwas anderer und sehr unterhaltsamer Heimatfilm!

André Schnack, 19.05.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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