Die Vergessenen

Drama/Thriller/Mystery/Science-Fiction
Drama/Thriller/Mystery/Science-Fiction

[Einleitung]
Gruselfilme erfreuen sich sehr großer Beliebtheit und sorgen, vorausgesetzt sie wurden gut umgesetzt, im Kino auch über einen großen Zeitraum für eine gute Belegung der Reihen. „Die Vergessenen“ (Originaltitel: The Forgotten) von Regisseur Joseph Ruben entstand 2004 mit Julianne Moore, Dominic West, Gary Sinise, Alfre Woodard und Linus Roache in den Hauptrollen. Die mysteriöse Story über einen verschwundenen Jungen und die um Aufklärung ringende Mutter erscheint nun auf DVD aus dem Programm der Columbia TriStar Home Entertaiment und wir konnten uns ein Bild von den Qualitäten der Veröffentlichung machen.

[Inhalt]
Telly Paretta wird von der Erinnerung an den Tod ihres 8-jährigen Sohnes Sam gequält, der vor 14 Monaten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Während sie immer noch ganz mit ihrer Trauerarbeit beschäftigt ist, die auch zunehmend zu einer Entfremdung von ihrem Mann Jim führt, versucht ihr Psychiater Dr. Munce ihr einzureden, dass sie an einer Wahnvorstellung leidet, ihr Sohn in Wahrheit nie existiert hat, und sie sich all die Erinnerungen an ihn nur eingebildet hat. Ebenso ungläubig wie geschockt von dieser These versucht Telly nun, einen Beweis für Sams Existenz zu finden – Fotos, Videos, Alben. Doch alles ist verschwunden! Sie beginnt bereits zu glauben, dass sie verrückt ist, bis sie Ash Correll, den Vater eines der anderen Opfer des Flugzeugabsturzes trifft. Gemeinsam wollen sie die Wahrheit ans Licht bringen – die Wahrheit über die Existenz ihrer Kinder und ihren gesunden Geisteszustand…
(Quelle: Columbia TriStar Home Entertainment)

[Kommentar]
Thriller? Oftmals ist es nicht mehr der intelligent inszenierte und nahezu perfekt durchdachte Charme und die Geschichte eines Alfred Hitchcock, sondern eher ein Resultat der aktuell gewordenen Möglichkeiten des modernen Kinos. Zur Schau des Potentials von Schnitt-Raum und der Computer-Effekten. Und da alles seinen Preis hat, werden nicht selten diese Filme dann Opfer einer schlechteren Story, schade. Soviel zum Allgemeinen. „The Forgotton“ oder hierzulande „Die Vergessenen“ weist weder gute technische Aspekte auf, noch kann der Film mit einer innovativen oder einer allzu spannenden Story aufwarten. Was anfänglich noch sehr gut beginnt, verliert mit weiterem Verlauf der Geschichte an Spannung und Atmosphäre. Letztlich bleibt sich der Film nicht treu und schafft es nicht, einen erkennbaren roten Faden zu verfolgen.

„Die Vergessenen“ bricht nach Ablauf der ersten Hälfte ein wenig aus dem Ruder. Es steht nicht mehr die eigentliche Suche nach dem Kind im Vordergrund, vielmehr fragt sich der Betrachter, was überhaupt für das Verschwinden verantwortlich ist und welcher Nutzen für wen dahinter steckt. Leider fallen hier und dort kleine Ungereimtheiten auf und es kann nach Ablauf des Abspanns nicht jede Frage mit einer Antwort versehen werden. Dies stört die Atmosphäre, welche durch die überwiegend dunkle Stimmung, die passende Ausleuchtung und einen angenehmen Schnitt entsteht merklich. Jedoch hat der Film durchaus seine Momente, getragen von einer für den Betrachter spürbaren Verzweiflung, die letztlich aus den guten darstellerischen Leistungen besteht.

[Technik]
Visuell zeigt sich das Stück im anamorphen 1.85:1 Gewand und füllt die Mattscheibe eines Widescreen-Geräts somit vollends aus. Die Ausleuchtung der Sets bestimmt die optischen Werte sehr stark. Wir haben es hier mit einem Film zu tun, der größtenteils in nicht gerade hell ausstaffierten Umgebungen seinen Lauf nimmt und entsprechend dunkel ausschaut. Aufgrund diverser technisch angewandter Kosmetika erreicht der Film zwar übers Mittel eine angenehme Ausstrahlung, kann qualitativ jedoch nicht in den oberen Ligen mitspielen. Das liegt zum einen daran, dass ein erkennbares Rauschen wahrgenommen wird und sich auf der anderen Seite der Grad an Details im Rahmen hält. Pluspunkte gibt es für die gefühlte Atmosphäre, die durch den Kontrast und die Farben entsteht. Die Kompression geht in Ordnung und seltens treten Blockbildungen oder Artefakte auf.

Tontechnisch gehört das Genre zu den Interessenvertretern des guten Tons. Denn in einem Gruselfilm kann mit dem richtigen Sound richtig was erreicht und die Spannung zum Exzess zelebriert werden. „Die Vergessenen“ glänzt überwiegend durch ein im Spektrum überschaubares Repertoire an akustischen Finessen, weiß jedoch dann zu überzeugen, wenn es darauf ankommt. Einige Überraschungsmomente kann der Titel aufwarten und der Ton positiv für sich nutzen. Die Effekte setzte man so gezielt ein, dass sie eine entsprechende Wirkung hervorrufen. Neben diesen Schockmomenten herrschen dialogträchtige Szenen und musikalische Untermalung unter Zusteuerung von Hintergrundgeräuschen vor. Alles in guter Dolby-Manier.

[Fazit]
Inhaltlich haben wir es mit einem Thriller zu tun, der neue Wege beschreiten möchte, jedoch nicht über das Mittelmaß hinauskommt und somit im Vergleich zum Genre auf der Strecke bleibt. Über die rasch verrinnenden 87 Minuten wird Kurzweiligkeit und ausreichend Spannung und Atmosphäre offeriert, die technischen Belange der einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) gehen in Ordnung. Als Zusatz-Features hat der Film folgendes im Gepäck zu bieten:

  • Audiokommentare von Regisseur und Autor
  • Filmdokumentation „Erinnerungen“
  • Entfallene Szenen
  • Making Of
  • Trailer

Ein Film über die Macht der Erinnerungen und deren Auswirkungen darüber, wenn die eigenen Erinnerungen nicht mehr im Einklang mit der restlichen Umgebung stehen. Ein Thriller, der viel sein möchte, dieses Ziel jedoch leider durch eine zweite, nicht so gelungene Hälfte und ein unpassendes Ende verfehlt. Und ein Film ab der Altersstufe von 12 Jahren, der am 08. März seine Veröffentlichung auf DVD erleben wird und denen gefällt, die der Logik im Film nicht allzu viel Gewicht verleihen und spannende Unterhaltung wünschen.

Andre Schnack, 25.02.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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