Die Vollchaoten

Comedy
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[Einleitung]
Wenn auf dem Cover einer DVD steht „In der Tradition von American Pie & La Boum – Die Fete“, dann muss das weder etwas gutes, noch etwas schlechtes heißen. Unter der Regie von Igor Sekulic entstand 2004 der französische Comedy-Titel „Les gaous“, der hierzulande unter „Die Vollchaoten“ vertrieben wird. Warum der Film vielleicht eher hätte heißen sollen „Die Vollidioten“ im weiteren Verlauf dieses Reviews noch weiter erörtert. In den führenden (hier unpassend gewählter Ausdruck) Rollen sehen wir Matthias Van Khache, Hervé Lassïnce, Richard Bohringer, Jean-Marie Bigard und Mareva Galanter. Regisseur Igor Sekulic schrieb gemeinsam mit Jean-Marie Poiré und Rodolphe Sand das Drehbuch. Wir sahen uns die DVD von Sunfilm Entertainment genauer an.

[Inhalt]
Maurice (Matthias Van Khache) verliebt sich Hals über Kopf in ein süßes Mädchen aus der Stadt die mit Ihrem arroganten Freund auf dem Bauerhof eine Autopanne hat. Er bricht mit seinem besten Freund nach Paris auf um die Angebetete zu suchen, kaum angekommen stürzen sich die beiden Chaoten auf der Suche nach der Traumfrau furchtlos ins pralle Partyleben. Sex, Drogen, neue Freunde und coole Musik, das Leben könnte so schön sein wenn da nur nicht der Vater seines Kumpels wäre der unangemeldet nach Paris kommt und noch nichts über die Grasplantage im Wohnzimmer weiß.
(Quelle: Sunfilm Entertainment)

[Kommentar]
Also ich fand damals „Road Trip“ und auch „Schwere Jungs“ total komisch, ich liebe „Ford Fairlane“ und müsste lügen, um zu sagen, dass mir „Jay und Silent Bob“ nicht gefiel,… Also die besten Voraussetzung für einen Independent Comedy-Titel. Doch „Die Vollchaoten“ ist einfach nicht so lustig, wie es zu Beginn den Anschein macht. Es fehlt dem Inhalt an Unterhaltung und oftmals an Sinn, was der Wertung zu schaffen macht. Leer und wenig innovativ verpasst der Film entscheidene Momente und der Aufbau wirkt zu einfach und lieblos. Mit einigen guten Ideen hätten sich „Die Vollchaoten“ einen besseren Abgang gestaltet und sogar über Wasser halten können. Da nützt auch der moderne und durchaus gut gestaltete Music-Score aus bekannten Stücken nicht mehr viel.

[Technik]
Das Bild hat es qualitativ nicht leicht. Es gelingt dem anamorphen Breitbild-Transfer mit einem Seitenverhältnis von 1.85:1 nicht die Zuschauer zu begeister. Und rasch bändelt der vorhandene Datenstrom ernsthaft mit dem unteren Durchschnitt. Zuweilen sind die Aufnahmen sehr unscharf, ein stetes Rauschen begleitet vor allem dann sehr deutlich, wenn Nahaufnahmen mit einem sehr unklaren Hintergrund die Szenerie bestimmen. Bewegungen tun dem Geschehen nicht sonderlich gut. Immer wieder verwischen die Bilder leicht. Das alles liest sich sehr negativ, was ich schade finde. Doch wenn wir ehrlich sind, dann sieht das Bild leider nicht gut aus. Es hat seine Momente, kann jedoch durch seine Kontinuität im Mittelfeld einfach nicht aus diesem ausbrechen. Der Name ist Programm.

Nehmen wir Bezug auf den Ton der DVD. „Die Vollchaoten“ waren bislang sehr chaotisch und vor allem auch nur sehr durchschnittlich unterwegs. Wie steht es also mit dem wahlweise französischen oder deutschsprachigen Dolby Digital 2.0-Sound? Und dem deutschen 5.1-Pendant dazu? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten, denn auch hier herrscht das Mittelfeld deutlich erkennbar und bringt den Betrachter keine hohe Performance ins Heimkino. Wer den Titel am Fernseher ohne Mehrkanalton-Anlage schaut, der kann zufrieden sein. Toll ist das aber alles nicht. Recht solide und rauschfrei dudelt Musik daher, die Sprache trällert aus den Lautsprechern und wir haben einige Hintergrundgeräusche auf der Agenda bemerkt. Untertitel: deutsch und englisch.

[Fazit]
Kommen wir zur abschließenden Bewertung. Es handelt sich um eine durschnittliche Comedy, wenn man denn auf Themen wie „Kiffen“ steht, was eigentlich dafür bedingt recht selten im Film auftaucht. Auf rund 90 Minuten Laufzeit erstreckt sich das Mittelmaß auch in einem technische ebenso wertigen Gewand. Einzig die Bonusmaterialien scheinen zu überzeugen. Sie setzen sich zusammen aus folgender Aufzählung und sind über ein sehr schlichtes und nicht sonderlich hochwertiges Menü auf sich aufmerksam geworden.

– Making Of
– Deleted Scenes
– Outtakes
– Auditions
– Bildergalerie
– Kurzfilm
– Drehorte
– Trailer

Das ist a.) eine ganz schöne Menge für einen solchen Titel und b.) auch inhaltlich hinzu noch unterhaltsam genug, um zu gefallen. Alles in allem retten die Beigaben eine durchschnittliche Gesamtnote, die der starken Schwäche des Bildes und des Inhalts geschuldet sind. „Die Vollchaoten“ erscheint am 24. Juli zu einem Preis unter 10,- Euro. Er weist sich mit einer Altersfreigabe von ab 16 Jahren aus und kann wohl nur diejenigen unter uns gut unterhalten, die bereits eine Tüte geraucht haben. Vor dem Kauf ist die Probeansicht durch die Videothek von nebenan zu empfehlen.

Andre Schnack, 15.07.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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