Die Wikinger

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
In drei Teilen berichtet uns die Dokumentation mit dem Titel „Die Wikinger“ über selbige. Keine Überraschung soweit. Doch wie schaut es inhaltlich aus? Kann der Titel mit vielen Fakten überzeugen und durch gelungene Nachstellungen für das Thema begeistern? Alles Fragen, denen ich an den Wikinger-Pelz ging und nach Antworten suchte. polyband veröffentlicht diesen Dokumentarfilm in drei Teilen in Form einer Standard Definition DVD. Ich machte mich auf, in entfernte, vergangene Landen und Zeiten, um mit Mythen aufzuräumen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.

[Inhalt]
In Skandinavien erblühte gegen Ende des 8. Jahrhunderts ein sagenumwobenes Volk: die Wikinger. Ihre schnellen und raffiniert konstruierten Schiffe ermöglichten es ihnen, sich sicher auf allen Meeren zu bewegen, und schenkten ihnen die grimmige Überlegenheit, mit der sie im frühen Mittelalter Europa auf ihren Raub- und Eroberungszügen heimsuchten. Sie gelten als blutrünstig, als wilde Eroberer und Piraten, sie sind die Bad Boys der Geschichte – aber waren sie wirklich so? 

Die Episoden:
1. Die mysteriösen Vorfahren
2. Der Anfang des Handelsimperiums
3. Das Ende der Entdecker
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Der Inhalt im ansehnlichen Pappschuber gefällt gut. In einer angenehmen Darreichungsform überzeugten mich sogar die teils aufwendig und authentisch wirkenden, nachgestellten Szenen. Und ich gestehe, dass ich den Gastgeber Neil Oliver gut fand, jedoch zuvor noch niemals in Aktion gesehen habe. Er machte seine Sache aber gut und überzeugend. In der deutschen Synchronfassung ist im übrigen stets mit dem nicht störenden englischen Originalsound im Untergrund zu leben.

Inhaltlich gut aufgebaut unterhalten die Sendungen jede für sich mit inhaltlichen Schwerpunkten. Hier und dort wird aufgeräumt mit bisherigen Halbwissen und mit Thesen, die zwar dazumal glaubwürdig aufgestellt werden konnten, heutzutage jedoch in Anbetracht neuer Erkenntnisse veraltet sind und hier aktualisiert werden. „Die Wikinger“ zeigte mir ein Portrait einer Kultur, die vor langer Zeit einen anderen Weg genommen hat, als die typische, uns gegenwärtige mitteleuropäische Geschichte. Interessant und hochwertig.

[Technik]
Unterhalten werden ist gut. Noch besser wird das ganze, wenn die Technik dabei nicht den Spaß reduziert oder sogar negativ auf sich aufmerksam macht. Und perfekt ist es, wenn die technischen Gegebenheiten der DVD das inhaltlich Geschichten bestmöglich unterstützen. Hier bekommen es „Die Wikinger“ mit einem anamorphen 16:9-Bild zu tun. Abgefasst im Seitenverhältnis 1.78:1, was nicht untypisch ist für diese Art von Produktion. „Die Wikinger“ nutzte verschiedene Quellen für die Bilder, wahrt dennoch einen guten Durchschnitt, was die Qualitäten betrifft. Kontrast und Farben sind stets in Ordnung, es entsteht eine ausreichende Plastizität. Kompression: sauber.

„Die Wikinger“ sind recht leise, dafür, dass es sich um Wikinger, also raue Nordmannen handelt. Technisch betrachtet stellen sich jeweils ein deutscher und ein englischer Dolby Digital 2.0-Soundtrack zur Verfügung. Eines gleich hier: Surround-Sound gibt es nicht. Nicht nur technisch und theoretisch betrachtet, sondern auch in der praktischen Umsetzung kann die Weite des Tons nur wenig überzeugen. Sprache, nun einmal egal welchen Ursprungs, gefällt durchweg und gestaltet sich verständlich und fehlerfrei. Untertitel konnte ich leider nicht auffinden.

[Fazit]
„Die Wikinger“ verspricht gute und wissenschaftlich angereicherte Unterhaltung. Und das gelingt es den drei Sendungen auch zu übermitteln. Mit einer Laufzeit von insgesamt rund 150 ist klar, dass jeder Teil knapp 50 Minuten aufbringt. Abgelegt sind die Inhalte auf einer einseitigen und zweischichtigen DVD (Typ 9). „Die Wikinger“ bietet keinerlei zusätzlicher Materialien oder Extras, sondern stellt die Präsentation durch Neil Oliver als das Alleinstellungsmerkmal dar. BBC leistete gute Arbeit und mir gefiel die Ansicht gut, wenngleich ich kein Freund der nachgestellten Szenen bin. Info-Programm, erschienen am 27. September zu rund 19,- Euro.

Andre Schnack, 28.10.2013

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆