Discovery Channel: Am Rande des Atomkriegs

Dokumentation
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[Einleitung]
Wer Errol Morris „The Fog Of War“ gesehen hat, Robert McNamara Glauben schenkt oder sich selbständig ein Bild auf Basis der geschichtlichen Fakten gemacht hat, der weiß, das wir während der Kuba-Krise nur ausgesprochen knapp einem katastrophalen Atom-Krieg entgangen sind. Diese und weitere Situationen, in denen die Menschheit knapp einer Eskalation vorbeischrammten stehen in der Discovery Channel-Dokumentation „Am Rande des Atomkrieges“ im Mittelpunkt. Der Untertitel sagt aus, dass es mehr als nur die Kuba-Krise gab: „Alles über die Kuba-Krise und weitere Beinahe-Katastrophen“. Die DVD erscheint aus dem Programm der polyband und richtet sich an geschichtlich und allgemein Interessierte und Wissbegierige.

[Inhalt]
Alles über die Kuba-Krise und weitere Beinahe-Katastrophen. Auch heute ist die Gefahr nicht gebannt. Schon morgen könnte der Weltuntergang sein. Wir alle leben mit der Bedrohung. Zu jeder Zeit besteht die Gefahr, dass durch Krieg, Terror oder menschliches Versagen das nukleare Inferno ausbricht. Diese zeitgeschichtliche Discovery Channel-Dokumentation blickt anhand zahlreicher Zeitzeugen-Interviews und Originalbilder auf den Beginn des atomaren Waffenzeitalters während des zweiten Weltkrieges, die Kuba-Krise als kritischen Höhepunkt des kalten Krieges und den darauf folgenden Rüstungswettkampf zurück. Immer im ittelpunkt dabei: die ständige Gefahr in der die Menschheit seit Erfindung der Atomwaffen lebt.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
„Am Rande des Atomkrieges“ stellt eine Discovery Channel-Dokumentation dar, wie sie vergleichbar ist mit „Internationale Raumstation – Leben im All“. Inhaltlich beschäftigt sich der Titel mit der Gefahr des stetig lauernden Atomkriegs, welcher auf den verschiedensten Wegen ausgelöst werden könnte. Dabei wird besonders viel Wert gelegt auf die Vermittlung geschichtlicher Fakten. Keine Frage, dass dazu die Kuba-Krise beispielhaft herangezogen wird. Letztlich setzen sich diese geschichtlichen Fakten im Wesentlichen aus drei Faktoren zusammen: der politischen, globalen Gesamtsituation, den politischen Zuständen innerhalb der verfeindeten Nationen und deren entsprechenden Entscheidungsträgern. Der Kalte Krieg nimmt innerhalb der zeitlichen Spanne der akuten nuklearen Bedrohung eine starke Rolle ein. Doch auch heute gibt es fortlaufend die Gefahr, da immer mehr Länder nach der Kompetenz streben, die Bombe selbständig fertigen zu können.

„Am Rande des Atomkrieges“ zeigt uns die kaum vorstellbaren Ausmaße einer atomaren Eskalation und verdeutlicht, dass es sich bei diesem Thema um ein globales Problem handelt, dass zwar mittlerweile abgeschwächt, sich jedoch noch immer nicht im Griff befindet. Schließlich handelt es sich um ein Thema der Menschheit und nicht um eines einzelner Länder und Nationen. Zum Einsatz kommen in der Sendung nahezu ausschließlich historische Archivaufnahmen, angereichert von Zeitzeugen-Berichten. Ein Sprecher begleitet das Geschehen und eine teilweise eintretende musikalische Begleitung sorgt für die notwendige Untermalung des Geschehens. „Am Rande des Atomkrieges“ gefällt, zeigt beeindruckende und zugleich beängstigende Bilder und offenbart uns auch, wie oft wir nur sehr knapp einem riesigen Desaster entkommen sind.

[Technik]
Die Discovery Channel-Sendung erscheint in einem 4:3-Vollbild-Format (1.33:1) und füllt somit die Mattscheibe eines normalen TV-Geräts aus. „Am Rande des Atomkrieges“ bietet kaum Aufnahmen aus heutiger Zeit und weist eine hohe Anzahl an Archivmaterialien auf, welche bis zu knappen 50 Jahre auf den Buckel haben und eine entsprechende Darstellungsgüte aufweisen. Von Sauberkeit oder einer klaren Konturenzeichnung kann mithin ebenso wenig gesprochen werden, wie von einem besonders deutlichen Detailgrad. Letztlich zählt bei einer solchen Sendung die Bildauswahl und weniger die qualitative Abbildung. Denn im Vergleich mit einem Kinofilm zieht diese DVD natürlich deutlich den Kürzeren. Macht aber nichts. Weitgehend haben die Bilder genug erkennbare Elemente aufzuweisen und lassen den Charme vergangener Tage entstehen. Die Umsetzung auf DVD ist gelungene, die Ausgangsmaterialien hingegen sind dem Alter entsprechend.

Die Sendung weist einen Dolby Digital 2.0-Sound in wahlweise deutscher oder englischer Sprachausgabe auf. Vorrangig setzt die Sendung auf Eindrucks- und Wissensvermittlung, so dass wir es mit einem klar verständlichen Sprecher im Monolog zu tun haben. Daneben gibt es noch die musikalische Begleitung und hin und wieder ein paar Hintergrundgeräusche, was nicht für sämtliche Archivmaterialien spricht. Der gesamte Ton befindet sich qualitativ im unteren Mittelfeld und kann lediglich mit der Aussteuerung der Sprachausgabe punkten. Untertitel sind auf der DVD leider nicht vorzufinden.

[Fazit]
polyband bringt mit dieser Erscheinung einen weiteren Discovery Channel-Titel auf den deutschen DVD-Markt. „Am Rande des Atomkrieges“ bemisst sich auf eine Laufzeit von rund 105 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) abgefasst. Neben der Hauptsendung gibt es nichts weiteres auf der Disc vorzufinden. Nach Einlegen der DVD erscheinen drei große Knöpfe, welche das triste Menü der Disc schmücken: „Filmstart“, „Sprachauswahl“ und „Kapitelauswahl“. Weder optisch ansprechend, noch gerade umfangreich. Wenn man jedoch weiß, worauf man sich einlässt, dann kann man mit der Hauptsendung auch wirklich zufrieden sein. Erscheinungstermin war der 25. August, die FSK liegt bei ab 6 Jahren, was inhaltlich etwas unangemessen erscheint. Die DVD schlägt mir einem Preis um die 18,- Euro zu Buche.

Andre Schnack, 04.09.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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