Donnie Darko (Director’s Cut)

Fantasy/Mystery/Drama/Romance/Science-Fiction
Fantasy/Mystery/Drama/Romance/Science-Fiction

[Einleitung]
Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Titels „Donnie Darko“ als Tin-Box Special Edition erscheint erneut eine schicke Box aus dem Programm der Media Cooperation One GmbH. Es handelt sich um den gleichen Titel, doch dieses Mal beschert man uns den lang ersehnten Director’s Cut von Regisseur Richard Kelly. Der Film des jungen Filmemachers lief 2001 in den Kinos und begeisterte mit seinem innovativen Geist und der tollen Geschichte das Publikum. MC One ließ sich nicht die Ehre nehmen und veröffentlicht nun den Regisseurs-Schnitt als aufwendige Edition. In den Hauptrollen des Mystery-Streifens sind Jake Gyllenhaal, Holmes Osborne, Maggie Gyllenhaal, Noah Wyle, Patrick Swayze und Drew Barrymore zu sehen. Wir konnten glücklicherweise diese Fassung des Films nun genauer betrachten und berichten aus erster Hand.

[Inhalt]
Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) ist eigentlich ein ganz normaler junger Teenager. Eines Tages entgeht er nur knapp seinem sicheren Tod, als plötzlich ein Flugzeugtriebwerk auf das Haus der Familie stürzt – nur Donnie war glücklicherweise gerade nicht im Hause. Seit diesem Zeitpunkt ändert sich Donnie’s Verhalten, er beschäftigt sich mit der Theorie des Zeitreisens und kämpft gegen seine sonderbaren Träume an, in denen ein großes Wesen im Hasen-Kostüm sonderbare Dinge erzählt, sich Frank nennt und ihm Aufträge gibt, welche meist über die des legalen Wegs hinweggehen. Seine Freundin Gretchen Ross (Jena Malone) hält zu ihm, doch schließlich wird er aus der Schule geworfen und Frank’s Aufträge werden immer brenzliger und zerstörerischer. Es ist etwas sonderbares, verstörtes an Donnie, doch niemand weiß so recht, was es ist. Letztlich prophezeit der Hase, dass in genau 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden die Welt untergehen wird…

[Kommentar]
Als ich den Film als RC1 DVD – ich glaube es war Anfang 2002 – in den Händen hielt, war ich mir nicht sicher, um was es sich wirklich handeln wird. Und nach einem sehr vergnüglichen und unheimlich stimmungsvollen Heimkino-Abend wusste ich es dann immer noch nicht. Aber ich war begeistert von „Donnie Darko“ und unterlag dem intensiven Charme der fantastischen Geschichte über Zeitreise, die Jugend, ein sonderbares Wesen namens Frank mit Hasenkostüm und sonderbare Situationen im Leben eines amerikanischen Teenagers. Regisseur und Drehbuchautor Richard Kelly stieg unheimlich in meiner Gunst, und das, obwohl der Film lediglich erst als DVD den richtigen Durchbruch schaffte. Es ist schwer zu beschreiben, um was es genau geht, ohne dabei Gefahr zu laufen bereits vorab Sympathien dem Film gegenüber zu verspielen. Gespannt ging ich erneut auf Donnie Darko zu, nur dieses Mal kommt das gute Stück in Form eines Director’s Cut auf uns zu!

Und diese vom Regisseur neu geschnittene und um viele Szenen erweiterte Version des Films hinterließ bei mir einen noch besseren, runderen und logischeren Eindruck. Dabei darf man nicht erwarten, dass sämtliche offene im Verlauf der Geschichte gestellte Fragen beantwortet bekommt, ganz im Gegenteil, „Donnie Darko“ lebt von seinem mystischen Elementen und von der Tatsache, dass eine große Anzahl an Fragen gen Ende offen und unbeantwortet gelassen werden. Die Machart hingegen hat sich nach vorne hin entwickelt. Die zusätzlichen Szenen reichern die Geschichte tatsächlich um Substanz an. Einige kleinere Feinschliff-Aktionen, wie z.B. das Tauschen eines Lieds während einer Autofahrt, gehören eher zum kosmetischen Teil. Darstellerisch kann „Donnie Darko“ nach wie vor auf ganzer Linie überzeugen. Gerade die Hauptfigur, brillant gespielt von Jake Gyllenhaal, lebt in ihrem Darsteller vollkommen auf.

Wie bereits bei meinem ersten Review Mitte geschrieben, so hat es auch bei dieser Version noch Gültigkeit: Ab und an werden die Zügel etwas locker gelassen und der Film verliert sich gen Ende in einer letzten, intelligent inszenierten „Wendung“, die mysteriös, tragisch und faszinierend zugleich ist, aber einen leicht wirren Eindruck hinterlässt. Ich deute diese Beschreibung als Stärke und bin der Meinung, es müsste mehr junge Filmemacher geben, die eine solch atmosphärisch intensive Geschichte erzählen. Dieser Director’s Cut besitzt eine um 20 Minuten verlängerter Laufzeit.

[Technik]
Entgegen den Erwartungen es hätte sich großartig etwas an der visuellen Darbietung getan, erhält der Betrachter ein gewohnt gutes Bild vor die Augen. Genau wie bei den vorherigen Fassungen des Titels. Es gibt – erneut – einen anamorphen 16:9-Transfer im Format 2.35:1. Den neuen Schnitt merkt man weder an den Übergängen, noch an einem etwaigen Darstellungs-Unterschied. Kontrast und Farbgebung schüren die Atmosphäre und leben Dank der guten Ausleuchtung richtig auf, ohne dabei künstlich zu wirken. Düstere Aufnahmen werden genau so adäquat abgebildet und dargestellt, wie auch die zügigeren und dynamischeren Momente des Films. Als ausreichend bezeichnen wir die Kantenschärfe und das Talent der Detailabbildung. Fehler wie Drop-Outs oder aber Störungen und Verunreinigungen treten praktisch nicht auf den Plan. Auch machen sich keine sichtbar störenden Kompressionsartefakte bemerkbar.

„Donnie Darko“ lebt von der Stimmung durch eine intensive und fantastische Story und deren Umsetzung. Bestandteil davon und unerlässlich für ein Kino-Erlebnis sind natürlich die passende musikalische Untermalung und eine gelungene Surround-Kulisse. Für die Auslastung des Lautsprecher-Systems sorgen hier zwei deutsche Soundtracks in den Formaten Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 und ein englischsprachiger Originalsoundtrack im Format Dolby Digital 5.1. Optional können dem Klang Untertitel in den beiden genannten Sprachen hinzugeschaltet werden. „Donnie Darko“ wächst mit fortschreitender Laufzeit inhaltlich, die Akustik eröffnet dafür notwendige Türen und sorgt in keinem Moment für großartige Kritik-Ansätze. Es gibt saubere Stereo-Momente, eine adäquate Sprachausgabe voller Volumen mit hoher Verständlichkeit und zahlreiche Surround-Effekte. Letztere sorgen in den dramatischen Momenten für Stimmung und bieten ein lebhaften Hintergrund.

[Fazit]
Die Unterschiede zur bisher bereits veröffentlichten, nicht ganz ein Jahr alten Tin-Box Fassung – ohne Director’s Cut – sind auf Anhieb zu erkennen. Denn der Director’s Cut besitzt eine reflektierende Oberfläche und weniger schwarz im Verpackungsdesign, stattdessen Wolken im Hintergrund. Einen wichtigen Punkt beim direkten Vergleich stellt die Laufzeit dar, denn sie ist von 108 auf 128 Minuten angewachsen, was erst einmal in jedem Fan starkes Interesse weckt. Wie man dann die einzelnen Veränderungen am Film-Inhalt wertet und welche Szene nun als passend oder aber unpassend bezeichnet wird wollen wir nicht hier behandeln. Fest steht, „Donnie Darko“ wird durch den angepassten Schnitt, die erweiterten oder teils gänzlich neuen Szenen zu einem runderen Film-Erlebnis als zuvor. Das 2 DVD-Set bietet per schickem Menü folgendes Bonusmaterial an:

* Audiokommentar von Regisseur Richard Kelly und Kevin Smith
* Making Of „Donnie Darko“
* Storyboard/Film-Vergleich
* Darkomentary
* Video Clip „Mad World“ von Tears For Fears
* Fotogalerie
* 15 Interviews mit Cast & Crew
* „Cunning Visions“
* „The Philosophy of Time Travel“ Buch
* theymademedoit.com Art Gallery und Making Of (featuring „Mad World“ performed by Michael Andrews featuring Gary Jules)
* Filmmusik
* Wissenswertes, Biografien
* Programmhinweise, Trailer

Auf dem ersten Blick ist das eine ganze Menge Holz. Und dieser Eindruck weicht auch bei Ansicht sämtlicher englischsprachiger Materialien nicht. Deutsche Untertitel gehört zum Programm und der Film-Interessierte erfährt eine ganze Menge über die Entstehung des Films, die Geschichte, die Hintergründe und die Menschen, die in dem Projekt steckten. Das Volumen und die Substanz des Inhalts befinden sich beide auf einem hohen Niveau und geben nahezu beispielhaft vor, wie man eine DVD mit Extras ausstatten kann. Abgerundet wird das positive Bild von der schicken Tin-Box Gestaltung und dem 16seitigen Booklet, welches der Box innen beiliegt. Erscheinungstermin dieser Fassung war der 06. Oktober zu einem Preis von unter 20,- Euro. Die Altersfreigabe befindet sich bei einer Stufe ab 16 Jahren. Eine rundum empfehlenswerte Erscheinung!

Andre Schnack, 17.10.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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