Driver

Crime
Crime

[Einleitung]
Kinowelt Home Entertainment bringt uns Walter Hills Klassiker „Driver“ (Originaltitel: „The Driver“) aus dem Jahr 1978 in diesem Sommer als Code2-DVD in die Regale. Es handelt sich dabei um Walter Hills (Last Man Standing, The Warriors) zweitem Regiewerk für die große Leinwand. Besetzt wurde das actiongeladene Stück mit Ryan O’Neal, Bruce Dern, Isabelle Adjani und Ronee Blakley. Wir nahmen den mit Verfolgungsjagden gespickten Film vor und berichten über Inhalt, Technik und Ausstattung.

[Inhalt]
Wenn Gangster nach einem Coup jemanden brauchen, der sie sicher aus der Gefahrenzone bringt, wenden sie sich an den „Driver“ (Ryan O’Neal). Er ist der Beste, denn fahren ist nicht nur sein Beruf, sondern auch seine Leidenschaft. Aber ein ehrgeiziger Polizei-Inspektor hat sich an seine Fersen geheftet. Als er von einem neuen Auftrag erfährt, legt er sich auf die Lauer. Nur mit Hilfe von „Player“ (Isabelle Adjani), die ihm ein Alibi verschafft, entkommt der Driver. Verärgert sinnt der Cop nach Rache: Er inszeniert einen Raubüberfall und heuert den Driver dafür an…

[Kommentar]
Walter Hill, der auch Regie von Actionkrachern wie „Nur 48 Stunden“ oder „Red Heat“ führte, präsentierte uns ’78 mit „Driver“ ein weiteres Actionspektakel und gleichzeitig auch seinen zweiten Kinofilm. Der Regisseur und Drehbuchautor des Films stand ein den Figuren gerechtwerdende Cast zur Verfügung, welches er gut einsetzten vermochte. Alle Figuren wurden einigermaßen plastisch ausgearbeitet und haben ihren Platz in der einfach und simpel gestrickten Geschichte. „Driver“ kommt weitgehendst ohne musikalische Untermalung aus und bietet – von den großen Verfolgungsjagden mit ihren typischen Geräuschen einmal abgesehen – nicht sehr viel Raum für große Effekte. Die Sets und Aufnahmen an sich gefallen und erzeigen eine ausreichend dichte Stimmung. Wer leichte Unterhaltungskost mit einigen guten Verfolgungsjagden sucht, der wird hier fündig.

[Technik]
Technisch leistet dieser Kinowelt Titel leider ein nicht so gutes Ergebnis. Das Geschehen spielt sich im Breitbildformat 1.77:1 ab und wurde 16:9erweitert (anamorph) auf dem Datenträger abgelegt. Der Transfer wird durchgehend von einem mittelstarken Großflächenrauschen und einer gewissen Unschärfe durchzogen, begleitet von einem nur befriedigend natürlich wirkenden Farbumfang und einen mit ordentlich gesättigten Farben ausgestatteten Kontrast. Die weniger elegante Darstellung der Optik des Films findet im Bereich der akustischen Darbietung kein sonderliches Hoch.

Abgemischt im Dolby Digital 1.0 monauralen Tonformat gibt sich die Darbietung zwar zeitgemäß dem Entstehungszeitraum, doch wird der Sound nicht den heute schon so hohen Erwartungen gerecht. Die wenig auftretende Musik nimmt der Sprachausgabe stellenweise den Wind aus den Segeln, wenn sie überwiegend jedoch verständlich und sauber aus dem Center-Speaker klingt. Insgesamt wirkt der Ton jedoch etwas zu dumpf und fern. Untertitel gibt es auf deutsch, die Sprachausgabe auf englisch und deutsch.

[Fazit]
„Driver“ bricht aus der Reihe der übrigen, sonst qualitativ hochwertigen Kinowelt DVD-Erscheinungen negativ aus – schade, denn eine hochwertigere Umsetzung hätte dieser ganz unterhaltsame Walter Hill-Film durchaus verdient gehabt. Er befindet sich auf einer Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) und läuft rund 87 kurzweilige Minuten. Das Menü wurde sehr einfach gehalten. Kein Wunder, denn so findet der Käufer unter dem Punkt Trailer lediglich 6 Trailer weiterer DVD-Veröffentlichungen, und unter dem Punkt Extras nur den Filmtrailer zu „Driver“ – arg mager. Freigegeben wurde der Film ab einem Alter von 18 Jahren; die Disc erschien am 17. Juli zu einem Straßenpreis von rund 50,- DM (empfohlener VP 49,95 DM). Walter Hill-Fans, Liebhaber von rasanten „Chases“ und Freunde von Actionfilmen sollten sich die Disc vor dem Kauf jedoch erst genau auf die Technik hin – insbesondere der visuellen Leistung – ansehen.

Andre Schnack, 23.07.2001

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: