Edgar Wallace – Der Hund von Blackwood Castle

Crime/Thriller
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[Einleitung]
Klassiker gehören nicht ins Regal und der Vergessenheit an, so dass man Gedanken an sie pflegt – nein. Sie gehören auch in eine gut sortierte DVD-Sammlung. Und Kinowelt Home Entertainment zeigte uns stets, dass in ihrem Programm auch „alte“ Filme ihren Platz haben. So erscheinen nun gleich einige Teile der in den 50er- und 60er-Jahren laufenden Edgar Wallace-Fernsehfilmreihe auf DVD aus dem Hause. Wir sahen uns „Der Hund von Blackwood Castle“ mit Heinz Drache, Karin Baal, Horst Tappert, Otto Stern und vielen weiteren deutschen Darstellern genauer an und berichten über die Qualitäten der Video DVD.

[Inhalt]
Das alte, stattliche Schloss Blackwood Castle liegt inmitten einer nebeligen Moorlandschaft nahe London. Nach dem überraschenden Tod von Kapitän Wilson, dem letzten Besitzer von Blackwood Castle, reist seine Tochter Jane (Karin Baal) an, um ihr Erbe anzutreten. Doch dort geht es nicht mit rechten Dingen zu. Vor allem der Anwalt des Kapitäns verhält sich ziemlich merkwürdig und drängt Jane, Dokumente für den Verkauf des Schlosses zu unterzeichnen. Auch die Gäste, die im nahegelegenen Gasthof „Old Inn“ logieren, kommen Jane verdächtig vor. Als einige davon Opfer eines streunenden Riesenhundes werden, der nachts in der Gegend um das Schloss offenbar auf Menschenjagd geht, verständigt Jane Sir John von Scotland Yard (Siegfried Schürenberg). Bei seinen Recherchen macht dieser eine unglaubliche Entdeckung…

[Kommentar]
Dieser spannende und ausgesprochen unterhaltsame Edgar Wallace-Krimi gefällt gut, wenn es auch bessere Teile unter der bekannten Fernsehreihe gibt. Hier kommt richtige Krimi-Stimmung auf, wie es vor rund 20 Jahren des öfteren im Fernsehprogramm der Fall war. Etwas nostalgisch angehaucht, wenn auch nicht im Schwarz-Weiß-Bild, gefällt der Streifen mit guten Darstellern, einer interessant inszenierten Geschichte und eine dichten Atmosphäre. „Der Hund von Blackwood Castle“ wartet ferner mit einer gelungenen Mischung aus Humor, etwas Horror und Grusel auf, wenn die Story an sich auch im weiteren Verlauf des Films nicht nur an Tempo, sondern auch an nicht immer sehr gelungen wirkenden Twists & Turns gewinnt. „Der Hund von Blackwood Castle“ bietet gelungene, darstellerische Leistungen und einen nett anzusehenden Stil und Look.

[Technik]
Technisch kann man von einer kleinen Begeisterung sprechen. Der etwas farblos und blass wirkende Farbbild-Transfer im anamorph aufgenommenen Breitbildformat 1.71:1 vermag durch eine zufriedenstellende Kantenschärfe, ausreichend Bilddetails und eine gelungene Komprimierung zu gefallen. Auf diesem Weg wird auch die Plastizität des Geschehens erzielt und begründet sich der ausreichend hohe Grad an Sauberkeit. Natürlich vermag die Leistung nicht ganz mit der von aktuellen Neuerscheinungen auf DVD mitzuhalten, man hat aber auch schon wesentlich neuere Film mit weitaus schlechterer Qualität gesehen.

Ton gibt es durch eine monaurale Dolby Digital 1.0-Tonspur in der deutschen Originalsprache. Untertitel wurden auf dem Datenträger nicht abgelegt. Der Sound hält sich erwartungsgemäß zurück und viel mehr als eine verständliche Sprachausgabe und eine etwas blechernd wirkende Musik sind eigentlich nicht zu erwähnen. Die Akustik gibt sich rauschfrei, dafür aber stellenweise in den Höhen etwas zu krass. Darüber kann jedoch hinweggesehen werden.

[Fazit]
Edgar Wallace „Der Hund von Blackwood Castle“ wurde auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) abgelegt und besitzt eine Laufzeit von rund 89 Minuten. Über ein passendes und nett designtes Menü können neben dem Zugriff auf etwas überflüssige Toneinstellungen, denn es gibt ja lediglich eine Tonspur, und dem Kapitelzugriff auch noch folgende Bonusmaterialien erreicht werden: drei Trailer zu weiteren Edgar Wallace-Filmen, dem Trailer zum Hauptfilm, einer Fotogalerie, interessante Produktionsnotizen, einige Goofs und letztlich zwei Interviews mit zwei Darstellerinnen. Letzte wurden in der heutigen Zeit abgedreht und offenbaren ein paar nette Informationen. Die Technik und Ausstattung dieser DVD gefallen also rundum. Und der Inhalt ist ebenfalls gut und gefällt nicht nur Edgar Wallace-Fans, sondern spricht generell Freunde des Krimis an. Kinowelt brachte somit am 4. September einen schönen Klassiker auf DVD heraus, der den Besitzer zu einem Preis von rund 35,- DM wechselt. Wallace-Fans kommen nicht an dieser Scheibe vorbei.

Andre Schnack, 15.09.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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