Expedition ins Gehirn

Dokumentation
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[Einleitung]
Dokumentationen gehören zu meiner liebsten Kost. Um so gespannter war ich auf „Expedition ins Gehirn“, als mir ein guter Freund vom Inhalt berichtete. Es war die Art, wie er erzählte und es spannend machte. Und genau darum geht es auch in der dreiteiligen Sendung über das Ding, was zwischen unseren Ohren lagert und seinen Dienst verrichtet. Doch was ist sein Dienst? Und wie funktioniert das Organ, welches uns so maßgeblich vom Rest der Bewohner dieses Planeten unterscheiden soll genau? Aufschluss soll diese TR-Verlagsunion DVD bieten, welche in Zusammenarbeit mit Das Erste entstand. Wir konnten einen Blick werfen und berichten über Inhalt, Technik und Ausstattung.

[Inhalt]
Sie rechnen die dreiunddreißigste Potenz einer zweistelligen Zahl sekundenschnell im Kopf aus, speichern Tausende von Büchern in ihrem Gehirn oder zeichnen Stadtpanoramen aus dem Gedächtnis: die Superbegabten, die sogenannten Savants. Woher kommt dieses unglaubliche Wissen? Steckt etwas davon in jedem von uns? Können wir Normalhirne, diese schlafenden Fähigkeiten wecken und anzapfen?

Aus der Einleitung: „Das menschliche Gehirn ist das geheimnisvollste Stück Materie auf Erden. Es ließ sich im Mittelalter genau so gut benutzen wie heute im Internet. Es ersinnt Symphonien und Gewaltverbrechen. Erst jetzt, im 21. Jahrhundert, beginnen Wissenschaftler, mit Hightech-Computern dem menschlichen Gehirn beim Denken zuzuschauen. Die wichtigste Erkenntnis: Es grenzt an ein Wunder, dass das merkwürdige Ding in unseren Köpfen überhaupt funktioniert. Doch manche Wunder werden erst sichtbar, wenn etwas schiefgeht. Ausgerechnet dann nämlich verblüfft eine kleine Gruppe von rund hundert Menschen weltweit mit geradezu übermenschlichen Fähigkeiten.

Trotz ihrer mehr oder weniger auffälligen Schwächen können sie Dinge, für die es bis heute keine Erklärung gibt. Wissenschaftler nennen diese rätselhaften Ausnahmetalenten „Savants“ – die Wissenden. Mehr als die Hälfte sind Autisten. Fieberhaft arbeiten jetzt Experten in aller Welt an der Frage: „Ist jeder von uns ein heimlicher Savant? Ein verborgenes Genie?“ – Was Savants alles können, das erkundigt diese Expedition ins Gehirn.“

Teil 1: Gedächnisgiganten
Teil 2: Der Einstein-Effekt
Teil 3: Der große Unterschied
(Quelle: TR-Verlagsunion GmbH)

[Kommentar]
„Expedition ins Gehirn“ stellt eine ansehnlich interessante Reise ins Innere des menschlichen Kopfes dar. Der Betrachter wird in Form von drei Teilen, welche sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) befinden, durch die unterschiedlichen Themen geführt. In der ersten Episode dreht sich alles um die theoretischen und biologischen Fähigkeiten des Gehirns. Der zweite Teil beschäftigt sich primär mit Vergleichen und tatsächlichen Beispielen in Form bekannter Persönlichkeiten. „Last but not least“ kommt mit „Der große Unterschied“ die Sendung zum Zuge, welche die eigentlichen Fehler versucht zu erläutern, sie zu den unglaublichen, kognitiven Leistungen der Savants führen.

Die gesamte Dokumentation begeistert über ihre komplette Laufzeit mit unheimlich interessanten Einblicken und tatsächlichen Beispielen über die Fähigkeiten des Menschen und der Savants, den Wissenden. Die Macher bedienten sich klassischer Elemente und formten eine moderne und ausgesprochen unterhaltsame Sendung. Durch Tests, schulmedizinische Untersuchung auf dem neuesten Stand der Technik, und ganz simplen Beispielen lernen wir eine ganze Reihe an Savants kennen. Und tatsächlich klappt einem bei vielen Antworten der Wissenden schon einmal die Kenndaten herunter. Was auf der anderen Seite ganz einfach krass verdeutlicht, wie viel Kapazitäten die Aufgaben des Alltags zu bewältigen eigentlich kosten.

[Technik]
Alle drei Teile kommen mit identischer Technik daher. Es kam drei der technischen Visualisierung ein 4:3-Vollbildformat zum Einsatz. Seine Leistungen befinden sich im oberen Durchschnitt und können als typisch für eine gute TV-Produktion bezeichnet werden. Überwiegend haben wir es mitruhigen Bildern zu tun. Innenaufnahmen bestimmen das Antlitz des Bildtransfers. Rasche Bewegungen oder schneller Handlungsabläufe und Kameraschnitte treten praktisch nicht auf. Der farbliche Umfang des Bilds geht genauso in Ordnung wie die Kantenschärfe unter Detailreichtum des Transfers. Sauber, ruhig und klar in seiner Wirkung fühlt sich der digitale 1.33:1-Datenfluss auf dem Wiedergabegerät wohl. Kompressionsartefakte konnten nicht ausgemacht werden.

Tontechnisch kann man mit solchen Sendungen heutzutage im Zeitalter des digitalen Mehrkanaltons keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken. Jedoch ist die Zielsetzung auch eine andere. „Expedition ins Gehirn“ verfolgt das Ziel der unterhaltsamen Wissensvermittlung und bedient sich dabei nicht großartiger Sound-Effekte, tiefer Bass-Einlagen oder grandios ausdifferenzierter Musik. Es geht primär um die Sprachausgabe und das Preisgeben von Informationen. Was vorrangig durch die Sprachausgabe des Sprechers aus dem Off und den Kommentaren der interviewten Personen vor der Kamera geschieht. Wir können dabei ausschließlich klare und rauschfreie Akustik vernehmen. Wahlweise gibt es deutschen oder englischsprachigen Ton, Untertitel finden wir jedoch leider nicht vor.

[Fazit]
Viele Dinge des Alltags unseres heutigen Lebens haben wir schon in nahezu automatisierte Handlungsmuster umgewandelt und benutzen diese oftmals sehr unbewusst, verlassen uns auf diese um unser Gehirn für andere Dinge freizuhalten. Das Autofahren ist dafür ein gutes Beispiel. Wer sich für solche Dinge, Autismus, Asperger-Syndrom und die schier unglaubliche und unbegrenzte Speicherkapazität zwischen unseren Ohren entscheidet, der muss sich diese Dokumentation mit einer Laufzeit von rund 156 Minuten unbedingt ansehen. Sie findet Platz auf einem zweischichtigen Datenträger, welcher ansonsten ohne irgendein Bonusmaterial daherkommt. Schade, denn immerhin schlägt die DVD mit einem Preis von rund 30,- Euro zu Buche. Sie ist erhältlich seit dem 10. April 2006. Empfehlenswert.

Andre Schnack, 23.01.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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