First Descent

Dokumentation/Action
Dokumentation/Action

[Einleitung]
„First Descent“ erscheint aus dem DVD-Angebot der Sunfilm Entertainment und frohlockt dem Extremsport- und Schnee-Fan mit tollen Snowboard-Szenen und wunderbaren Landschaftsaufnahmen von Gipfeln, die mit Puderzucker-Schnee überzogen sind. Die Hauptdarsteller sind Sportler – absolute Superstars auf ihrem Gebiet: dem Abfahren aus den unwirtlichsten und schwierigsten Abhängen und Gipfeln überhaupt. Regisseure Kemp Curly und Kevin Harrison erfüllt mit diesem Werk bestimmt die Träume eines jeden Fans dieser Sportart, doch kann die Disc auch nicht Fanatiker erreichen und begeistern, und wie sieht es mit den technischen Aspekten des Datenträgers aus? Wir geben antworten.

[Inhalt]
„First Descent“ ist der Insider-Ausdruck für die erste Abfahrt von einem jungfräulichen, noch nie befahrenen Gipfel. Und der Film „First Descent“ ist sowohl ein Rückblick auf die Geschichte als auch ein Blick auf das aktuelle Phänomen – von der Entstehung des vom Surfen und Skateboarden inspirierten Snowboardens als Alternative zum Skifahren bis zur Olympischen Disziplin von heute. Unter Verwendung von Archiv-Material aus den Anfängen bis zum Einsatz modernster Luftaufnahme-Techniken, um nie gesehene Bilder spektakulärer Abfahrten einzufangen, nimmt der Film die Zuschauer mit auf die Reise, wenn Snowboarder sich von den höchsten Gipfeln in von Lawinen bedrohte Abfahrten hinab stürzen. Abfahrten, die dafür definitiv nie gedacht waren.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Um was geht es in diesem Film? Um hohe Gipfel, die scheinbar selbstlos anmutenden Abfahrten unter irren Geschwindigkeiten inklusive Lawinengefahr oder aber um den Sport des Snowboardens an sich? Oder vielleicht um ein paar jung gebliebene Hitzköpfe, die sich gerne einer sportlichen Herausforderung stellen und dabei bis zu lebensgefährliche Risiken in den Kauf nehmen. Es geht um den Sport. Seine Geschichte bestimmt den Verlauf der Sendung und es wird auf seine Entstehung und Entwicklung eingegangen. Dabei stehen physikalische Entwicklungen beim Board-Design, bis hin zu den Köpfen, die den Sport groß gemacht haben im Vordergrund. Der Betrachter erfährt dabei allerlei interessante Informationen und wird unter Einspielung von Interviews, Archivaufnahmen und aktuellen Blickfängen bei Laune gehalten.

Es gibt einige Unterschiede zu Spielfilmen wie „Dogtown Boys“ zu verzeichnen. Letztgenannter Film begeht einen etwas anderen Weg und erzählt mit Schauspielern die Geschichte einer Skater-Clique nach, was zeitgleich der Beginn der Sportart „Skateboard fahren“ ist. In dem Titel „First Descent“ hingegen sind echte Sportler vor der Kamera zu sehen, keine Schauspieler. Und sie verkörpern das Snowboarden und beweisen eindrucksvoll ihr sportliches Talent – und nebenher auch noch, dass sie keine Angst vor noch so hohen Bergen und noch so steilen Abfahrten haben. Natürlich kann man genau auf Basis dieser eklatanten Differenzen zu typischen Filmen keine großartige Benotung über darstellerische Leistungen oder ähnliches anstellen.

[Technik]
Ab und an ändert sich das Bildformat, und damit zumeist auch das Alter der Aufnahmen. Inhaltlich ist das sehr schön, aus der technischen Sicht eines Testers hingegen nicht zwangsläufig. Denn so variiert die Qualität des anamorphen Breitbild-Transfers im Format 2.35:1 doch des Öfteren. Dabei verfügen die aktuelleren Aufnahmen natürlich über die beste Bildgüte. Und so werden viele vor allem helle Aufnahmen geboten, welche sich nicht positiv auf den Kontrast und das Farbzusammenspiel auswirken. Denn somit entsteht zwangsläufig ein leichter Hang zur Monotonie in weißen, hellen und blauen Farbtönen, woran sich der Freund solcher wunderbaren Aufnahmen jedoch kaum stören wird. Rauschen und Unschärfen haben wir in den Archivmaterialien ausgemacht, die jüngeren Bilder hingegen wirken frisch und hinterlassen einen sauberen Eindruck.

„First Descent“ bietet tolle Bilder und teilweise sehr schöne Landschaftsaufnahmen. Die Macher schufen ein gekonntes und harmonisches Zusammenspiel aus Optik und Akustik. Und was den Ton der Disc betrifft, so hielt man sich an einen sehr gelungen abgemischten Musicscore, der einfach grandios zu den zeitgleich eingespielten Bildern passt. Dabei griff man auf das Dolby Digital 5.1-Tonformat zurück, welches es hier in den sprachlichen Ausprägungen Deutsch und Englisch gibt. Eine klare Verständlichkeit stellt sich an erster Stelle, gleich danach kommt der gute Musicscore und die eher zurückhaltende Aussteuerung von Effekten und Surround-Elementen. Untertitel gibt es nicht.

[Fazit]
Die Geschichte des Snowboardens. Warum sieht ein solches Brett heutzutage so aus wie es aussieht und wie geschah diese Entwicklung? „First Descent“ bietet viele Antworten auf diese Fragen und zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie ein Extremsport entstehen kann. Unterteilt in 12 Kapitel befindet sich „First Descent“ mit einer Laufzeit von rund 106 Minuten auf seinem Datenträger. Dabei handelt es sich um eine einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Einfach und gut strukturiert zeigt sich das Menü der DVD, es bietet Zugriff auf folgendes Bonusmaterial:

* Originaltrailer
* AK And Beyond
* Big Mountain Riding / Safery First
* Top Of The World – Die Arbeiten mit der Wescam
* Air & Style Munich ’06
* Extended Snoboarding Action
* A Thousand Words
* Deleted Scenes
* Promoreel
* 6 Trailer weiterer DVDs

Alle beteiligten Boarder haben ihr eigenes Ziel und verfolgen ihren eigenen Plan bei der Besteigung und anschließenden Abfahrt des ungezähmten Hügels. Und genau so unterschiedlich sind auch die Inhalte der Bonusmaterialien. Diese gefallen auf Anhieb und stellen eine sinnvolle Zugabe dar, auch die Laufzeit kann sich sehen lassen und distanziert sich von DVD-Erscheinungen mit einem Trailer als Extra-Ausstattug deutlich. Erscheinungstermin war der 7. November, die Disc ist zu einem Preis von rund 17,- Euro auf großen Internetplattformen zu haben. Die FSK Einstufung liegt bei ab 12 Jahren.

Andre Schnack, 15.11.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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