Gangster No.1

Crime/Drama/Thriller
Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Vor Jahren schauten wir uns die dazumal sehr aktuelle DVD-Fassung zum Titel „Gangster No. 1″ auf Empfehlung an. Ich empfand den Film als faszinierend, wenngleich nicht schön. Doch er hat etwas und verbindet sich über dies mit seinem Publikum. Regisseur Paul McGuigan fertigte 2001 das Gangster-Drama, welches ausgesprochen ehrlich und brutal aufzeigt, wie Verbrecher vorgehen. Die Gelder für diese Koproduktion flossen aus Großbritannien und Deutschland. In den führenden Rollen sehen wir Malcolm McDowell, David Thewlis, Paul Bettany und die schöne Saffron Burrows. Diese Neuauflage des Titels „Gangster No. 1″ kommt von universumfilm / Senator Film und wir bekamen die Möglichkeit einer Ansicht geboten.

[Inhalt]
Er hat keinen Namen. Er braucht keinen Namen. Einst die rechte Hand des berüchtigten Londoner Unterweltkönigs Freddie Mays (David Thewlis), bringt der rücksichtlose und knallharte „Gangster 55″ (Paul Bettany) seinen Lehrmeister ins Gefängnis und übernimmt dessen Geschäfte. Endlich am Ziel seiner Wünsche angelangt, regiert er als Gangster No. 1 die Familie, bis ihn eines Tages die Nachricht erreicht, dass sein Ex-Boss nach 30 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde. Und es gibt bestimmt keine Vergebung…
(Quelle: universumfilm/Senator Film)

[Kommentar]
Paul Bettany und Malcolm McDowell leisten sehr glaubhafte, teils beängstigend gute Darstellungen. Es macht beiden sichtlich Spaß auch mal einen echten Fiesling zu spielen. Was steckt hinter „Gangster No. 1″? Die Geschichte über den Aufstieg eines Kriminellen. Rückblickend erzählt ein alternder Gangster über sein turbulentes, blutiges Leben, welches zahlreiche andere Leben beendete. Und letztlich muss sich der Oberkriminelle noch einmal ordentlich zusammenreißen, denkt er zumindest. Denn sein alter Boss kommt aus dem Bau. Grund genug für ihn, sich auf das Schlimmste einzustellen. Die Reaktionen der Figuren lassen dies gut ablesen, auch in dieser Hinsicht gefällt der Film.

Interessantes Element: die Hauptfigur wird nicht ein einziges Mal beim Namen genannt. Er ist lediglich geführt unter der Bezeichnung „Gangster 55“. Überraschendes Element: die Darstellung der körperlichen Gewalt. Hier geht es richtig zur Sache, durch den Schnitt, den hohen Einsatz von Kunstblut und der überzeugenden Art von Paul Bettany entsteht ein beängstigendes Handeln eines Wahnsinnigen. Eine Charakterstudie über einen getriebenen, arg bösen Menschen, der keinen Skrupel hat und für seine persönliche Bereicherung wirklich alles tut. Das zwar mit Stil, jedoch nicht weniger brutal und oftmals hinterhältig.

Auch wenn mir der Film eigentlich gut gefiel, so halte ich abschließend fest, dass er weniger als erwartet überrascht und an für sich betrachtet auch nicht sonderlich spannend ist. Es wird dem Betrachter rasch klar, dass Gangster 55 es letztlich auch auf Freddie Mays‘ selbst abgesehen hat und gierig und gar zerfressen ist vom Bedürfnis nach Macht und Erfolg zu allem bereit ist. Wenn man eine Eigenschaft des Films nicht hoch genug loben kann, so ist es das Talent eine stimmungsvolle Atmosphäre mit Zeitgeist wiederzugeben. Nicht nur die Sets, auch die Kostüme und Masken spiegeln dies wider.

[Technik]
Die oftmals sehr rauchigen Innenaufnahmen haben oftmals einen zart weißen Schleier aufzuweisen, das steht dem Geschehen nicht sonderlich gut. Ferner kommt hinzu, dass bei Bewegungen in der Kamera die Kantenschärfe abrupt absackt und ein Nachzieheffekt mit sich bringt. Davon ab haben wir es mit einem angenehmen und ruhigen Transfer zu tun, der Rauschfaktor geht in Ordnung und es entsteht eine gelungene Räumlichkeit. Nahaufnahmen, insbesondere mit Gesichtern im Fokus, gefallen durch ihre farbliche Gestaltung und aufgrund der Tatsache, dass sie irgendwie sehr authentisch wirken. Kompressionsartefakte bleiben weitgehend aus.

Kommen wir zum Ton von „Gangster No. 1″, welcher im Format Dolby Digital 5.1 in den Sprachfassungen Deutsch und Englisch erfolgt. Geprägt durch die Dialoge und die Musik ergibt sich ein plastisches Raumverhalten, welches der Qualität von großen Action-Filmen insbesondere in Belangen der Hintergrundgeräusche nachsteht. Doch der Gangster macht sich keinesfalls schlecht. Wenn die musikalische Begleitung einsetzt, so übernimmt sie oftmals den dominanten Part des Soundtracks, die Sprachausgabe leidet nicht darunter. Untertitel: Fehlanzeige, wie schade.

[Fazit]
Senator Film bringt uns mit dieser Neuauflage von „Gangster No. 1″ einen guten Titel auf den Markt. Keine Frage, er löst die Erstauflage von Ende 2001 erfolgreich ab. Es gibt eine wesentlich passendere Verpackungsgestaltung, eine bessere technische Leistung und einen fairen Preis obendrein. „Gangster No. 1″ besitzt eine Laufzeit von rund 99 Minuten und findet Platz auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9), die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren, was mehr als angemessen erscheint, da es doch zuweilen sehr hart zur Sache geht. Die DVD erschien am 5. Januar zu einem Preis von knappen 10,- Euro. Dies erscheint fair, doch Ausstattung erhält man dafür kaum. Lediglich einige Trailer. Wen das nicht stört, der erhält einen harten und doch guten Gangster-Film auf einer gelungenen Disc.

Andre Schnack, 21.01.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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