Gattaca

Drama/Science-Fiction/Thriller
Drama/Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
1997 entstand unter der Regie von Andrew Niccol der Science-Fiction Thriller „Gattaca“. Ein Film über den genetisch perfekten Menschen, dessen Pläne und einen Mann, der nicht mit den korrekten Genen beglückt ist, dies jedoch mit seinem unglaublichen Willen zu kaschieren versucht. Das Drehbuch des innovativen Sci-Fi-Thrillers schrieb ebenfalls Filmemacher Andrew Niccol, der mit diesem Film ein Doppel-Debüt als Regisseur und Autor feiert. In den Hauptrollen von „Gattaca“ sind Ethan Hawke, Uma Thurman und Jude Law zu sehen. Wir konnten uns die Blu-ray Disc (Deluxe Edition) aus dem Angebot von Sony Pictures Home Entertainment genauer ansehen und berichten aus erster Hand über einen gelungenen Film auf einer technisch hochwertigen Blu-ray Disc.

[Inhalt]
In der nahen High-Tech-Zukunft entscheidet ein Gentest gleich nach der Geburt über das Schicksal der Kinder. Futuristische Biochemie macht es möglich, dass fast alle Eltern sportliche, hochintelligente Superbabies zur Welt bringen. Vincent aber hat Pech gehabt. Wegen seiner körperlichen Schwächen wird er nie zur Elite gehören. Doch er träumt davon, als Gattaca-Pilot die Galaxis zu erforschen. Vincents Freund Jerome hat beste Gene, ein Unfall hat ihn allerdings an den Rollstuhl gefesselt. Beide tauschen ihre Identität. Ein äußerst riskanter Plan, denn die strengen Sicherheitskontrollen des perfekt organisierten Polizeistaates sind kaum zu umgehen. Bald hat Vincent die Geheimdienste auf den Fersen…
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
„Gattaca“ erschien zwei Jahre vor „Matrix„, zeigt uns eine Variante unser künftigen Welt und spielt dabei ein Zukunftsszenario vor, welches heute, 2007, noch immer sehr unwirklich erscheint, jedoch nicht auszuschließen ist. Gen-Technik und ihre Folgen, doch nicht bei Tier und Pflanze, sondern beim Menschen. Es entstehen nahezu nur noch perfekte Mitglieder der Gesellschaft und da es die Ethik geschafft hat auch jene nicht perfekte Menschen vor einem Verschwinden von der Bildfläche zu schützen, gibt es eine sehr klare Klassen-Aufteilung. Jene privilegierten Personen haben ein ganz anderes Leben vor sich als die weniger biologisch, oder besser genetisch ausgestatteten Mitglieder. Dies schlägt sich im beruflichen Werdegang ebenso nieder, wie im gesamten Lebensverlauf.

Metaphern und Bilder voller Stärke und emotionaler Füllung erfüllen das Antlitz des Films. Es gesellt sich ein etwas schwermütiger und ebenfalls gefühlvoller Music-Score hinzu. Und im Ergebnis haben wir es dann mit einem sehr stimmungsvollen Werk zu tun, welches sich durch seine düstere Zukunftsszenerie und die dichte Atmosphäre auszeichnet. Der gesamte Stil wird von uns als eine Art future noir umschrieben. Die Wirkung ist zumeist etwas melancholisch und hin und wieder hoffnungsverheißend. Ethan Hawke spielt seine Figur überzeugend und er versprüht das Gefühl im weiteren Verlauf der Story immer vorsichtiger zu werden, und dabei doch immer der Gefahr ausgesetzt erkannt zu werden. Das ist spannend und unterhält zudem.

Inhaltlich haben wir es mit durchdachten Entwicklungen zu tun. Denn „Gattaca“ kommt zwar als Science Fiction-Werk daher, wahrt diese Aussage gebührend, kann jedoch nach der Ansicht als ein normaler Thriller in Erinnerung bleiben. Er bietet dabei diese ihm eigene sterile Normalität einer fremden Gesellschaft. Zusammen mit den stellenweise sehr spannenden Momenten, ergeben sich wunderbare Momente, welche oftmals Züge eines Dramas tragen. Es geht um den Willen ein Ziel zu erreichen und um den geplanten Verlust seiner eigenen Identität. Darum ein anderer als sich selbst zu sein und doch seine eigenen Ziele dabei zu verfolgen in einer Gesellschaft, die nur noch auf den genetischen Code schaut und den Menschen dabei zu vergessen droht.

[Technik]
Helle und meist warme Farben geben das finstere und kühle Zukunftsbild einer unmenschlichen und künstlichen Gesellschaft wider. Es ist ein sehr kontrastreiches Geschehen, welches sich hier dem Zuschauer offenbart. Wir haben es mit einem 2.40:1-Transfer zu tun. Er befindet sich in vollem HD-Format auf der Disc, also in 1920×1080 Punkten. Klar und deutlich bereitet er eine gute Plastizität und es entsteht eine gewisse Lebhaftigkeit. Saubere Konturen zieren die sauber und ordentlich ausgefüllten Farbflächen, auch wenn diese nur selten an Tempo zunehmen. Es zeigt sich ein sehr poppiger Transfer, immer wieder gibt es schöne Aufnahmen zu Gesicht und die qualitativen Merkmale bleiben dabei auf einem sehr hohen Niveau. Kompressionsartefakte treten nicht auf, nur selten kann zudem ein sehr feines Rauschen – in den plakativeren Bildbereichen – beobachtet werden.

Tontechnisch handelt es sich bei „Gattaca“ um einen sehr ruhigen Vertreter seines Genres, der die musikalischen Finessen eher auszuspielen weiß, als mit brachialer Gewalt ein Effekte-Feuerwerk zu inszenieren versteht. Es gibt Dolby True HD 5.1 in den Sprachfassungen Deutsch, Englisch und Französisch mit optionalen Untertiteln in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch und Türkisch. „Gattaca“ zeichnet ein überwiegend ruhiges und bedrückendes Szenario in einer nicht allzu fernen Zukunft. Dabei bedient sich der HD Soundtrack immer wieder maßgeblich des Music-Scores und Surround-Effekte kommen eher rudimentär und zurückhaltend vor, wenngleich sie gemeinsam mit der Musik für eine ausreichende Räumlichkeit sorgen. „Gattaca“ gewinnt keinen Blumentopf durch Innovation, die Qualität der Darbietung hingegen ist hochwertig.

[Fazit]
Sony Pictures Home Entertainment bringt neben einer Menge neuen Erscheinungen aktueller Titel auf Blu-ray Disc auch zahlreiche Klassiker auf dem Gewinner des HD-Kampfes heraus. So auch Regisseur Andrew Niccols Science-Fiction Stück „Gattaca“. Auf einer Laufzeit von rund 106 Minuten erstreckt sich ein fabelhafter Film, abgelegt auf einer Blu-ray Disc aktueller Natur. Wir erhalten ein sinnvoll und einfach gestaltetes Menü vor die Augen, welches bei Bedarf inmitten des Abspielvorgangs auf dem Display erscheint. Neben den obligatorischen Einstellungen für Sound und Untertitel offeriert das Menü den Zugriff auf die folgenden Extras:

* Entfallene Szenen
* Originaldokumentation
* „Willkommen bei Gattaca“ Making Of
* DNA – Trägerin der Erbinformation
* Outtake: Urin-Untersuchung
* Trailer

Die Extras von „Gattaca“ können überzeugen, fallen im Vergleich zu modernen HD-Erscheinungen mit Special-Edition-Charakter in der Summe zwar nicht dürftig aus, hätten jedoch etwas mehr Umfang durchaus verdient gehabt. Das ist keinesfalls wild und gibt auch keine Abzüge, schließlich handelte es sich um keinen so breitgetretenen Film, als das hier Mankos zu beklagen wären und die gebotenen Inhalte wissen inhaltlich zu punkten. Erscheinungstermin war der 6 März, der Preis des ab 12 Jahren freigegebenen Films liegt bei rund 25,- Euro. Wer gute Filme schätzt, den wird auch dieses Stück begeistern. Sony bringt uns mithin eine technisch wertige Blu-ray ins Heimkino.

Andre Schnack, 20.03.2008

Film/Inhalt
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Bild
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Ton
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Extras/Ausstattung
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Preis-Leistung
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