Gridlock’d – Voll drauf!

Comedy/Crime/Drama
Comedy/Crime/Drama

[Einleitung]
„Gridlock‘d – Voll drauf!“ (Originaltitel: Gridlock‘d) von 1996 von Regisseur Vondie Curtis-Hall nach einem Drehbuch, dass ebenfalls Vondie Curtis Hall erarbeitete. Für die Figuren der Geschichte vor der Kamera verkörperten Tim Roth, Tupac Shakur, Thandie Newton, Charles Fleischer und weitere. Ich kannte diesen Film bislang nicht und war froh, dass er nun durch Koch Media einen Weg auf High Definition Blu-ray Disc fand. Ich konnte mir ein genaueres Bild über die technischen Leistungen und den Inhalt der Disc machen.

[Inhalt]
Zwei Loser, ein Entzug und jede Menge Ärger: Als Jazzmusikerin Cookie (Thandie Newton) zu den Drogen greift, die sie sonst nur für ihre verpeilten Begleitmusiker Stretch (Tim Roth) und Spoon (Tupac Shakur) bunkert, bricht sie zusammen. Die zwei Junkies beschließen daraufhin, endlich clean zu werden. Doch ihr Umfeld macht ihnen die Umsetzung ebenso schwer wie die US-Behörden und zwei Killer, die den beiden ebenfalls auf den Fersen sind.

Ein Film wie ein Vermächtnis: Rapstar Tupac Shakur, der wenige Wochen nach Beendigung der Dreharbeiten erschossen wurde, gibt hier seine letzte und überzeugendste Darstellung als charismatischer Junkie an der Seite von Hollywood-Querkopf Tim Roth („The Hateful Eight“). Eine herrlich bissige Satire, die selbst vor den Untiefen der US-Bürokratie nicht Halt macht und die erstmals auf Blu-ray veröffentlicht wird.
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Da kann ja jeder sagen, was er möchte, für mich ist „Gridlock‘d“ eben nicht das, was er für viele offenbar zu sein scheint. Ich gestehe, dass ich den Verlauf zum Teil als merkwürdig und einige Szenen als sinnlos betrachte. Es gibt eine durchgehende Handlung, die auch grundsätzlich einige Punkte macht und dabei auch ihren eigenen Charme und Stil keinesfalls vernachlässigt. Inhaltliche Aussagen hingegen sind eben nicht derart, wie man sie vielleicht erwartet.

Wir bekommen es mit zwei sich selbst belügenden Chaoten zu tun, die ständig high sind, da sie dem Heroin-Konsum mächtig frönen. Außerdem nehmen sie es mit keinerlei Gesetz so genau, haben in ihren klaren Momenten jedoch auch einiges sinnvolles geleistet und gesagt. „Gridlock‘d“ erzählt uns davon, dass Menschen eben keine sonderlich guten Wesen sind. Vor allem in der uns weitgehend bekannten Gesellschaft, eben nur eine soziale Etage tiefer, spielt das hier alles.

Wenn das auch zeitgenössisch sein mag, thematisch und von der Aussage sogar zeitlos zu sein scheint. Das macht noch alleine keinen guten Film aus. Mir gefiel der gebotene Humor nicht so gut, außerdem fühlte ich mich hier und dort an andere Titel erinnert, allerdings waren diese Erinnerungen meist besser als „Gridlock‘d“ für mich. Ich konnte nur bedingt mit den Figuren sympathisieren und der Stil trifft nicht immer meinen Geschmack. Allerdings attestiere ich gute Schauspielkunst.

[Technik]
Hier und dort bemerken wir am Bild schon ein wenig das Alter. Klar, eigentlich ist 1996 noch gar nicht so lange her, doch ist auch das technische Equipment vielleicht hier und dort an der beschränkten Güte mitverantwortlich, denke ich. Der anamorphe, in 1080p angelegte Transfer erfolgt im Format 1.85:1 und erfreut sich nur auf dem ersten Blick einer hohen Qualität. Beim zweiten Blick bröckelt der erste Eindruck. „Gridlock‘d“ gehört zu den Titeln, die mit einem eingeschränkten Farbspektrum aufwarten, der Kontrast ist unabhängig dieses künstlerischen Mittels hoch und alle Bilder sind recht warm.

„Gridlock‘d“ kann sich akustisch zwar behaupten, liegt jedoch auch weit abgeschlagen von der Kür im hinteren Mittelfeld. Die Fehlerfreiheit des Tons ist gegeben, allerdings ist es dann auch schon der Faktor, der sich eben positiv abhebt. Ansonsten gibt es einen recht zentralen Soundtrack vorzufinden, der sich nach einiger Zeit zwar das Gefallen des Publikum erarbeitet, auf der gesamten Strecke darüber hinaus jedoch keine nennenswerten Beiträge zu einer räumlichen Weite beizutragen hat. Das ist schade, allerdings hatte ich auch gar keine nennenswerten Ansprüche und wurde so auch nicht enttäuscht.

[Fazit]
Alles in allem wirkte sich das zuvor aufgebaute Bild von „Gridlock‘d“ nicht derart positiv auf mich aus, wie dies vielleicht beabsichtigt war. Auch mit einigen Vorschusslorbeeren komme ich nicht zu dem gleichen Ergebnis, wie vielleicht zahlreiche Kritiker der verschiedenen Seiten. Für mich ist der 91minutenlange Titel auf der BD 50 kein besonders hervorzuhebender Meilenstein der Filmgeschichte. Daran mag es liegen. Handwerklich ist mit der Disc alles soweit stimmig.

Das schwarze Case der Blu-ray Disc trägt eine FSK 16-Plakette und kann seit dem 7. Dezember im Handel erworben werden. Kostet im Online-Handel rund 13,- Euro als High Definition-Version. Extras:

– Deutscher Trailer, US-Teaser & US-Trailer
– Featurette (ca. 5 Min.)
– Interviews (ca. 31 Min.)
– Behind the Scenes (ca. 12 Min.)
– Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Andre Schnack, 09.01.2018

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆