Grosse Mädchen weinen nicht

Drama
Drama

[Einführung]
Columbia TriStar Home Entertainment veröffentlicht „Große Mädchen weinen nicht“, eine Filmproduktion von 2002 aus Deutschland. Regie wurden von Maria von Heland geführt, die auch das Drehbuch des Films fertigte. Provokativ will „Große Mädchen weinen nicht“ zeigen, was wir erleben und was einige durchmachen, bevor sie erwachsen sind. In den Hauptrollen des Dramas sind Karoline Herfurth, Anna Maria Mühe, Josefine Domes, Ingo Hasselbach, Nina Petri und David Winter zu sehen. Wir konnten uns von den Qualitäten der DVD überzeugen und berichten.

[Inhalt]
Die 17-jährige Kati (Anna Maria Mühe), ein hübsches Mädchen aus kleinen Verhältnissen, und ihre gleichaltrige Freundin Steffi (Karoline Herfurth), Tochter einer wohlhabenden und harmonischen Familie, halten zusammen wie Pech und Schwefel. Als Steffi durch einen Zufall erfährt, dass ihr Vater eine heiße Liebesaffäre mit einer Arbeitskollegin hat, schwört sie Rache und will die Geliebte des Vaters und deren Tochter Tessa fertigmachen. Mit aller Entschlossenheit denkt sie sich einige Gemeinheiten aus, die jedoch weitaus größere Folgen haben, als eigentlich beabsichtigt. Ein böses Spiel mit tödlichen Folgen beginnt…

[Kommentar]
Eine aufgewühlte Zeit voller Liebe, Hass, Selbstfindung und neuer Erfahrungen durch besondere, familiäre Umstände oder einschneidende Erlebnisse. So geht es – wie der Songtext anfänglich schon verrät – heiß her auf dem Teenage-Battlefield. Und was man beginnend schon als Gemeinheit im Sinne der Rache bezeichnen möchte, entwickelt und eskaliert sich im weiteren Verlauf zu einer waschechten und dramatischen Geschichte. Keine weitere Teenie-Film Kopie im Comedy-Segment, sondern ein vielmehr depressiveres Werk. Lustige Einlagen schwinden, ernste treten an ihre Stellen. Die Beteiligten leisten allesamt gute Darbietungen. Glaubhaft werden bewegende und schöne Momentaufnahmen umgesetzt, spannend wichtige und tragende Szenen der temporeichen Story dargeboten. Die musikalische Untermalung passt zu den Sets und dem Stil der Produktion. Nur schade, dass das Ende und einige Ausschweifungen zu konstruiert wirken.

[Technik]
Da es sich um eine junge Produktion handelt, muss technisch also auch etwas geboten werden. Visuell wird der Transfer anamorph vorangetrieben, wobei sich die Maße auf ein Verhältnis von 1.85:1 belaufen. Als Zugpferde können der pralle Kontrast, die angenehme Kantenschärfe und der Detailreichtum bezeichnet werden. Als wirkungsvoller Makel muss dafür ein nicht unerheblicher Rauschfaktor hingenommen werden. Die Kompression präsentiert sich in einem geeigneten Rahmen.

Der Ton des Films befindet sich in deutscher Sprache auf der Scheibe, abgemischt wurde er in dem Mehrkanalton Dolby Digital 5.1. Und ob es die klare Sprachausgabe, die Hintergrundgeräusche oder aber die musikalischen Seiten der Geschichte betrifft, der Soundtrack bietet rundum hohe und saubere Wiedergabequalitäten. Das Klangspektrum kann zwar nicht mit immens hoher Weite aufwarten, versteht jedoch dem Sujet gerecht zu werden und sorgt für Wohlgefallen. Untertitel wurden der Scheibe in den Sprachen Deutsch, Englisch und Türkisch gegönnt.

[Fazit]
„Große Mädchen weinen nicht“ steht in der deutschen Kinolandschaft gut da. Denn kein günstiger Abklatsch US-amerikanischer Vorbilder oder eine simple Kömodie bekommen wir hier vor die Augen gehalten. Dafür die rund 87minutenlange Geschichte zwei junger Frauen, die neben der Sexualität und dem Gespür für Gut und Böse und ihren Problemen in der Freundschaft und der Familie hin und her gerissen sind. Sozusagen als Symbol für das Erwachsenwerden in unserer Welt. Als Bonusmaterial wurden der Erscheinung, die ab dem 22. Juli im Handel erhältlich sein wird, folgende Features geboten: Der Kino-Trailer, zahlreiche Filmografien der beteiligten Mimen, 8 geschnittene Szenen, ein Hinter-den-Kulissen Feature (ca. 8,5 Minuten), ein nicht ganz 5minutenlanges Interview mit der Regisseurin, 3 kürzere Interviews mit den Hauptdarstellerinnen und eine Fotogalerie. Die Altersfreigabe wurde bei 12 Jahren festgesetzt.

André Schnack, 02.06.2003

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: