Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Biography/Drama/History
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[Einleitung]
Ich habe bisher lediglich Trailer zu diesem Film gesehen und war gespannt auf die Ansicht von „Hacksaw Ridge“ von Regisseur Mel Gibson nach einem Drehbuch von Autoren Robert Schenkkan und Andrew Knight. Der 2016 abgedrehte Titel ist mit finanziellen Mitteln aus den USA sowie Australien auf die Beine gestellt worden. In den führenden Rollen sind zu sehen: Andrew Garfield, Sam Worthington, Vince Vaughn, Teresa Palmer sowie Rachel Griffiths. Diese High Definition Blu-ray Disc Version kommt aus dem Angebot von universumfilm und ich konnte mir eine Meinung bilden und schreibe diese hier nieder.

[Inhalt]
Zweiter Weltkrieg im Frühling 1945: Während des Kampfes um die japanische Insel Okinawa sticht ein einziger Mann aus der Masse der US-Soldaten heraus. Der Kriegsdienstverweigerer Desmond Doss (Andrew Garfield) riskiert alles und kämpft unbewaffnet bis zur völligen Erschöpfung für das Leben seiner verwundeten Kameraden. Was später als Heldentat belohnt werden soll, beschert Desmond Doss zunächst großes Misstrauen und Verachtung in den eigenen Reihen. Dennoch setzt er sich unerschrocken für seine Prinzipien ein und rettet in der entscheidenden Schlacht unzähligen Männern das Leben.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Es gibt wenige Filme, die ich so intensiv mit dem Thema Krieg verbinde, wie „Saving Private Ryan“ oder „Die Brücke“ oder auch „Schindlers Liste“. Alles Filme, bei denen die emotionale und visuelle Kraft unglaublich stark auf mich einwirkten. Kein Wunder, dass es zwar sehr gute Filme sind, diese jedoch nicht zu jener Kost gehören, die man sich gerne mal wieder anschaut. „Hacksaw Ridge“ stand nun auf dem Prüfstand – schafft es diese Titel auch in den oberen Bereich der Filmgüte zu gelangen?

Ja, dieser Film hat schon etwas sehr besonderes, da die Hauptfigur recht ungewöhnlich für die Filmlandschaft ist und wir Zeuge eines starken Charakters und einer unbeirrbaren Überzeugung werden. Dargestellt durch gute schauspielerische Leistungen erweckte man „Hacksaw Ridge“ zum Leben. Neben den Darstellern vor der Kamera, all den gut gemachten und authentisch wirkenden Sets und Masken, Kostümen und Requisiten, ist es doch die Geschichte, die hier stark bewegt.

Zum einen kann der Film daraus Kraft ziehen, dass es sich um eine Geschichte handelt, die auf wahren Begebenheiten beruht, zum anderen eben durch die Machart. Mel Gibson ist durch seine privaten Themen mehr in der Presse gewesen in den vergangenen Jahren, als durch große Leistungen auf der Leinwand der Lichtspielhäuser. Das er etwas kann, sehen wir an diesem Werk, dass jedoch erzählerisch nicht an „Braveheart“ heranreicht.

[Technik]
Technisch betrachtet stellt das Thema hier stellenweise eine Herausforderung dar. Immerhin geht es in den rasanten Momenten recht hektisch zu, die Kamera wackelt, die Umgebung ist dynamisch und so steigt das Risiko darauf, eben nicht durchgehen gut auszuschauen. Allerdings macht der High Definition Transfer vieles richtig und wenig falsch. Die Wiedergabe ist überwiegend sauber und gibt kaum Anlass zur negativen Kritik. Die Kolorierung ist themengerecht und Konturen sowie der Detailgrad gehen mit solider Qualität ins Rennen. Es handelt sich um 1080p Bilder im Format 2.40:1.

Wenn an diesem Thema überhaupt etwas gutes zu sehen sein soll, so kann man die technische Darstellung des Tons hier anführen. Wenn rumgeballert wird oder aber Explosionen und die fiesen Geräusche des Kriegs aus den Lautsprechern klingen, so verfügen diese über gute tiefe Töne und ein lebhaftes, dynamisches Klangbild im Allgemeinen. „Hacksaw Ridge“ hat auch im Bereich der hohen Töne durchaus die Nase vorn und begeistert mit einem beängstigenden Surround Sound im DTS-HD 5.1 Format (Deutsch/Englisch).

[Fazit]
Am Ende war das hier etwas, dass ich von Mel Gibson schon gar nicht mehr erwartet hätte: ein guter Film, der sich eher an jene mit einem weniger zarten Gemüt richtet. Nach wie vor empfinde ich den größten Respekt für „Die Brücke“ und „Der Soldat James Ryan“, und kann sagen, dass „Hacksaw Ridge“ ebenfalls ein guter Anti-Kriegs Film ist, eben mit einem etwas anderen Schwerpunkt. Rund 139 Minuten läuft der ab 16 Jahren freigegebene Film und er kann seit dem 9. Juni im Handel erworben werden. Das Bonusmaterial setzt sich zusammen aus:

– Interviews mit Cast & Crew
– The Soul of War: Making Hacksaw Ridge
– Deleted Scenes

Zwar werden wir hier nicht erschlagen von den Massen der Materialien, allerdings sind diese doch aufschlussreich und bieten einige Minuten zusätzlicher Laufzeit zum besten. Wer sich als Mel Gibson-Fan sieht, den wird nichts aufhalten. Alle anderen sollten sich dessen bewusst sein, dass es eben ein Werk ist, dass sich weit weg von Spaß und guter Laune befindet – des Themas wegen bedingt.

Andre Schnack, 12.06.2017

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆