Happy People: Ein Jahr in der Taiga

Dokumentation
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[Einleitung]
Werner Herzog, jedem ein Begriff, der sich mit guten Filmen deutscher Herkunft ein wenig befasst hat, verantwortet den Dokumentarfilm „Happy People: Ein Jahr in der Taiga“ (Originaltitel: Happy People) von 2010. Nach einem Drehbuch von Rudolph Herzog, Werner Herzog und Dmitry Vasyukov entstand ein Dokumentarfilm über das Leben an einem unwirtlichen, entlegenen Ort unserer Erde. In führenden Rollen sind echte Menschen zu sehen, hinter der Kamera befanden sich deutsche Filmemacher. Und die Hauptrolle gebührt wohl der Taiga, denn dort, inmitten des sibirischen Nirgendwo findet das Geschehen von „Happy People“ statt. Wir sahen genauer hin und berichten über die Standard Definition DVD.

[Inhalt]
Sibirien erstreckt sich vom Ural bis zum Pazifik und ist eineinhalb Mal so groß wie die USA. Im Herzen der sibirischen Wildnis, fernab der Zivilisation, leben 300 Menschen im kleinen Dorf Bakhtia am Fluss Jenissei. Dorthin gelangt man nur per Helikopter oder per Boot. Hier, tief in der Wildnis, gibt es kein Telefon, kein fließend Wasser oder medizinische Hilfe. Die Menschen sind auf sich selbst gestellt. Ihr Tagesablauf hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert. Sie leben ihr Leben beständig nach ihren eigenen Werten und Traditionen.

Werner Herzog präsentiert eine malerische Dokumentation über das Leben der Einheimischen im Herzen der sibirischen Taiga. Herzog persönlich kommentiert die Bilder, die einen Trapper über ein Jahr durch alle vier Jahreszeiten begleiten. Neu auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand!
(Quelle: Studio Canal Home Entertainment)

[Kommentar]
Kennt man sich ein wenig im Bereich Dokumentation aus, so bemerkt man rasch nach Start des Films einige Unterschiede zu anderen sachbezogenen Dokumentationen. Vielleicht kann man hier eher von einem Dokumentarfilm sprechen, als nüchtern von einer Dokumentation. Denn viele Aspekte eines Films im üblichen Sinne finden wir auch hier vor. Nur eben zusätzlich noch die Wissen vermittelnde und die Situation kommentierende Stimme aus dem Off und der Umstand, dass es hier ums wahre Leben und keinesfalls um eine fiktive Geschichte geht.

So kommen Menschen zu Wort, die nicht nur etwas zum Thema berichten und erzählen können, sondern ein Teil des Themas sind. Außerdem wird hier nicht wie oftmals üblich durch den Film geflogen und ein hohes Tempo an den Tag gelegt. Nein, hier plätschert es eher gemütlich vor sich her. Und Werner Herzog nahm sich Zeit für Land, Leute und Natur. Ein wenig wird alles angerissen, allerdings steht der Mensch in der Region deutlich im Vordergrund. „Happy People“ ist anders als viele Dokumentarfilme und überzeugt durch Information, Charme und Unterhaltung.

[Technik]
Mit dem technischen Einsatz vor Ort bestimmt sich auch maßgeblich die Güte der Heimkinofassung auf diese Standard Definition DVD. Das Bild erscheint mittels eines anamorphen Transfers mit einem Seitenformat von 1.77:1. „Happy People“ bietet nicht immer Bilder, die den Erwartungen an die Technik entsprechen und Genüge tun. Das ist schade, allerdings auf Grund der Entstehungsverhältnisse nicht ganz verwunderlich. Ein mindestens durchschnittliches technisches Niveau bleibt durchweg bestehen. Der Kontrast und die Farben gefallen und es sind keine Rauschfaktoren oder andere Verunreinigungen im störenden Maße vorhanden.

Deutsch in Dolby Digital 2.0, Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1, das sind die Sprachen, welche auf diesem Datenträger enthalten sind. „Happy People“ bedarf keinesfalls eines multilingualen Ausflugs oder aber räumlich tönender Surround-Effekte. Der Inhalt bietet weniger als in aufwendigen Kinofilmen, von daher können sich die Muskeln der Soundtracks nicht zeigen. Die Leistung ist in Ordnung, klingt klar und fehlerfrei. Ein wenig Räumlichkeit entsteht durch die musikalische Begleitung, ansonsten gibt es nicht viel, bis auf die Sprachausgabe. Untertitel sind in deutscher Sprache vorhanden.

[Fazit]
„Happy People“: Viel Feingefühl und wenig Sensationsgeilheit finden wir hier vor. Wie schön, das die Faktoren Informationsgehalt und Unterhaltung sehr gewichtig sind, so dass es die erstgenannten Attribute auch nicht zwangsläufig bedarf. Auf einer Laufzeit von rund 90 Minuten gefällt Werner Herzogs Werk gut. Wer viele Dokumentationen oder Sachsendungen, o.ä. schaut, der sollte sich auch „Happy People“ genauer ansehen. Bis auf ein paar geschnittene Szenen und das enthaltene Wende-Cover gibt es keine weitere Ausstattung. Erscheinungstermin war der 16. Mai zu einer Altersfreigabe von ab 0 Jahren. Der Preis beläuft sich auf rund 15,- Euro.

Andre Schnack, 23.05.2013

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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