Hard Powder

Action/Crime/Drama
Action/Crime/Drama

[Einleitung]
Ich sehe Liam Neeson gerne vor der Kamera, außer er spielt Obi-Wan Kenobi. Und genau diese Kombination soll wohl in Form eines Star Wars-Spin Offs demnächst erfolgen. Nun aber zu „Hard Powder“, der amerikanischen Version von „Einer nach dem anderen“ aus Skandinavien. „Hard Powder“ bietet uns Liam Neeson in einer im durchaus bekannten Rolle: Racheengel. Ebenfalls vor der Kamera finden sich neben ihm ein: Emmy Rossum, Laura Dern, John Doman und auch Tom Bateman. Das Export-Produkt „Hard Powder“ ist nicht nur im Original von Regisseur Hans Petter Moland, auch diese fünf Jahre spätere 2019er US-Fassung hat er gefertigt. Das Drehbuch hier hingegen schrieb Frank Baldwin. Ich schaute mir die DVD-Version von StudioCanal Home Entertainment an.

Inhalt
Willkommen in Kehoe, einem glitzernden Skigebiet in den Rocky Mountains. Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) führt mit seiner Familie ein beschauliches Leben, bis sein Sohn sich mit dem Drogenboss Viking einlässt – und auf dessen Befehl ermordet wird. Rasend vor Wut legt sich Nels mit dem mächtigen Kartell an. Und auch wenn sein Wissen über Mord und Totschlag bislang nur aus Krimis stammt: Ein Drogengangster nach dem anderen fällt seiner Rache zum Opfer und die strahlenden Hänge der Kleinstadt leuchten bald blutrot.
(Quelle: StudioCanal Home Entertainment)

[Kommentar]
Es könnte so oder anders sein, in Bezug auf die Geschichte von „Einer nach dem anderen“, der im Original den super Titel „Kraftidioten“ trägt. Wow. Doch in „Hard Power“ geht es erwartungsgemäß um den gleichen Kern, nur eben in der Wild-West Version, gewissermaßen. Dabei hielt sich Alt- und Neu-Vater der Kraftidioten nahezu szenentreu am Original von 2014. Nur eines ist auch klar, in der US-Fassung geht es erwartungsgemäß martialischer vor, die Waffengewalt wird euphorischer ausgelebt. Wenn man das Original nun kennt, dann weiß man die gesamte Zeit, was als nächstes kommt.

Folglich konzentriert man sich auf das, was man eben noch nicht so kennt. Und das sind eben hier natürlich die Darsteller. Liam Neeson gefiel mir, auch die weiteren Figuren sind gut besetzt. Allerdings fehlt hier das gewisse Etwas, das Charisma, der Stil. Mir wirkte auch Liam Neeson einfach weniger passend als Stellan Skarsgård als rot-sehender Vater in der Figur. Auch passte Norwegen und die Mafia aus den Balkan-Staaten besser ins Bild, meines Erachtens, als die in die USA adaptierte Ausführung der Geschichte.

[Technik]
Visuell leistet sich „Hard Powder“ keine nennenswerten Schwächen. Alles ist gut durchgestylt, professionell, gar etwas zu westlich dargestellt. Rein technisch-puristisch bewertet hingegen ist das hier alles gelungen und kann im oberen Mittelfeld der Standard Definition-DVDs mitspielen. Dunkelheit und Schnee sind mit Sicherheit nicht des High Definition-Transfers Lieblinge, dennoch ist das Geschehen mit seinen Maßen 2.40:1 durch und durch recht gut. Hier und dort etwas verwaschen, sogar etwas unscharf, ansonsten rundum solide. Die Kompression arbeitet unauffällig und ich bin zufrieden.

Der Ton, zumindest in der deutschen Synchronfassung, ist oft recht dumpf, wenig klar und auch nicht immer super-verständlich, wenn es um die Wiedergabe der Sprachausgabe geht. Das ist etwas schade. Zudem gesellt sich die Stille hinzu. Still ist zwar gut, auch als Stilmittel, allerdings sollten schon minimale Tonschnipsel aus der Umgebung zu hören sein, um etwas Stimmung und das Gefühl von Räumlichkeit aufzubauen. Diese Chance ist vergeben und somit kommt der gesamte Ton schlussendlich auf kein gutes Niveau.

[Fazit]
Der amerikanische Markt bedeutet auch heute noch vor allem eines: Reichweite. So können wir hier auch sehen, wie es sich oftmals mit Remakes verhält. Auch, wenn es sogar vom gleichen Regisseur kommt. „Hard Powder“ hat rund 10.000 Bewertungen auf der Internet Movie Database mehr als „Einer nach dem anderen“. Allerdings fällt seine Bewertung mit 6,2 einen ganzen Zähler niedriger aus als das Original (7,2 – Stand 30. Juni 2019). Wie dem auch sei. Sehenswert war der Film vor allem deshalb schon für mich, da ich sehen wollte, wie der Transfer nach Amerika gelang. Nun weiß ich es und würde eher wieder zum Original greifen. Dies ist einfach deutlich origineller.

Die Laufzeit des Remakes bemisst sich auf rund 114 Minuten, abgelegt auf einer einseitigen und zweischichtigen DVD (Typ 9) mit einer Altersfreigabe von ab 16 Jahren. Der Titel „Hard Powder“ ist erhältlich seit dem heutigen Tag, dem 11. Juli 2019. Der Preis liegt im Online-Handel aktuell bei rund 12,- Euro. Dafür bekommt man neben dem Hauptfilm auch noch ein bisschen Zusatzmaterial: Featurette „Willkommen in Kehoe“, Trailer und das Offline-Feature Wendecover.

Andre Schnack, 11.07.2019

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆