Heidi Fleiss – Callgirl der Stars

Dokumentation
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[Einleitung]
Aus dem DVD-Angebot von Splendid Film erscheint eine Dokumentationssendung über eine etwas andere Hollywood- und Star-Größe. Die Rede ist von Heidi Fleiss, welche lange Zeit als Callgirl und letztlich als Chefin eines Callgirl-Rings arbeitete, welche sich auf Prominente und besonders finanziell gut ausgestattete Manager und Millionäre konzentriert hatte. Die Sendung ist eine Art Nachspiel, irgendwo zwischen anzuzweifelnder Fachsendung und etwas aufpolierten und nachgestellten Szenen realer Begebenheiten. Der Untertitel lautet „Hollywoods intimste Wahrheit“, womit jedoch auch nur die halbe Wahrheit erzählt wäre. Regisseur Charles McDougall 2004 als Produktion fürs TV-Programm. Wir konnten uns die DVD genauer ansehen und berichten aus erster Hand.

[Inhalt]
Heidi Fleiss (Jamie-Lynn DiScala), Tochter eines angesehenen Arztes, hat seit ihrer Jugend eine Vorliebe für ältere Männer. Über Regisseur Ivan Nagy lernt sie Madame Alex kennen, die einen exklusiven Callgirlring in Hollywood betreibt. Schnell wird Heidi zu dessen begehrtester Prostituierten und übernimmt bald das Geschäft Ihrer Chefin. In der Szene wird sie rasch beliebt dafür, nur die schönsten und begehrtesten Mädchen an Hollywoodstars, Politiker und Scheichs zu vermieten. Die bekannten Persönlichkeiten bezahlen Heidi und Ihren Damen dabei ein Vermögen, bis die Polizei von L.A. ihren Ring zerschlägt. Schließlich wird sie zu drei Jahren Haft verurteilt und die pikanten Details Ihrer Kunden kommen an die Öffentlichkeit. Doch davon lässt sich Heidi nicht beeindrucken und beschließt ihr Geschäft mit der käuflichen Liebe jetzt erst recht durchzuziehen…
(Quelle: Splendid Film)

[Kommentar]
Die Geschichte an sich hat zweifelsohne Hollywood-Charme aufzuweisen. Ein schönes Mädchen mit einem guten Arzt als Vater verfällt den körperlichen Sünden gegen finanzielle Entlohnungen, steigt innerhalb dieses Zirkels auf, etabliert sich und letztlich ihren Callgirl-Ring bis zu einem großen Erfolg – und fällt dann tief. Das ist jedoch keinesfalls der Stoff, aus dem Filme gemacht werden, sondern das mehr oder weniger reale Leben der Heidi Fleiss. Eine der erfolgreichsten und durch ihr aufsehenerregendes Leben bekannte Prostituierte mit einer wahrhaftigen Edel-Klientel. „Heidi Fleiss“ erzählt genau diese Geschichte. Nichts ist nun wirklich großartig innovativ oder spektakulär an der Sendung, doch kann man sich nicht ganz frei machen von ihrem gewissen Etwas und dem doch teils vorhandenem Charme.

[Technik]
„Heidi Fleiss“ erscheint im anamorphen Breitbild-Gewand 1.78:1 und weist somit am oberen und unteren Bildschirmrand keine schwarzen Balken auf. Betrachten wir das Geschehen genauer, so fallen gleich einige bemerkenswerte Faktoren auf, die es zu erwähnen gilt. Allen voran schafft es der Film einen relativ eleganten visuellen Weg für einen solchen, nicht gerade mit großartigem Budget gesegnetem Hollywood-Film zu gehen. Der Kontrast, die Kantenschärfe und auch der Detailreichtum der Bilder gehen wirklich in Ordnung. Es sind überwiegend saubere und klare Bilder, die nur selten ein wenig Grundrauschen aufweisen. Das Gesamtniveau des 16:9-Bilds siedelt sich im guten Mittelfeld an. Selbst in dunkleren Szenen krankt hier nichts an einer mangelhaften Ausleuchtung oder an einem zu hellen Schwarz-Level. Hin und wieder fällt bei raschen Bewegungen ein leichter Schleier auf.

„Heidi Fleiss“ gibt es wahlweise in englischer oder deutscher Sprachfassung zu vernehmen. Dabei setzte man den Ton im Mehrkanalformat Dolby Digital 5.1 an. Beide Versionen können sich wirklich hören lassen, vermögen es jedoch nicht über das Mittelmaß heraus zu überzeugen. Dafür fehlt es dem Transfer einfach an lebhafter Weite, dem notwendigen Dynamikumfang und einigen Raffinessen. Macht jedoch nichts, außer man hielt große Erwartungen vor, was jedoch ein wenig unfair dem Inhalt gegenüber wäre. Widmen wir uns den beiden hauptsächlichen und wichtigen Merkmalen, der Sprachausgabe und der Musik, so gibt es keine Enttäuschung. Untertitel fanden wir nicht vor.

[Fazit]
Es ist einfach kein Egomanie-Trip oder aber ein nachdenkliches Werk mit tiefen Einblicken und einer Diskussionsgrundlage zum Thema Prostitution, ihrer Herkunft, Geschichte und den Hintergründen dieses Gewerbes, welches auch als ältestes Gewerbe schlechthin bezeichnet wird. „Heidi Fleiss“ beschäftigt sich vielmehr sehr fleißig mit dem Malen eines Bildes einer sehr bekannten Prostituierten und ihren Geschäften auf einer Laufzeit von rund 80 Minuten. Die FSK liegt dabei bei ab 16 Jahren. Es handelt sich beim eingesetzten Medium um den günstigeren DVD 5-Typus, einseitig und einschichtig. Was jedoch kein negativer Wertungspunkt ist, denn neben den 80 Minuten Hauptprogramm befinden sich lediglich ein schmuckloses Menü und ein paar Trailer auf der Disc.

Andre Schnack, 20.11.2007

Film/Inhalt
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Bild
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Ton
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Extras/Ausstattung
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Preis-Leistung
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