Helden wie wir

Comedy
Comedy

[Einleitung]
Aktuelle deutsche Filmkost von BMG Video auf DVD: die Komödie „Helden wie wir“ von 1999. Regisseur Sebastian Peterson inszenierte eine lustige Geschichte über eine Figur namens Klaus, dargestellt von Daniel Borgwardt, und seine Beziehung zu Yvonne, der ehemaligen DDR und dem Verlauf der Geschichte von Ostdeutschland. In weiteren Rollen sind Adrian Heidenreich und Xenia Snagowski zu sehen. Die DVD-Fassung des Film nahmen wir genauer unter die Lupe und berichten über die Qualität von Inhalt und Technik.

[Inhalt]
Schon die Geburt von Klaus Uhltzscht in einem Dortfgasthof im Vogtland ist von Historie umdröhnt: Panzer rollen gen Prag, am Abend des 20. August 1968. Die Politik begleitet auch den weiteren Lebensweg des eher unscheinbaren Klaus: Seine Kindheit verbringt er in einem Haus direkt gegenüber der Stasi. Während der Schulzeit landet er als Jungpionier neben FDJ-Chef Egon Krenz auf dem Titelblatt einer großen Illustrierten. Die Berufswahl führt den 18-Jährigen in die Reihen der Stasi. Und seine Liebe gilt, seit Kindertagen, Yvonne, der Tochter eines Dissidenten. Klaus wird sogar zum Lebensretter: Sein Blut hilft das Leben von Erich Honecker zu verlängern. Diese medizinische Geheimaktion hat für Klaus allerdings fatale Folgen: Der schüchterne junge Mann wird mit einem Gemächt ausgestattet, das alle quantitativen Vorstellungen sprengt – und Klaus sprengt damit den Weg in die Freiheit für Millionen – in jener legendären Nacht des 9. November 1989…

[Kommentar]
„Helden wie wir“ ist keine unbedingt typische Komödie mit aneinandergereihten Witzen und Lachern. Es handelt sich vielmehr um eine Komödie, die sich aus der gesamtem Geschichte von Klaus ergibt. Einige lustige Aufnahmen sind da schon bei, ansonsten geht es aber eher um das kuriose Drumherum seines Lebens. Somit wird leider auch weniger gelacht, als anfänglich erhofft. Das Drehbuch von Thomas Brussig und Markus Dittrich besitzt Witz und Ironie, Charme und Humor – vom einen mehr, vom anderen weniger. Insbesondere die Liebegeschichte im Film, zwischen dem Stasi-Mitarbeiter und der oppositionellen Yvonne, gelang gut – aber auch sonst besticht die Verfilmung durch eine hohe Authentizität und besticht mit Charme. Die ausgewählten Schauspieler leisten allesamt eine gute Darbietung und verkörpern ihre Rollen glaubhaft. Durch den Einsatz von verschiedenen Kameras wird die Authentizität gesteigert, Regisseur Sebastian Peterson ließ sich einiges einfallen. Er inszenierte einen Einblick in das Leben der DDR, mit einem etwas humorigen Beigeschmack.

[Technik]
Zum Bild kann unterschiedliches gesagt werden. Durch die vom Regisseur für seinen Stil gewählten Mittel, kann keine eindeutige und globale Aussage zur Bildqualität gemacht werden. Nur selten befindet sich das Geschehen, welches im anamorphen 1.85:1-Gewand auf der Disc abgelegt wurde, auch wirklich auf einem hohen Niveau. Oftmals stören Verunreinigungen, qualitativ mindere Aufnahmen mit Körneffekten oder ganz einfach unscharfe Aufnahmen. Viele dieser Faktoren wurden gewollt eingesetzt, leider wirkt das Bild zu keinem Zeitpunkt besonders auf der Höhe der Zeit, insbesondere wenn es um Bildrauschen, Griseln und die Konturenschärfe geht.

Die Akustik wird in Form eines deutschsprachigen Dolby Digital 5.1-Soundtracks geboten. Der dialogstarke Ton wird adäquat durch die verschiedenen Kanäle wiedergegeben. Allerdings klingt der Ton etwas dünn und besitzt kaum Effekte, die eine solche Mehrkanaltonspur rechtfertigen. Auf den hinteren Lautsprechern herrscht überwiegend Stille, nur gelegentliche Hintergrundgeräusche geben sich ein Stelldichein. Untertitel fanden auf dem Silberling keinen Platz.

[Fazit]
„Helden wie wir“ stellt nicht gerade großes, deutsches Kino dar, vermag aber aufgrund des lustigen Aufgusses eines Stücks deutscher Geschichte trotzdem zu überzeugen. Gekonnt werden Verkettungen und Zufälle inszeniert und die Politik der ehemaligen DDR auf die Schippe genommen. Das tragende Element des Films bleibt allerdings die Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren. Abgelegt wurde das Werk auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und die Laufzeit der Komödie beläuft sich auf rund 93 Minuten. Nebst der Komödie befinden sich noch folgende Bonusmaterialien auf der Disc: ein Audiokommentar mit dem Regisseur, 5 kurze Hinter den Kulissen-Berichte, 1 Trailer zum Hauptfilm, 1 Trailer zu der Produktion „Sonnenallee“, Statements von Schauspielern und Regisseur und Hintergrundinformationen über Cast & Crew. Insgesamt also keine schlechte Ausstattung. Sieht man über die nicht unbedingt prickelnde Technik des Silberlings hinweg, so bekommt man einen netten, deutschen Film auf DVD geboten.

Andre Schnack, 07.01.2001

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: