Henners Traum

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Aus dem Angebot von Turbine Medien erscheint die Standard Defintion zu „Henners Traum“, einem Film von Klaus Stern. Die Dokumentation beschäftigt sich mit einem Inhalt, des kaum wahr zu sein scheint. Doch er ist es. Mit dem Untertitel „Das Grösste Tourismusprojekt Europas“ wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. dokBuster edition lautet das Label, in dessen Rahmen diese Sendung über Machenschaften in der Politik und Wirtschaft erscheint. Sie richtet sich an jeden, an den mündigen Bürger und jene, die es werden wollen. Buch und Regie von Klaus Stern. Ebenfalls wirkten Real Fiction und stern film mit, sowie zdf und die Hessische Filmförderung.

[Inhalt]
Henner Sattler hat einen Traum. Der CDU-Mann ist Bürgermeister in Hofgeismar, einer 17.000-Seelen-Gemeinde in der nordhessischen Provinz. Der Ort wirkt beschaulich bis verlassen, und auch wirtschaftlich ist nicht viel los in der Kleinstadt. Aus der alten verschlafenen Domäne Beberbeck mit ihrem klassizistischen kurfürstlichen Schloss, bislang ein Pflegeheim für Demenzkranke, soll ein mondänes Tourismus-Resort entstehen: fünf Luxushotels, hunderte Ferienvillen und eine 34 Hektar große künstliche Seenlandschaft sollen mehr als 1.000 Arbeitsplätze bringen.

Der Erfolgsarchitekt Tom Krause hat den Traum in Henner Sattler erweckt. Selbstverliebt beruft sich Krause immer wieder auf seine internationalen Großprojekte, etwa in Dubai. Und nun plant der Künstler ein 420-Millionen-Euro-Projekt im Nirgendwo von Nordhessen…
(Quelle: Turbine Medien)

[Kommentar]
Was soll man dazu schon sagen, bzw. schreiben? Wir werden Zeuge des wahren Lebens, mehr kann man eigentlich gar nicht großartig zusammenfassen. Um was geht es hier genau? Um den Aufstieg und anschließenden Fall einer Person, die ihre Idee unbedingt umgesetzt wissen will. Dabei geht es alleinig um den Erfolg, der hier – wohlbekannt – nicht eintreten kann, wie der Betrachter eben von Beginn an weiß. Bei anderen Kriminalfällen kann dies natürlich ein zusätzlicher Anreiz und Spannungstreiber sein.

So entsann ich mich an Titel wie „Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann“ oder andere Dokumentationen, bei denen sich durchsetzungsfähige Menschen um ihre Ideen mühen. Technisch gelang das ganz gut, vielerlei Effekte oder andere erwähnenswerte Techniken gibt es nicht. Praktisch gar nichts. Es wurde sehr herkömmlich und normal vorgegangen, was der gebotenen inhaltlichen Qualität keinesfalls den Rang abläuft oder das Ergebnis reduziert. Doch ist es eben einer Erwähnung wert, dass hier eine klassische TV-Produktion vor den Augen abläuft.

[Technik]
Der anamorphe 1.78:1-Transfer biedert sich von Beginn an mit einer ordentlichen Kantenschärfe und einem typischen TV-Farbpaletten Niveau an. Was bedeutet das? Einerseits eine gute, solide Qualität und Darbietungsgüte, was das Geschehen insgesamt angeht. Andererseits eben auch keinerlei Überraschungen, und schon gar keine positiven. Standard Farben in Standard Konturen gefasst mit einem Standard Umfang an Bilddetails. Alles hingegen rauschfrei und mit einer ausreichend sauberen und ordentlich arbeitenden Kompression – danke.

„Henners Traum“? Hört und liest sich weder nach Holly- noch Bollywood. Bedeutet auch hier ein Standardgemenge. Konzentriert sich das Geschehen doch auch die Vermittlung von Informationen in einem politisch interessanten Fall, über den es sich zu berichten lohnt. Dabei sind die einzigen großartigen Nuancen und Ausprägungen, dass mal zu den Monologen oder Dialogen etwas an Hintergrundgeräuschen und gar Musik erklingt. Und zwar in Deutsch Dolby Digital 2.0.

[Fazit]
„Henners Traum“ beweist einmal mehr, wie wertvoll der Schulterblick auf jene Titel ist, die nicht immer im Rampenlicht der Hollywood-Scheinwerfer stehen. Dokumentationen sind nach wie vor ein Special-Interest Nischenprodukt. 94 Minuten Laufzeit, rund 48 Minuten Extras in Form der Dokumentation mit dem Titel „Gestatten Bestatter – Der Insolvenzverwalter Fritz Westhelle“ sowie Trailer. Das ist angesichts der Tatsache, dass Dokumentationen in nur seltenen Fällen zusätzliche Materialien aufweisen, bemerkenswert. Erscheinungstermin war laut Turbine Medien der 19. April zu einem Preis von rund 16,- Euro.

Andre Schnack, 03.06.2013

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆